Nr. 5106
Saar⸗Sänger⸗Bund h
n Seite 127
eils wunderlichen, ergötzlichen, teils groß erhabenen und
zöchst eigentümlichen Begebenheiten dieses außergewöhn—
ichen Mannes, die sogenannten Schrullen, als eine not—
vendige Folge seiner Veranlagung, in der auch der un—
berlöschliche Humor inhaltlich bedeutsam ist. Die Herr—
ichkeit dieses einzig weltgroßen Geistes und Herzens, seine
ganze Mensch-Gottheit ersteht aus den unbedingt Achtung
jebsetenden großen Taten seines Lebens, die kein Falsch
zder kleinliche Rücksichtnahme kennen, sondern ein Aus—
luß seiner hohen Künstlerschaft, der Schöpfergröße, des
heiligen Menschheitspropheten sind. Seine Predigt und
Offenbarung der Geist-Herz-Herrschaft vervollkommnet Beet—
hovens Erscheinung im Wirken an der Menschheit. Es er—
scheinen geschichtliche, musikalische, ästhetische, ethische, see—
iische, religiöse und menschliche Beziehungen aufgedeckt und
berknüpft zur Einheit, zum tiefst und bedeutsam werdenden
Ddenkmal unseres deutschen und der Welt Beethoven. Eine
duldigung des Künstlers und Menschen. Eine Feier durch,
in und mit Beethoven zum wahren und heiligen Menschen—
tum. Unter der Ernsthaftigkeit und tiefen Schau dieser
Darbietung fallen etwa gefundene Mängel kaum oder
zgarnicht ins Gewicht. Es schwindet jede kleine und unzu—
längliche Iusaun vom ethischen Weltgenius Beethoven
mit allen seinen allzu menschlichen und auch wieder ideal—
sten Aeußerungen. Packend und eindrücklich nimmt so—
fort dieser ganz einzig dastehende Aufbau gefangen, der
geistig-ethisch, psychologisch-feinsinnig genannt werden muß.
Er verbürgt unbedingtes Mitgehen, Mitwerden zum Er—
füllen und Ziel Beethovens und aller Menschheit. Unter
seinen drei Hauptteilen — Aufstieg, Gipfel und Abgrund,
Ausblick — eröffnet sich lückenlos die ungeheure Welt Beet—
hovens: Leben, Werke, Wesen, Wirken zur Einheit. Die
Drientierung ist klar. Zusammenhängend und für den
Gebrauch des Buches praktisch angeordnete Bilder und
Handschriften — unter ihnen das Heiligenstädter Testa—
nent in vollständiger Urschrift — ferner Werkeverzeichnis
und eine Zeittafel erhöhen den Wert des Buches. Wie auch
mmer es auf den jeweiligen und unter den berschiedensten
Voraussetzungen kommenden Leser wirken mag, so be—
deutet es in seinem Aufbau und dem geistig-ethischen Sinn
Neues und bleibend Wertvolles: eine Feier unseres und
der Welt Beethoven.
Conrad Fordinand Meyer, Gedichte, Huttens letzte Tage,
Engelberg — vollständige Ausgabe — Verlag Th. Knaur
Rachf. Berlin W. 50. Preis gebd, 2,838 Mk. Man muß
dem rühmlichst bekannten Verlag ein Loblied singen, daß
er in einer ebenso würdigen als wohlfeilen Ausgabe den
bekannten Schweizer Dichter, der mit zu unsern Viel—
sagendsten gehört, auch zu den Minderbemittelten sprechen
läßt. Denn wahrlich, das Lebenswerk dieses tiefgründigen
oeten muß Volksgut werden. Volks- und Vereins—
üchereien werden sich bei dieser Preisstellung die Ge—
egenheit nicht entgehen lassen, Conrad Ferdinand Meyers
ämtliche Werke, die der Verlag in einer vierbändigen
Ausgabe wohlausgestattet herausgebracht hat, in ihren Be—
tand einzureihen; eigentlich sollte sie jeder sein eigen
iennen! Jeder Band ist einzeln käuflich. Unter den „Ge—
ichten“ findet sich vieles, was sich zu stimmungsvollen
zamilienabenden und zur Komposition eignet. Wer des
Reizes und Reichtums Meyerscher Muse aus der Fülle
»ewußt werden vvill, vertiefe sich einmal in „Huttens
etzte Tage“, jenen gedankenschweren Gedichtzyklus, der
enem hochgemüten, trutzigen deutschen Ritter des Geistes
ind Schwertes gewidmet ist, der auf der Ufenau in der
Jjastlichen Schweiz nach kämpfereichem Irren ein letztes
Asyl fand, Ulrich yon Hutten, dessen menschliche Größe
ich ausdrückt in dem Bekenntnis: „Ich bin kein ausge—
Jügelt Buch, ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.“
Zein tragisches letztes Leben und Leiden klingt schon er—
schütternd aus der Ouvertüre: Die Landung, und dann
ruͤs all den andern gegenständlich geschauten und plastisch
gestalteten Bildern: Die erste Nacht, Ritter, Tod und
Teufel, Gloriola, Lügengeister, das Hütlein, Homo sum,
der letzte Humpen, Der Pilger, Das Gebet, Fiebernacht,
Die Béichte, Reife, Der arme Heinrich, Der letzte Brief
Die Traube, Abfahrt .....
Ich reise. Freund, ein Boot! Ich reise weit.
Mein letztes Wort ... ein Wort der Dankbarkeit ..
Auch dir, du Insel, dunkle grüne Haft!
Den Hutten treibt es auf die Wanderschaft.
Bewoge rings! Kein Segel wallt heran!“
Die Welle drängt und rauscht! Wo ist der Kahn?
Es starrt der Firn mir blaß ins Angesicht.
die steile Geisterküste schreckt mich nicht ...
Ein einzler hagrer Ferge rudert dort ...
Schiffer! Hierher! Es will ein Wandrer fort!
Ddu hältst mich, Freund, in deinen Arm gepreßt?
Bin ich ein Sklave, der sich binden läßt?
Leb wohl! Gib frei! Leb wohl! Ich spring ins Boot..
Fährmann, ich grüße dich! Bu bist — der Tod.
Der Kampf um die Saar, von Hans Siegfried Weber,
Berlag der Deutschen Rundschau, G.m. b. H., Berlin. Preis
3,50, Ganzleinen 6,80 Mk. Man wird, um Einsicht in die
Zaarfrage zu erhalten, oder auch um sich die politischen Ver—
sältnisse der leßten zehn Jahre, die wir miterlebt haben,
m Zusammenhäng zu vergegenwärtigen, gern zu einem
Werk wie dem vorliegenden greifen, in dem auf histo—
Kleiderstoffe
Seid *
Wwelbßvaren
— *8
waren
7
2 **
—*
7
IILILV
If dea
EHRoI *
⏑⏑Â,—⏑»« 0
nur im Spezialgeschäft
zis für Stoffe
,Feclliell Cfiĩ
— ler
SAARBRUCRKEN 3
Bahnhofstr. 80.
Eisenbahnstraße 400/ Breitestrabße 65
in Spezialhaus für bessere
erren un nnaheniNeidung
Alleinverkauf der
Heræ-Schuhwaren für
Saarbrücken: 500
kigene Werkstãtte
für Maß- und Konfektions-Schneiderei.
Joset Simon
Ecke der Markt- u. Fũurstenstr