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Saar-Singer-Bund
il Nr. 4
Im Sängerheim Ludwigspark hielt der Gau Saarbrücken am
23. Apritk einen außerordentlich stark besuchten Gautag ab, den
Männerchor e. V. Saarbrücken unter dem Stabe seines Diri—
genten Schrimpf mit prachtvoll zu Gehör gebrachten Chören
verschönte. Der stellvertretende Gauvorsitzende Simons eröffnete
den Gautag, begrüßte aufs herzlichste alle Erschienenen, nament—
lich auch die sämtlich anwesenden Herren des Bundesvorstandes,
und leitete die Verhandlungen. Die Niederschrift des letzten
Gautages fand einstimmige Cenehmigung. Simons berichtet über
den Bundestag in Homburg und gibt die gefaßten Beschlüsse
bekanut. Sangesbruder Weisgerber regt an, daß in Zukunft
bei den Bundestagen die Saalfrage besser gelöst werden solle
Der 1. Bundesvorsitzende ertlärt, daß der Bundesvorstand diese
Angelegenheit bereits ins Auge gefaßt habe. Der Gautag wählt
nach kurzer Aussprache den Bundeschormeister Schrimpf ein—
stimmig zum Gauchormeister, als seinen Stellvertreter Georg
Hitzelberger. Die in der Tagesordnung angekündigte Inter—
pellation des MeGeV. „Liederkranz“ fand nach längerer Aus—
sprache ihre Erledigung dahin, daß zunächst der Bundesvorstand
mit dieser Angelegenheit beschäftigt werden soll. Simons be
richtet über das letzte Gaukonzert und rügt die schlechte Be—
teiligung seitens der Gaubereine. Schrimpf gibt in kurzen
Zügen die Umrisse des Gaufestes am 3. Juli bekannt und
bittet, die weitere Ausgestaltung den Dirigenten zu übertragen
Schulrat Bongard erwähnt, daß der große Zeichensaal im
Wehyersberg-Schulhaus Mitte des Sommers für die Burbacher
Vereine freigegeben ist. Die in Frage kommenden Vereine wollen
sich bald an die Schulverwaltung wenden. leber die Klavier—
frage schlägt Bongard dem MG.V. „Sängerkreis-Eintracht“
vor, sich demnächst zu erklären, ob der Verein gewillt ist,
auch den anderen Vereinen den Flügel zur Verfügung zu stellen,
bis die Beschaffung eines Instrumentes durch den Gau gelöst
ist. Simons verliest den Aufnahme-Antrag des M.-G.V. „Saar—
zold“ in den Saarsängerbund und eine Erklärung der Gesang—
Vereine St. Johanner Sängerbund, „Liedertgsel“, „Sängerlust“
und „Rheingold“, dazu, aus welcher hervorgelt, daß dieste
Vereine gegen die Aufnahme des M.G.-V. „Saargold“ nichts
einzuwenden haben. Die Abstimmung über den Auñtrag ergab
einstimmig die Aufnahme des MaGV. „Saargold“ in den
Saar-Sänger-Bund. Schrimpf bittet die Gautagung, für das
erste Bundessingen am 8. Mai 1928 zu werben. Nach Absingen
des Deutschen Sängergrußes schloß der zweite Gauvorsitzende
die Gautaqung, au der 36 Vereine teilgenommen hatten.
A. B
über Brebach nach Heringsmühle, wo Rast gemacht wurde.
Nun gings weiter durch das Fischbachtal und den schönen
Pfälzer Wald. Viele Teilnehmer, welche diese Gegend
roch nicht kannten, waren sehr erstaunt über die länd—
schaftlichen Schönheiten dieses Teiles unserer Saarheimat.
Begen 12 Uhr marschierten wir in Ensheim ein. Im
Basthaus Bläs trafen wir mit dem „Liederkranz“ zu—
ammen. Bald herrschte eine gemütliche Stimmung. Be—
zrüßungsansprachen, Liedervorträge und Musikstücke lösten
inander ab. Auch die Tanzlustigen kamen auf ihre Rech—
tung. So nahte denn viel zu schnell die Abschiedsstunde.
In geschlossenem Zuge marschierten „Liederkränzler“ und
„Frohsinnler“ bis zum Ausgang des Ortes, wo vor dem
Auseinandergehen noch der Saarsängergruß gesungen wurde.
Wir trennten uns mit dem Bewußtsein, nicht nur eine
schöne Gegend besucht, sondern auch mit echten und treuen
Sangesbrüdern enge Beziehungen geknüpft zu haben.
L.
