Full text : 6.1928-1929 (0006)

Zeite 120 MII''

l Saar⸗-Sänger⸗Bund IIPhltllütsinsuitshh—

Jpuettle

Iusuttthl Nr. —

den Tonsetzergemeinschaften Afa und Gema wurde von
den Delegierten gutgeheißen. Das Material betr. Unter—
stützung der Turnu- und Sportvereine durch die Gemeinde
ist vom Gau Beckingen wohl zuerst an die Bundesleitung
eingereicht worden. Es ist dies wieder ein Beweis dafür,
daß die Geschäftsführung des Gaues in den besten Händen
liegt. Die Anschaffung der Einbanddeckel für die Saar—
Zänger-Zeitung wurde beschlossen. Sangesbruder Fries
erstattete Bericht über den Verlauf der Bundesvorstands—
sitzung vom 14. Mai. Auch der Gauvorstand schlägt den
Vereinen vor, zu den Gautagen möglichst immer dieselben
Vertreter zu entsenden. Zum Fähnenweihfest unseres
Bundesvereins „Almenrausch“ Haustadt tritt der Gau ge—
schlossen an, um auch nach außen hin Zeugnis von der
Macht unserer Organisation zu geben. Bei dieser Feier
singt der Gau als Massenchöre „Das deutsche Lied“ von
Kalliwoda und „Und hörst du das mächtige Klingen“ von
Marschner. Der nächste Gautag findet am 12. August in
Irbringen in der Gastwirtschaft Schwinn statt. W. Fr.
Gau Brebach.
Am 17. Juni traf sich der Gauvorstand mit den Dele—
zierten der Gauvereine des Gaues Brebach zum Gautag.
der Halberger Sängerbund begrüßte zu Anfang der Sitzung
seine Gäste mit dem deutschen Sängerspruch und dem
Weihelied. Hierauf eröffnete der Gauborsitzende Kalkoffen
die Tagung. Alle Vereine waren vertreten. Gleich zu
Anfang würde an Stelle des ausgeschiedenen Herrn J.
Ott Herr Günter Riedel, Brebach, Provinzialstr, zum
1. Gaͤu-Schriftführer gewählt. Eingehend wurde dann
das Gaufest, das am 8. Juli in Ensheim stattfindet, be—
sprochen. Etwas erregt wurden die Gemüter bei dem
nächsten Punkt: Afma und Gema, die alten Vertrags—
geschichten mit den Tonsetzergesellschaften. Es ist eigent—
lich verwunderlich, wie wenig bekannt verschiedene Leute
mit den Einzelheiten waren, nachdem schon so oft und
so viel darüber gesprochen und geschrieben worden ist.
doffentlich haben die Ausführungen des Dirigenten Neu
dazu beigetragen, die Sache etwas verständlicher zu machen
und jeder Verein wird ja durch seinen Delegierten Be—
richt darüber erhalten. Am 21. Oktober findet im Evangel.
Bemeindehaus in Brebach das diesjährige Wertungssingen
statt. Als Wertungsrichter werden gebeten Musikdirektor
Dtt, Zweibrücken, und, falls es möglich sein wird, Prof.
Dr. Rolle, Berlin, der ja, wie bekannt, zu der Zeit in
Saarbrücken weilt. Hingewiesen wurde nochmals darauf,
daß alle Rundschreiben des Bundes, die die Vereine er—
halten, vollständig den Sängern vorzulesen sind, daß auch
so jedes Mitglied von der Bundesarbeit unterrichtet ist.
Als neues Amt wurde das eines Gau-Berichterstatters ge—
schaffen, der die Aufgabe hat, die Arbeit des Gaus zu
oublizieren, daß auch diejenigen, die nicht aktiv tätig sind,
Aufschluß über die Arbeit innerhalb des Gaues erhalten.

Als Letztes wurde der Beschluß gefaßt, den nächsten Gau
tag am 16. September d. J. im Lokale „Stiefeler Schloß“
in Scheidt abzuhalten. Zwischendurch und am Schluß
sangen die Halberger Sänger noch einige Lieder und gaben
mit dem Lied „O, wie herbe ist das Scheiden“ der Tagung
einen würdigen Abschluß. eba⸗

Dreitägig feierte Mi⸗G.⸗V. Liederlrauz Eusheim sein
25jähriges Jubiläum. Begünstigt vom besten Wetter, unter
Teilnahme einer großen Anzahl Brudervereine, unterstützt
durch das freudige Interesse einer sangesfrohen Bevölke—
rung, konnte er sein Fest begehen, das ein Markstein in
einer Geschichte ist und bleiben wird. Fiel doch diese
sundgebung ins Schubertjahr. Der Samstag abend wich
ib von Veranstaltungen ähnlicher Art wie Kommerse, Fest—
zanketts, die leider meistens, Gott sei's geklagt, immer
aur in Alkoholorgien endigen. Ein gewaltiger Fackelzug
durch die geschmackvoll illuminierten Dorfstraßen, ein
Ztandkonzert durch eine gute Kapelle und den wohl—
disziplinierten „Liederkranz“, mit zündender Rede des
Vorsitzenden Hornschuh leitete die Huldigung ans deutsche
Lied ein. Der Sonntag morgen führte die Sangesbrüder
zum Festgottesdienst, Gott zu danken für die Erfolge in
den verflossenen 25 Jahren, für das herrliche Wetter, das
er beschert, in prächtig vorgetragener Orchestermesse die
Zeele zu heben und einzustimmen für das Kommende.
der Hauptfeier am Nachmittag ging ein imposanter Fest—
zug voraus. Geschmückte Radfahrer, Motorräder, Autos,
fhrenpforten und reich beflaggte Häuser legten Beweis
ib von der Beliebtheit, der sich der Liederkranz in allen
Bevölkerungskreisen erfreut. Die Wahl des Festplatzes war
»ine glückliche, ein terassenförmiges Wiesengelände im
Zchatten großer Bäume. Nach dem Vorspruch und einigen
nusikgalischen Darbietungen des Musikvereins Arion sprach
der Vorsitzende, Prokurist Hornschuh, die Begrüßungs—
vorte. Den Gefallenen des Vereins widmete er ein stilles
Bedenken. Des weiteren gab er interessante Einzelheiten
iber die Gründung des Vereins, dessen Tätigkeit im
Dienste des Deutschen Liedes, und dabei gedachte er der
Jroßen Verdienste seines jetzigen Dirigenten Oberlehrer
Wilhelm. Als zweiter Redner sprach dann der Bundes—
»orsitzende Stadtschulrat Bongard. Er begrüßte die er—
schienenen Vereine des Gaues Brebach, die ihr Gaufest
nit dem Jubeltag des „Liederkranz“ feierten. Er ge—
dachte des Altmeisters Franz Schubert, dessen Todesjahr
vir heuer begehen. Sodann erfolgte die Sängerehrung,
zei der zwei Sängern des „Liederkranz“ die goldené und
wei die silberne Ehrennadel überreicht werden konnte.
Rach diesem offiziellen Programm legten die Vereine
Proben ihres Könnes ab, wobei ganz beachtliche Leistun—
gen festgestellt wurden. Die Massenchöre der Gauvereine
fanden eine aufmerksame Zuhörerschaft. Das warme Wetter
gestattete einen Aufenthalt auf der prächtig beleuchteten
Festwiese bis tief in die Nacht hinein. Der Montag war

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