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Saar⸗Sanger⸗Vund
Nr.
an die teilnehmenden Vereine für die sehr guten Leistungen. Er
hob hervor, daß sich der Gau bedeutend emporgeschwungen habe
und daß er bei seinem jetzigen Stand vor keinem anderen
Saargau zurückzutreten brauche. Den weniger guten Vereinen
riet oͤr, sich die anderen Vereine als Vorbild zu nehmen, da sie
nur durch Anhören guter Vereine zu ihrem,e Ziele gelangen
könnten. Von großer“ Bedeutung waren die Belehrungen des
Wertungsrichters an die Dirigenten, die nach dem Singen
crfolgten. Die Vorträge wurden näher behandelt und bis ins
kleinsite besprochen und Winke für Ton- und Lautbildung sowie
für die Aussprache gegeben. Einzelnen Dirigenten riet er, nicht
an allzu schwere Chöre heranzutreten, die ja doch nur große
Arbeit und viel Zeit in Anspruch nehmen. Hierbei betonte er
nochmals, daß der Gau Hervorragendes geleistet hätte und daß
ihm dieses Singen nicht als Gesangstunde, sondern als Konzert—
stunde erschienen sei. Dieses Werktungssingen bewies wieder so
recht, daß in derartigen Singen der Weg zu hohen Zielen
gefuünden sei. Dem MiG.V. „Concordia“ Bous sei Hiermit
für die herrliche Ausschmückung des Saales von seiten des
Gaues bestens gedankt. W.
'olgten am Pfingst-Sonntag gemeinsamer Kirchgang und
ein ftark. besüchtes Sonderkonzert der geladenen Vereine,
die ausnahmslos ihr Bestes boten (M.—G.«V. Liederkrunz
Bous, unter Lorscheider; M.⸗G.“V. Germania Derlen,
unter Weiland; Männer-Quartett Wallerfangen, unter
Ballhaus; Ges. der Sangesfreunde Gersweiler, unter
zorn; Flora-Sangeslust Völklingen, unter Ballhaus; Post—
sesangvyerein Saarbrücken, unter Rodermann; Fidelio
Püttlingen, unter Jung: Germania Lisdorf, unter Schulden:
Fintracht Dillingen, üunter Rektenwald; Eintracht Völk—
ingen, unter Eich; Sänger-Vereinigung Lisdorf, unter
Rektenwald: Gesangs-Abteilung des Turnvereins Pütt—
ingen, unter Schmitt, und Kath. Kirchenchor, unter
Morbe). Die Darbietungen standen auf einer außerordent—
ichen künstlerischen Höhe. Nachmittags fand unter klin
jendem Spiel und flatternden Fahnen ein imposanter Fest—
zug zu den Gartenanlagen Himber statt, woselbst weitere
onzertliche Darbietungen mit dankbarem Beifall entgegen—
jenommen wurden. Herr Kropp überbrachte hier die Grüße
zes Bundes. Auf dem Festabend im „Luxemburger Hof“
überbrachte Bundesschriftführer Stein Glückwünsche und
Brüße des Bundes und verbreitete sich über die Bedeutung
der Männergesangvereine der Volksgemeinschaft und der
sunst gegenüͤber. Dank und Anerkennung zollte er dem
rührigen Vorstand, dem so überaus erfsolgreichen Chor—
neister Ballhaus und den liedbegeisterten Sängern der
Toncordia. In eindrucksvoller Rede kennzeichnete Landrat
Dr. Arweiler die nationale und kulturelle Mission der
Nännergesangvereine. Bürgermeister Ney überbrachte den
Blückwunsch der Gemeinde. Zahlreiche Vereine entboten
Brüße und Gaben. Möchte der treffliche Verein auch
veiterhin in der aufsteigenden Linie bleiben. Glück auf'
S.
M.⸗G.⸗V. Conecordia Vous veranstaltete Pfingsten im
prachtvollen Festsaal des Luxemburger Hofes sein 25jähr.
Stiftungsfest. Landrat Dr. Arweiler hatte das Protektorat
übernommen. Eine trefflich redigierte Festschrift, die sich
nicht nur mit dem Vereinsleben in Vergangenheit und
Gegenwart, sondern auch mit der Ortsgeschichte beschäftigt,
wird allen Festteilnehmern eine wertvolle Erinnerung sein.
Die Gründer Nik. Jakob, Karl Gerber, Peter März und
Peter Grieß wurden mit der Ehrenmitgliedschaft des
Vereins ausgezeichnet. Dem als Auftakt gedachten Be—
grüßungskonzert am Pfingst-Samstag, das von der be
kannten künstlerischen Höhe des Vereins Zeugnis ablegte
VB0om
Büscchertisech.
Almanach der deutschen Musikbücherei auf das Jahr 1927
„Beethoven““, herausgegeben von Gustav Bosse, Verlag
Gustav Bosse, Regensburg. — Wenn etwas geeignet ist,
den inneren Ertrag des Beethovenjahres zusammenzufassen
und für die Zukunft lebendig zu erhalten, so dieser mit Meister
hand zusammengestellte Beethoven-Almanach. Es ist ein Beet
hoven⸗Brevier von außerordentlicher Tiefe. Aus allen Zeiten bis
zur Gegenwart ist zusammengetragen, was die Besten und
Reifsten über den Meister gedacht haben. Dem packenden Auf—
takt literarischer und musikalischer Huldigung des Großen durch
Alexander Kastner, Hans Teßmer, Siegmund von Hausegger
und Hans Watzlik folgen „Beethoveniana“ von Peter Cornelius
Bettina Brentano (an Goethe) und von Franz Grillparzer
Der zweite Teil ist dem „Werk“ gewidmet, beschreibend, beschau—
lich, kritisch. Man vertiefe sich einmal in den tiefausholenden
Aufsatz Riehls „Die beiden Beethopven“, und man hat den
ganzen Beethoven mit seiner unausdenklichen Fülle. Sie alle
geben sich am Werke des Gewaltigen ein Stelldichein: Prof
Dr. Guido Adler, Prof. Dr. Hans Joachim Moser, Prof
Dr. Ludwig Schiedermair, Dr. Karl Kobald, Wien, Prof.