Der Gedanke eines größeren Zusammenschlusses der Männer—
höre zur Pflege des deutschen Liedes setzt sich immer mehr
urch. Auch auf dem Lande ist man eifrig bemüht, in dieser
Richtung mit, Ernst und Eifer zu arbeiten. Die Sänger—
vrreinigung „Eintracht Saur“, bestehend aus den Gesangvereinen
„Konkordia“ Altenkessel, „Eintracht“ Rockershausen und Sänger—
bund Klarenthal, veranstaltete vor dichtgefülltem Hause sein
rstes Konzert, dem nachstehender Gedanke zugrunde gelegt war:
Menschliches Elend und menschlicher Kummer werden überdeckt
urch die Ruhe und Stille der Nacht. Die göttliche Allmacht
ritt in Erscheinung durch die Millionenwelt der Sterne am
dimmelsbogen. Frisch erscheint im ewigen Weltenlauf der tau—
rische Morgen. Ein fröhlicher Wandertag liegt vor uüͤns. Man
eobachtet Naturstille, begegnet frohen Menschen, Gemeinschaften
verden geschlossen. Bei Wein und Gesang endet der Tag mit
herzlichen Mahnworten an die übermütige Maid. —“ Das
Lehörte stand über dem Durchschnitt und war ein Erlebnis für
ille Zuhörer. Der 150 Mann starle Chor unter Leitung des
Lhormeisters Schulleiter Gutensohn verfügt über ein ausgiebiges
Stimmenmaterial, das leicht alle tonlichen Schwierigkeiten und
»ynamischen Schattierungen überwindet. So war es möglich,
n Curtis „Hoch empor“ vom zarten Piano zum stärksten
Forte anzuschwellen. Aeußerst zart wurde „Die Rose stand im
Tau“ von Schumann vorgetragen. Es kamen nur wertvolle
Chöre und Lieder zum Vorkrag, die sämtlich äußerst stimmungs—
»oll wiedergegehen wurden. Ganz hervorragend waren auch die
deistungen des Streichquartetts „Neuheusel“, Mitglied des Stadt
heatexrs. Die beiden Streichquartet!e in C-Moll'von Beethoven
and G-Moll von Ed. Grieg machten gewaltigen Eindruck, ein
Beweis, daß sich auch außerhalb der Stadtgrenze das Bedürsnis
für klassische Musik geltend macht. Hoffen wir, daß die be—
achtenswerte Aufwärtsbewegung der Vereinigung befruchtend auf
den gesamten Männergesang an der Saart wirken miöge.
GBG. 3.
Gau Squrlouis.
Die Sänger-Vereinigung „Loreley — Viktoria“ Saar—⸗
brücken 5 feierte am 8. Mai ihr 28. Stiftungsfest. Der
gute Besuch der Veranstaltung bezeugte das rege Interefsse,
welches die Mitglieder dem Verein entgegenbringen. Der
Bundesvorsitzende, Stadtschulrat Bongard, welcher mit dem
Bundeschormeister Schrimpf als Vertreter des Bundes zu⸗
gegen war, richtete an die Versammelten warme und de—
herzigenswerte Worte, die unbedingt auf fruchtbaren Boden
fielen. An dieser Stelle sei den beiden Herrn nochmals
herzlichst dafür gedankt, daß sie, und der 8. Gauschrift—
führer Schulz, welcher die besten Glückwünsche des Gaues
überbrachte, uns durch ihre Anwesenheit erfreuten. die
gesanglichen Darbietungen bekundeten einen gewaltigen
Fortschritt, den der Verein unter Leitung des rührigen
Chormeisters Bloch genommen hat. Ein Sologesang, so—
wie ein humoristisches Quartett schufen einen schönen üeber—
gang zum gemütlichen Teil des Abends.
Den diesjährigen Sommerausflug machte der M.⸗G.⸗V.
„Frohsinn Saarbrücken 1 von 1893* nach Ensheim. Es
galt, daselbst dem M.-G.⸗V. „Liederkranz“ einen Besuch
abzustatten. Begünstigt vom schönsten Sommerwetter ver—
sammelte sich Christi-Himmelfahrt gegen 8 Uhr morgens
eine stattliche Zahl aktiver und inaktiver Mitglieder mit
ihren Angehörigen am Probelokal kath. Vereinshaus. Von
hier aus erfolgte der Abmarsch unter Voranteitt einer
Musikkavelle und eines Trommlerkorps. Der Weg führte
Der Mänuergesangverein „Liederkranz“ Saarlouis 2
zrachte sein erstes Vokal- und Instrumental-Konzert heraus.
Dazu waren gewonnen der MG.-V. „Eintracht“ und die
Konzertgesellschaft“, beide aus Schwalbach. Das gut ge—
vählte Programm wies Kompositionen von Ballace,
Sonnet, R. Wagner, A. Büchse, Cursch-Büren, Menzel.
Sturm, Fr. Schuler, J. Schwarz, O.Waldmeisier, J.
Brahms, G. Angerer und Fleischer auf. Durch den Vor—
trag der Ouverküre zur Oper „Maritano“ von Wallece
lernten wir in der Konzertgesellschaft Schwalbach ein
Ensemble von beachtlicher Leistungsfähigkeit kennen. Daß
der Leiter Fr. Teye ein ausgezeichneter Geiger, nur beste
künstlerische Kräfte zur Seite hat, konnten wir unter
inderem auch bei der Wiedergabe der Romanze „Süßes
Zehnen“ von Menzel an dem exakten Cello- und Flöten—
—
Oftweiler Bier das