A
l Saar⸗Sanger⸗-Bund Is.
Nr.
Bustav Ballhaus in Völklingen unter dem kunstliebenden
Publikum einen Stamm von Besuchern anzuziehen, der
bei keiner Veranstaltung der „Flora-Sangeslust“ fehlt.
Die Darbietungen des 100 Sänger starken Chores waren,
wie nicht anders zu erwarten, mustergültig. Der Chor be—
sitzt erfreulicherweise eine große Anzahl von Jungsängern,
die erst im letzten Halbjahr in den Verein eintraten. Sämt—
liche Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall aufge—
sommen und zwangen den Verein am Schluß zu einer
Zugabe. Auch die Instrumentalvorträge der allbeliebten
Werkskapelle ernteten stürmischen Applaus. Der Abend
var ein voller Erfolg für den aufstrebenden Verein.
Birkenfeld stand soeben im Zeichen von Sang und Klang.
Die von Musikdirektor Brecher geleiteten Gesangvereine
„Saargold“ Saarbrücken, „Liedertafel“ Wehrden, sowie der
M.-G.-V. Schiffweiler statteten dem hiesigen, gleichfalls
unter Brechers Leitung stehenden „Männergesangverein“
einen Besuch ab. Als die Gäste mit dem Vormittagszug
eintrafen, wurden sie vom hiesigen Verein mit dem Nahe—
ängerspruch begrüßt, sie dankten mit dem Saarsängerspruch,
um dann vereint den deutschen Sängerspruch erklingen zu
assen. Den Höhepunkt des ganzen Zusammenseins bildete
die machtvolle Kundgebung auf dem Kirchplatze. Hier über—
mütvollen Text war für das Ganze ein schöner Abschluß,
zrachte es doch im Gesang zum Ausdruck, was mitschwingend
die Seele eines jeden Mitwirkenden stark und tief empfand.
Der Nachmittag führte die Dn eeseen hinauf zur alten
Burg, wo noch manches schöne Lied zum sommerlichen
Himmel drang. Den Abend verbrachten die Sänger in den
derschiedensten Gaststätten der Stadt, und sie waren zuletzt
noch im Holderbaumschen Saalbau vereint. Mit dem ersten
Frühzug verließen die Gäste das schöne Birkenfeld.
Gau Warndt.
Ein regenschwerer Tag hob an, als am Himmelfahrtstage
ich etwa 50 Sänger des M.GeV. St. Johanner Sänger—
hund am Bahnhof trafen, um das gegebene Versprechen,
ich am ersten Liedertag des Warndigaues zu beteiligen,
ꝛinzulösen. Der Plan des ursprünglichen Reisewegs über
Bous, Wadgassen, Differten, Warndtwald, Lauterbach mußte
totgedrungen aufgegeben werden. Um 1 Uhr trafen sich
die Gäste in Lauterbach mit den dortigen Sangesbrüdern.
Noch zwei Lieder zum Abschied gesungen, dann marschierte
der etwa 250 Mann starke Zug unter Vorantritt einer Kapelle
nach St. Nikolaus. Der Wettergott scheint Einsehen mit der
Sängerschar zu haben. Frau Sonne wagt sich aus den
Saarsänger auf dem Sängertag in Birkenfeld.
brachte Stadtbürgermeister Ruppenthal den Willkommengruß
der Stadt. Er gedachte der uralten wirtschaftlichen und
amiliären, der geistigen und kulturellen Verbindungen des
Birkenfelder Landes mit dem Saargebiet, pries das deutsche
Lied als bewährtes und hervorragendes Mittel zur Pflege
des deutschen Einheitsgedankens, schließend mit der Hoff—
nung, daß bald der Tag erscheinen wird, an dem das nun
durch allerlei Schranken vom heiligen Mutterboden ge—
trennte Land mit diesem wieder vereinigt werde. Brausend
klang das begeistert aufgenommene Hoch auf das Saargebiet
und das deuütsche Vaterland über den weiten, von einer
erwartungsvollen Menschenmenge gefüllten Platz dahin. Und
dann setzte der Gesang der vereinigten vier Chöre ein,
Musikdirektor Brecher eröffnete die Feier mit dem ge—
valtigen „Heilig, hetlig, heilig“ aus der deutschen Messe von
Schubert. Es ist ja immer ein kühnes Unterfangen, ver—
schiedene Vereine zu einem Gesamtchor zu verbinden. Aber
das oft gesuchte, keineswegs immer gefundene „seelische
Ineins“ ist dann eher zu erreichen, wenn die Sänger an
die Stabführung ihres Chormeisters gewöhnt sind und
seiner vertrauten Führung folgen. So war es auch hier.
So kam, sowohl der Eröffnungschor wie das Brucknersche
„Trösterin Musik“ zum wuchtigen, klangvollen Vortrag, und
das schlichte Volkslied „Kein schöner Land“ mit seinem ge—
Wolken hervor. Hinein geht es wieder in die blühende
Welt. Karlsbrunn, das idhllisch gelegene, wird erreicht.
Nur noch wenige Minuten sind es bis zum Ziele. Jedoch
chneller als unsere Schritte waren der Wolken sich öffnende
Schleusen. Ein kurzer, aber kräftiger Regen läßt die Sänger
schneller ausschreiten. Und nun hinein nach St. Nikoldus
in den Konzertsaal. Der Bayardsche Saal ist schnell von den
ehn teilnehmenden Vereinen gefüllt. Der Gauvorsitzende
Berwanger begrüßt die Erschienenen und eröffnet das
donzert. Er weist hin auf die gewaltige Bedeutung des
diedes für unser ganzes Volk und bittet die Eltern, ihre
rwachsenen Buben und Mädchen in die Gesangvereine zu
chicken. Unter Leitung des Gauchormeisters Latwein er—
lingt der Deutsche Sängergruß. Der Vertreter des Saar—
Zänger-Bundes, Fritz Grebe, überbringt die Grüße des
Bundesvorstandes. Er wünscht dem neuen Gau ein Erfassen
ämtlicher Vereine innerhalb des Warndts und verweist auf
die Wahrheit des Satzes „Einigkeit macht stark!“. Er
bezeichnet Franz Schubert als den Sänger unseres Volkes
and wirbt für das deutsche Volkslied. Der M.«G.«V. St. Jo—
zanner Sängerbund eröffnet unter der Leitung Georg
ditzelbergers die Vortragsfolge mit „Die Nacht“ und „Liebe“
»on Franz Schubert. „Frohsinn“ Emmersweiler singt unter
Ballas „Heimatsehnen“ von Jüngst und „Der Wanders