Dr. Adolf Sandberger, Prof. Dr. Hermann Abert u. v. a., dazu
natürlich auch Rich. Wagner und E. T. A. Hoffmann. Daun
kommen die Maler und Dichter zu Wort, unter ihnen Prof.
Wildermann, Lyser, Söhle, Matthiesen. Die Ausstattung, ganz
besonders auch die illustrative durch Prof. Wildermann, ent—
spricht dem bleibenden inneren Werte des Buches
Auf freier Straße (Landsknechtslieder, Wandergesellenlieder), Aus
alten Tagen (religiös. und weltl. Sage), Alleweil lustig (Scherz—
ieder), Stand und Bund EGtände-, Berufslieder), Viel schöner
Blümelein (Jahres-, Tageszeiten), Alles um Liebe (Liebes Leid
und Freud) und Eia Weihnacht (eine außerordentlich umfang—
ceiche und wertvolle Sammlung von Weihnachtsliedern). Alles
n Allem: Jödes Musikantenlieder müssen Heimatrecht bekom—
nen in Haus, Schule und Verein! Die wandernde Judgend wird
dafür schon sorgen!
Locheimer Liederbuch, Volksausgabe, neudeutsche Fassung von
darl Escher, Bearbeitung der Melodien von Walter Lott,
Wölbing-Verlag Berlin W. 15. Preis in Ganzleinen 3,60 RM
— Man muß der Verlagsbuchhandlung Dank wissen, daß sie
die berühmte Liederhandschrift aus dein 15. Jahrhundert, die
hisher nur in ihrer prachtvollen Faksimile-Ausgabe den öffent—
lichen Büchereien und den Besitzenden zugänglich war, nun in
dieser vortrefflich ausgestatteten Volksausgabe wahrhaft in die
dreise des Volkes getragen hat. Wer sollte sich über diese
dexte und musikkritisch wertvolle Ausgabe mehr freuen als
vir Sänger und Chorimeister, denen die Pflege des Volksliedes
ganz besonders am Herzen liegt. Die neudeutsche Uebertragung
zieser entzückenden altdeutschen Liebeslieder hat einen ungeahnten
iterarischen Schatz wieder ans Licht gebraͤcht. Die Melodien
welche in dieser Ausgabe zum ersten Mäl so dargeboten werden.,
daß sie ohne weiteres gesungen und begleitet werden können,
verden sicherlich, was sie bereits vor 500 Jahren waren, wieder
deutsches Volksgut werden. Die innigen Volksweisen, die das
Locheimer Liederbuch vor der Vergefsenheit bewahrt hat, bie
etzt allerdings in einer Form, die sich nur dem Musikwissen—
haftler erschloß, werden in dieser Ausgabe so dargeboten, daß
ie in unverblaßter Schönheit neu und' leicht erklingen können
S0. ist die neue Fassung der Liederhandschrift eine wertvolle
Anhe sowohl für den Literaturfreund als auch für den Musif
siebßoher
Musikantenlieder für Schule und Haus, herausgegeben von
Fritz Jöde (Gesamtausgabe), Georg Kallmeyer Verlag, Wolsenbüttel.
Preis geb. 550 RM. — Seit Jahren sieht Fritz
Jöde als Führer der singenden Jugend mit an erster Stelle
Als Ertrag seiner verdienstvollen fleißigen Arbeit liegt nun diese
trefflich ausgestattete Gesamtausgabe der „Musikantenlieder“ vor
sorgfältig gesichtet, mit allen wünschenswerten literarischen und
musikalischen Angaben versehen, in einstimmigem Saätz. So
wird die gesamte liederfrohe Jugend aller Kreise mut dem
besten Volksliedgut versehen, das bis jetzt ans Tageslicht
gehoben wurde. Für die Musikantengilden besorgt der Anhang
Anweisung für mehrstimmigen Satz und Instrumentalbegleitung.
Es ist ein ungeheuerer Reichtum, der sich da vor uns auftut!
Die verschiedenen Abteilungen des Werkes — sinnig mit köst—
lichem Bildschmuck eingeführt — sind: Ueber dem Alltag (reli—
giöses Volkslied), Kindelein zart (Kinderspiele und Kindetliederd.
Richard Wagner: Beethoven. Reclams Universal-Biblio
hek Nr, 6750. Heft 40 Pf. Band 80 Pf. Richard Wag
ners „Beethoven“ war eine Festschrift zur Feier der hun—
dertsten Wiederkehr von Beethovens Geburtstag (16. De—
zember 1870. Sie ist keine geschichtliche Darstellung, son—
dern eine kongeniale Einfühlung in den Geist des großen
Meisters. Am Anfang und am Ende sind drei Leitsätze her—
orgehoben: ein Beitrag zur Philosophie der Mufit ine