Full text : 6.1928-1929 (0006)

Was jeder Sänger wissen sollte.

(2. Fortsetzung.)
Die Aufgaben i“—n in Nr. 3 enthalten 3 Sprünge,
und zwar:
von der 3. Stufe zur 1. (1. zur 3.),
3. „RIL. und
2 8. 4. — .
In Anlehnung an Figur 2 würden diese Sprünge
solgendes Bild ergeben (siehe Figur 3). Die darunter.
gesetzte Figur 4 zeigt die Stellung dieser Töne in der
Tonlester: Es ist der 1., 3. 5. und 8. Ton der—
elben: oder wie wir nun sagen wollen
der Grundton — der 1. Ton
die Terz der
die Quint — „ 5. . Toonleiter.
die Oktav — 8.
Zwischenerklärung: Als Tonleiter schlechthin
bezeichnet man eine Reihe von 8 sich stufen—
weise folgenden Tönen. Der 8. Ton (⸗— die
Oktav) eines gegebenen klingt diesem so ähn—
lich, daß man scheinbar denselben nur in ver—
jüngter Farbe hört. Vom 8. Ton aufwärts
eine weitere Folge von 8 Tönen ergibt aber—
mals eine Tonleiter, die der ersten vollkommen
zleicht, nur höher, heller klingend.
Fassen wir die 3 Töne: Grundton, Terz, Quint zu
einem Gebilde zusammen, so erhalten wir das neben der
Tonleiter wichtigste musikalische Grundgebilde: den Drei—
zlLang, den wir in äußerlicher Form etwa erklären
önnten:
3 Töne, bei denen zwischen je zwei ein Ton
der Leiter übersprungen ist.
Dreiklänge lassen sich auf jeder Stufe der Ton—
leiter bilden. Figur 5 zeigt einige Beispiele,
und zwar den Dreiklang auf der 1. 4. und
5. Stufe (mit Ableitung aus der Leiter).
Verweilen wir bei Figur 5a. Nach der Feststellung
in obiger „Zwischenerklärung“ bringen die hier punktiert
angegebenen Noten nichts Neues. Die durch Klammern
zusammengefaßten Noten sind nichts weiter als Formen
des Dreiklangs, Umstellungen der Dreiklangsstöne.
Während bei
der 1. Form zwischen je 2 Töne 1 Ton ausgelassen
ist, zeigt
die 2. Form I1, dann 2 übersprungene,
die 3. Form erst 2, dann 1 übersprungenen Ton
Der Umwertung dieser Feststellungen für die Praxis
diene
Aufgabe 4, das Ueben des Beispiels 6. Man singe
zunächst den einfachen Dreiklang, der jedem
Sängerohr geläufig ist. Vergesse dabei
nicht, in Gedanken — auf der
Treppe zu bewegen! Sollte die Uebung
nicht hemmungslos gelingen, nehme man noch—
mals Aufgabe 1, Beispiel k voraus.
Bis hierher dürfte es jedem sich ernsthaft mühenden
Menschen möglich sein, die gestellten Aufgaben ohne fremde
dilfe zu bewältigen. zu Beispiel 6 sei noch bemerkt, daß
Jroße Sprünge besondere Anforderungen an das
nusikalische Gedächtnis stellen; deshalb die
Klangfarben der einzelnen Töne scharf, merken! Allmäh—
lich festigt sich aAuch das Empfinden für die Weite des
Sprunges. Fleißiges Ueben dieser grundlegen
den Dinge ist allerdings nötig.
Aufgabe 5 stellt Beispiel 7;3 die Verbindung der
in Figur 5a—c0 dargestellten Dreiklänge. (Man
halte die mit einem Winkel bezeichneten Noten
länger aus, um Zeit zu gewinnen, den nun
olgenden Dreiklang sich zunächst im Geiste
orzustellen.)
Damit möge vorläufig das Kapitel „tief — hoch“ ge—
schlossen werden, und wir wenden uns dem nächsten zu:
„kurz — lang“.
Durch die Stellung des Tonzeichens (* Note) im
diniensystem ist die Höhe des Tones festgelegt; durch die
Form des Tonzeichens wird uns seine Dauer
bermittelt. Halten wir uns sofort an geläufige Bilder und
siehmen als häufigste Form die Viertel-Note an

Beispiel 8a). Eine einfache Rechnung sagt uns, daß die
dalbe-Note (8p) nocheinmal so lang, die Ganze—
Rote (80) viermal so lang sein muß als die Viertel-Note;
die Achtel-Note (8d) dagegen nur die ihe die
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nacht. Nun spielt dabei eine zweite Frage eine sehr
vichtige Rolle: der Takt; der die Gliederung einer
Tonreihe in gleiche Zeitabschnitte bedeutet, und auf dem

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4.

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