Nr. 6 IIHIIIren
ESanr⸗Sänger-⸗-Bund
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reißende Abschiedsworte des Salzburger Bundespräsi—
denten, der von dem Kampf seiner Kärntener Heimat
um ihr Deutschtum spricht. Dann, zum Abschied, aus
tausend Kehlen der deutsche Sängergruß. „.. heil deut—
schem Lied und Sang ...“ So klang es wie ein ge—
waltiges Gelöbnis, und tausendfaches „Heil“ erscholl,
als sich kangsam der Zug aus der Halle schob — Linz
entgegen.
Die Fahrt von Salzburg nach
LCinz
zlich einem Triumphzug. Man fühlte es bei jeder Be—
zegnung und sah es an jedem Dorf: dieses Fest zog ganz
Desterreich in seinen Bann. Es ließ die Sehnsucht einer
in langen Jahren der Not müde gewordenen Volksseele
Dberbürgermeister Dr. Neikes zum Ausdruck. „Be—
geistert von den ganz außerordentlichen Leistungen des
Liederkranz“, hieß es in der telegraphischen Kundgebung
Ein besonderes Erlebnis war für die Sänger der Be—
such des Brucknergrabs in der Abtei St. Florian, und
das kleine improvisierte Konzert in der Abteikirche
wo sich auch die berühmte Bruckerorgel befindet.
u
Die stetige Steigerung der Begeisterung auf der Reise
zur österreichischen Hauptstadt hatte die Erwartungen
der Sänger auf das höchste Maß gespannt. Sie wurden
noch übertroffen. Ungeheuer war
das Bild der großen KFestaufführungen.
Schon in den Morgenstunden ergoß sich ein Strom
von Zehntausenden in die Straßen, die nach der großen
Stellprobe des Saarbrücker Liederkranz im neuen Saale der Wiener Hofburg.
mächtig aufklingen und ließ die Gefühle aller öster— Sängerhalle führen. Ganze Straßenbahnketten schoben
reichischen Brüder mitschwingen in einer hochbranden- sich schwer beladen zum Praterstern. Ein unabsehbarer
den Welle der Begeisterung. Sämtliche Bahnhöfe standen Korso von Autodroschken brachte immer neue Menschen—
im Flaggen- und Girlandenschmuck, von allen Häusern massen heran. Viertausend Taxameter waren in diesen
vehten die Fahnen. Wer in Sicht des Zuges kam, der Tagen dauernd unterwegs, und die Zahl der im Dienste
vinkte, winkte, winkte ... des Festes laufenden Privatwagen wurde auf sieben—
Linz, die Brucknerstadt, empfing die durchreisenden tausend geschätzt. Doch dieser Eindruck des Mammut—
Sänger mit Musik und Blumen. Man war überrascht, jhaften wurde verwischt, sobald man vor der gewaltigen
aAls.vor dem Bahnhof sich ein Spalier von Frauen und Sängerhalle stand. Mit welcher Leichtigkeit sind hier
Mädchen in den wundervollen farbenprächtigen Trachten die schwierigsten Probleme der Statik gelöst, mit
der Steiermärker bildete, und man war gerührt, als velcher Zierlichkeit schwingen sich die Bögen der gelben
man die Herzlichkeit dieses Empfangs, die Tiefe dieser Wandung über den Festplatz, und mit welcher Ge—
Anteilnahme erkannte. Ueber zweitausend Menschen assenheit schluckte dieser Koloß die Riesenmasse, die
drängten sich am Abend zu dem Konzert des Saar- sich stundenlang an ihn heranschob. 80000 Menschen
brücker Liederkranz und jubelten den Sängern aus vohnten der Schuberthuldigung in der Feier bei.
dem Saargebiet zu. Zu der Begrüßung waren neben 80000. Es war ein Menschenmeer, das dunkel
dem Landeshauptmann Langgoth sämtliche Spitzen der und brausend in dem fahlen Licht der zahllosen Bogen
Behörden erschienen. Das Gefühl der Linzer Be⸗- lampen stand und am Kopf der Halle sich hochwarf,
dölkerung und den Eindruck der Sangesleistungen aber wie eine weißschäumende Riesenwelle. Dieser Eindrud
brachte Generaldirektor Schlosser, der frühere Bei- entstand durch den Aufbau des Podiums, auf dem der
geordnete der Stadt Saarbrücken, außer in einer ker- 30 000 Mann starke Chor sich aufgestellt hatte. Und
rigen Ansprache in dem bekannten Telegramm an überwältigend war der Sang der Schubert