Full text : 6.1928-1929 (0006)

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Saar⸗Sänger-Bund Ilh

“n Nr. 6

Volksteil, der solche Lieder singe, beweise der ganzen
Welt die Echtheit und die Tiefe seines Deutschtums.
„Heute“, sagte er, „wissen wir, daß der Volksent—
scheid im Saargebiet nur noch eine leere Form—
sache ist. Die Saarbevölkerung hat schon entschieden.
Und wenn das Saargebiet wieder deutsch wird, dann
wird seine Rückkehr in der ganzen Welt das Deutsch—
tum aufreißen und aufrütteln, sie wird ihm bewußt
verden lassen, was es heißt, ein Deutscher zu sein, was
deutsche Kraft und deutsche Treue vermag.“ Schulrat
Hellwig, der Ehrenvorsitzende des „Liederkranz“,
gab in seiner Dankrede einen Ueberblick über die ge—
schichtliche Entwicklung des Saargebiets und zeigte auf
die Wurzeln seines Deutschtums. Der Vorsitzende des
Ulmer Sängergaus, Frey, überbrachte im Namen des

in der Isarstadt die Funken der Sympathie von den
Sängern aus dem Saargebiet zu den Sängern vom
Nordseestrand, spannte der nationale Wille des Sänger—
tums ein einigendes Band von unserer eisen- und
kohlenträchtigen Heimat zu den Alpen und von den
Alpen bis zum Meer.

Salzburg
war die erste Station des Männergesangvereins „Lieder—
kranz“ auf österreichischem Boden. Verständlich, daß
die Gegenüberstellung des politischen Schicksals von
Saargebiet und Donauland das Grundmotiv der Emp—
fangs- und Begrüßungsreden wurde. Ein besonderer
Vorzug ward dem Verein insofern zuteil, als er in
dem akustisch hervorragenden Mozarteum eine Auslese

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Die Saarsänger im Festzuge.
schon nach Wien gereisten Bürgermeisters Jäckle die seines Repertoirs singen durfte. Zu Ehren des Vereins
Brüße von 50000 schwäbischen Sängern, die stolz hatte die Salzburger Liedertafel gleichzeitig im Mo—
seien auf diesen Besuch von der fernen bedrohten zarteum ein Morgenkonzert veranstaltet, dessen Höhe—
Saar. Den Empfindungen der Saarbrücker Sänger punkt ein Orgelkonzert des genialen Domkapellmeisters
iber gab der Vorsitzende des „Liederkranz“, Weißgerber, Professor Franz Sauer bildete. Eine ehrende Geste
dadurch Ausdruck, daß er Frey die Ehrennadel des war ferner die Auffoderung an den Vereinsdirigenten,
Bereins überreichte. Spinett zu spielen, auf dem Mozarts „Zauberflöte“ Ge—
stalt gewonnen hat.
Der Aufenthalt in

München
war losgelöst von dem Zweck der Reise. Trotzdem kam
es auch in München zu Sängerkundgebungen, die den
Sängern aus dem Saargebiet die tiefe Kulturver—
zundenheit aller deutschen Stämme und ihren Einfluß
auf die Sangesbewegung zum Bewußtsein kommen
ließen. Als der Saarbrücker „Liederkranz“ in dem
zroßen Saal des Mathäserbräu den saarländischen
Sängergruß erklingen ließ und Schulrat Hellwig er—
hoben von der Begeisterung der Stunde von dem
sampf und der Treue des Saarvolkes zu der Riesen—
nenge sprach, da antwortete ihm der Präsident eines
Sängerchors aus Ostfriesland. Und so sprangen denn

Der Aufbruch von Salzburg ging unter in einer
»egeisternden Kundgebung. Auf dem festlich geschmückten
Bahnhof trafen sich tausende von Sängern aus allen
Teilen des Reiches. Dazwischen eine große Sänger—
gruppe mit gelben Bandabzeichen an den Hüten. Es
waren die Sangesbrüder, die aus San Franzisko herbei—
geeilt sind, um in Wien die weltumspannende Kraft des
deutschen Liedes zu beweisen. Dann wieder Salzburger
in ihren grünen Trachten, Aelpler in ihren malerischen
sKleidungen, braungebrannte Touristen und Fahnen,
Fahnen, Fahnen ... Zug nach Zug mit begeisterten
Zängern donnert in die Halle, begrüßt von den zünden
den Klängen der Salzburger Musikkapelle, markige mit
            
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