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Hymne. Pessimisten hatten befürchtet, daß ein der—
artiger Riesenchor auseinanderfallen würde, daß es
unmöglich sein würde, einen Klangkörper von solchen
Ausmaßen richtig zu führen. Nichts von diesen Voraus—
sagen ist eingetroffen. Als Professor Keldorfer auf
dem hohen Turm vor der Chortribüne den Taktstock
hob, da setzte der Chor mit einer Genauigkeit ein, wie
man sie bei auserlesenen Kunstchören gewohnt ist. Kein
Abgleiten oder Hochdrücken der Tonlage, keine Un—
gleichmäßigkeit der Tempi, rein und ausgeglichen blieb
der gewaltige Sang bis zum Schluß. „Es war ein
Wunder“, schrieb die Wiener Abendpresse. In der Tat,
es war das größte Ereignis in der Geschichte des
deutschen Sangeswesens.
Die Bedeutung dieser ersten Festaufführung wurde
unterstrichen durch die Anwesenheit der höchsten Wür—
denträger Oesterreichs. An der Ehrentafel bemerkte
man den Bundespräsidenten Dr. Hainisch, den deut
schen Minister des Innern Karl Severing, Bundes
kanzler Dr. Seipel, Vizekanzler Hartleb, Bundes
minister Kienböck, den Präsidenten des National—
rates und neben vielen anderen hohen und höchsten
Beamten die Oberbürgermeister von Frankfurt und
Nürnberg.
Saar⸗Sänger-Bund Ihln
die Ausführungen der „Reichspost“. Sie schrieb: „Die
Saarbrücker haben es unter ihrem außerordentlich be—
fähigten Dirigenten Philipp Stilz sehr weit gebracht;
alles „Provingielle“ ist überwunden, prächtig klingende
Tenöre tragen die Melodie. Die Qualitäten des streb—
amen Chores zeigte besonders der schöne Aufbau des
echnisch vortrefflich wiedergegebenen „Gebets“ von
dämpf, eines durchaus modernen, schwierigen Werkes.
Die feinsinnige Anordnung des Programms machte
ezinen besonders guten Eindruck.“ — Die „Wiener
Neuesten Nachrichten“ urteilten: „Das Programm
dieses Konzerts war in drei Teile geteilt, die die
eberschriften „Menschenleid — Lebensfreude — Heimat—
liebe“ trugen. Der Chor unter seinem hingebungs—
dollen Führer Philipp Stilz leistete außerordentlich
Schönes, besonders bei Hugo Kauns leidenschaftlich
»eseeltem „Anakreontischem Lied“ und Karl Kämpfs
nännlich empfundenen „Gebet“. Auch Hugo Kauns
Zang „Vom Rhein“ mit seinem sieghaften Schluß:
„Deutschland darf nimmer sterben!“ weckte jubelnden
Enthusiasmus der zahlreichen Hörerschar.“
Es muß besonders hervorgehoben werden, daß der
derühmte deutsche Männerchorkomponist Hugo Kaun
Bast des Konzertes war. Drei Chöre dieses Komponisten
standen auf dem Programm der Saarbrücker Sänger,
und als der letzte der Kaunschen Chöre, der machtvolle
Sang „Vom Rhein“ erklungen war, kannte die Be—
zgeisterung der Hörer keine Grenzen. Hugo Kaun mußte
vohl oder übel auf das Podium, wo ihm Sänger
und Hörer eine Ovation darbrachten.
‚Auatht RMNo. h
Den deutschen Ministern und Städtevertretern gab
der deutsche Gesandte Graf Lerchenfeld nachmittags
in der Botschaft einen Fünf-Uhr-Tee. Auch bei dieser
Veranstaltung klang die Bewunderung durch, die dieses
Fest selbst dem innerlich der Sangesbewegung Fern—
sttehenden abrang.
Neben den großen Hauptveranstaltungen fanden in
den vier größten Sälen der Hofburg in ununter—
hrochener Folge die sogenannten Stundenkonzerte statt,
in deren Rahmen die besten deutschen Chöre Proben
ihres Könnens ablegten. Diese Konzerte stellten ge—
wvissermaßen die Kleinarbeit dar, sie manifestierten die
künstlerische Seite des deutschen Männergesangs, die
hei den gigantischen Hauptaufführungen naturgemäß
kaum zur Geltung kam.
Ddas Stundenkonzert des Saarbrücker,, Liederkranz“
in der Wiener Hofburg fand einen außerordentlichen
Beifall. Wie die Wiener Presse darüber urteilte, zeigen
Die riesenhaften Ausmaße der drei großen Fest
aufführungen in der Praterhalle wurden von dem
Festzug,.
der die Feier krönen sollte, übertroffen.
Als am Sonntag morgen um 10 Uhr der Vor—
sitzende des Deutschen Sängerbundes auf der fahnen—
geschmückten Festtribüne vor dem Burgtheater seine
Schubert-Gedenkrede hielt, da standen mehr als 60000
Menschen erwartungsvoll in der Wiener Ringstraße,
und als nach der großen Hymne die anläßlich des
Sängerfestes gegossene Schubert-Glocke ihre Feierklänge
erschallen ließ, da begann ein Festzug, von so unge—
Das 10. Deutsche täangerbundesfest
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war ein einziger großmachtiger Fest- und Ehrentaꝗg des Deutschtums.
lsedern Teilnehmer, jedem Gast und Besucher dieser Heerschau der allumfassenden
Macht des deutschen Liedes, werden diese fFesttage unvergeblich bleiben. Der Deutsche
Seist, dor im ewigen Gang der Geschichte durch seine groben Dichter und Denker
Uenschheitswerte schuf, überstrahste auch das Wiener fest.
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ichsssten Szenerien des Wiener Festes enthölt. Preis einer kompl. Serie bei zoll- G. portofreier
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