Full text : 6.1928-1929 (0006)

Seite 109 0He

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ächertisch.

„Zeitschrift für Musik“, Monatsschrift für eine geistige
Erneuerung der deutschen Musik. Hauptschriftleiter: Dr.
Alfred Heuß. Steingräber-Verlag, Leipzig. Juniheft 1928.
dereis 1,50 RM. Abonnementspreis vierteljährlich 4RM.
Boethes „Der Gott und die Bajadere“, eine verkannte
Jugendballade Framsz Schuberts, bildet den Gegen—
tand einer anachtischen Untersuchung von Dr. A. Heuß,
der, wie es kaum an einem anderen Beispiel möglich ist,
dem Leser einen Begriff von den außerordentlichen geistigen
Qualitäten des jungen Schubert gibt. Der Untersuchung
ist die Ballade vollständig beigegeben, wie überhaupt die
Musikbeilagen dieser Zeitschrift für den Leser immer eine
hesonders wertvolle Gabe bedeuten (s. auch das wunder—
chöne schottische Volkslied von Jos. Haydn aus der im
Steingräber-Verlag erschienenen Sammlung). Weitere Ar—
tikel bringen eine Fülle des Interessanten: So berichtet
Itto Redlich von Aufsehen erregenden Entdeckungen
über die Herkunft der Fämilie von Beethovenz
Jon Leifs beendet seinen für Instrumental-Musiker und
Dirigenten wichtigen Aufsatz über Grundlagen klassi—
scher Interpretation; rnr Matzke setzt sich mit
Lorenz' viel diskutierter abendländischer Musikgeschichte im
Rhythmus der Generationen auseinander. Man liest ferner
zinen ausführlichen Bericht über das sensationelle erste
deutsche Orchesterkonzert ohne Dirigenten, eine
östliche bayerische Parodie auf Wagners Nibelungenring,
Wissenswertes über Unterrichtswesen, zeitgemäße Streif—
ichter u. a. Berichte aus fast allen größeren Weltstädten
sowie über Uraufführungen, ferner kleine Abhandlungen
über Neuerscheinungen, nicht zuletzt die Bildbeilage — sie
bringt eine gut getroffene Photographie Arnold Scherings,
des neuen Ordinarius für Musikwissenschaft an der Ber—
iner Universität und Nachfolger Hermann Aberts, ferner
das Berliner Opernhaus vor und nach dem Umbau —
und der weitverzweigte Nachrichtenteil geben der Zeitschrift
hei bestimmtester Zielrichtung jene Vielseitigkeit, die sie
3 den deutschen Fachblättern als einzigartig erscheinen
äßt.

Lärm zurück zur Heimat der innig tiesen, männbdich starken
Vobksfeele führen. Der Rembrandtdeutsche und sein Gehilfe
veisen uns in diesem Werke auf einen solchen Führer hin:
auf den großen Dürer. Dieses Werk wird in der Liebe
dieler bleiben. In ihm lebt der ganze Dürer. Als Mahner
und Vorbild für uns im Denken und Handeln, als Künstler
und Mensch. Der Rembrandtdeutsche und sein Gehilfe
Prechen hier Wahrheiten aus, kraftvoll, wie Dürer sie
zesagt und künstlerisch gestaltet hat. Auch in der Aus
tattung bietet das Wich Außergewöhnliches. Ein vorzüg—
liches Kupferdruckverfahren gibt den Charakter der Dürer—
Werke trefflich wieder: kräftig und mächtig, lichtvoll mit
ernigen Schatten. Die glückliche Auswahl und Anordnung
»er Bilder zaubern Dürers Leben, Denken und Schaffen
inmittelbar vor die Seele als ein einheitliches lebensvolles
Banzes. Dürer „hat acht auf die Gassen und sieht nach
den Sternen“. Dies tut den Modernen so not, wenn sie
den Weg zum Volksganzen, den Weg in die urdeutsche
und urchristliche Heimat wieder finden wollen. Und diesen
Weg weist dieses Buch. Das gerade ist der Sondercharakter
dieser Dürerveröffentlichung: sie ist wirkliches farbiges
deben, mit einem großen Zug nach dem Ewigen! Dürer
elber steht hier vor uns.

Der Eiserne Hammer, Karl Robert Langewiesche, König—
stein im Taunus, bekannt durch seine auf hoher Warkte
tehenden „Blauen Bücher“, bringt entzückende und dabei
iberaus wohlfeile Heftchen heraus, die jede gute Buch—
dandlung gern, zur, Ansicht vorlegt. Wir nennen heute
Meister Albrecht Dürer (1,20 Mk.) mit knapper,
trefflicher Einführung und erstklassigen, meist farbigen
dunstdruckwiedergaben der bedeutendsten Schöpfungen des
zroßen Nuürnbergers, Der Kölner Dom (0,90 Mk.) in
32 Bildern des Gesamtwerkes und seiner Teile, von
Lilhelm Pinder sachkundig eingeleitet, und Deutsche
Ströme in schönen Bildern, ein Gedächtnisbuch von
seelenvollen Wandern und Reisen am Rhein, Donau,
Weser, Elbe, Oder und Weichsel. Meister haben alle diese
harakteristischen, zum Gemüte sprechenden Landschafts—
zenerien ausgeschnitten, sich und uns zu Erhebung und
Senuß. Uebrigens habe ich in meiner Anstalt über hundert
Fremplare des Dürerbuches den Schülern in die Hand
zegeben, und ich mache deshalb auf den verbilligten Partie—
zezug, den jede Buchhandlung vermittelt, nachdrücklich auf—
and um Vereinsvorständen und Schulmännern da
durch Anregung zur Nacheiferung zu geben!
Deutsche Gedenk⸗ und Weihestätten, ein Bilderwerk mit
zinem Vorwort von Borries Freiherrn von Münchhausen
J. F. Lehmanns Verlag, München. Preis 4 Mk, gebd.
5 Mk. Der bekannte Dichter hat diesem Werke, das be—
deutsame Stätten, die gute und große Deutsche Menschen
zetreten und geweiht haben, ein von hohem vaterländischen
Z„zchwung getragenes Geleitwort gegeben. Und dann treten
ie alle vor unser Auge, in trefflichen, in knappen Unter—
schriften erklärten Bildern: Das Hermannsdenkmal im
Teutoburger Wald, das Münster zu Aachen, Speyer, Kloster
dorch, der Dom zu Quedlinburg und Worms, die Kaiser—
afalz zu Goslar, der Hohenstaufen, Kyffhäuser und die
Wartburg. Und so wird das Werk ein Spiegel deutschen
Werdens, Ringens, Aufstiegs, Zusammenbruchs und
deutscher Wiedergeburt aus tiefster Not. Die Marienburg,
Riga, Estland, Siebenbürgen, Prag, Wien, Tirol, Ma—
uren und Elsaß sind nicht vergessen! Niemand wird ohne
derzenserhebung durch diese Ruhmeshalle schreiten, die
d eindringlich deutsches Schicksal vergegenwärtigt. Wir
wünschen dem Werk viele Freunde!
Eine Kunstreise auf dem Rhein, 1. Teil von Mainz
dis Koblenz (1. und 2. Auflage vergriffen), 2. Teil von
Koblenz bis Bonn, 3. Teil von Bonn bis Köln, 4. Teil
bon Köln bis zur holländischen Grenze. Für den Rheini—
schen Verein für Denkmalpflege und Heimaätschutz bearbeitet
oon Richard Klapheck, Verlag des Vereins, Druck von
8. Schwann, Düsseldorf. Preis je 6 RM., für Mitglieder
1RM. — Immer wieder führen uns Sängerfahrten zu
dem, deutschesten unserer Ströme, zum Rhein. Hier ist
Weisung geboten, seines Reichtums ganz bewußt zu werden
Es ist ein Berufener. der uns in diesen glänzend illu—

Weimar, Prof. D. Gottfried, Der Rhythmus in Musik,
Poesie und Lied, speziell im Kirchenlied. Langensalze, Her—
nann Beyer K Söhne (Beyer K Mann). Preis 2,10 RM.
Der Verfasser hat schon mehrere Werke herausgegeben
über Kirchengesang und Kirchengesangverein, Choralrhyth—
mus, Erleichterung des Notensingens usw. Dieses Werk—
das auf alle Arten der Rhythmus eingehend Rücksicht
rimmt, auch durch Notenbeispiele sehr belebt wird, ist
allen denen, die sich mit, Fragen des Rhythmus ab⸗—
en. zu empfehlen. Das Büchlein formuliert im ersten
Teil in knappen, klaren Sätzen alle Erscheinungen auf
ehythmischem Gebiet in Poesie und Musik. Es bringt dann
im zweiten Teil die Anwendungen der rhythmischen Mög—
lichketten in Volks- und Kirchenlied. Das vielumstrittene
Kapitel: „rhythmischer Choral“ ist an Hand vieler Beispiele
treffslich angeführt. Das Büchlein wird in der Literatur
über das schwierige Problem „Rhythmus“ einen ersten
Platz einnehmen.

Albrecht Dürer, Gott und Welt, Randzeichnungen aus
dem Gebetbuche des Kaisers Maximilian, mit der aus—
ührlichen Besprechung von J. W. von Goethe. Verlag von
Fritz Heyder in Berlin-Zehlendorf. Mit dieser Ausgabe,
die in technischer Vollendung eine Zusammenstellung der
kür einen weiteren Kreis wertvollsten Zeichnungen des
Maximiliangebetbuches Dürers darbietet, hat sich der Ver—
lag ein Verdienst erworben. Freudig muß es begrüßt
verden, daß an Stelle des lateinischen Gebetbuches Goethes
herühmte Erklärung Platz gefunden hat. Das überaus
reizvolle Heft behält seinen Wert über das Jubiläums—
zahr Dürers hinaus!
Inan Langbehn und Momme Nissen, Dürer als
Führer vom Rembrandtdeutschen und seinem Gehilfen. Mit
einem Brief von Hans Thonia an Momme Nissfen. Groß—
—B
249 RM. Verlag Joseph Müller, München 283. Das deutsche
VBolk sucht seine Seele wieder. Und es sieht sich wieder nach
Führern um, die uns Modemenschen aus dem Mechanismus
des Alltags mit seinem ermüdenden Einerlei und leeren
            
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