Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 4 Saar⸗Sänger⸗Bunnd l Seite 77
allgemeinen in ihren Leistungen für gleichwertig, und sie liche Gutachten, sind besonders wertvoll. Sie können in
genießen daher auch gleiches Ansehen. TDa kommt der un- den Vereinen besprochen werden und so eine nachhaltige
barmherzige Wertungszettel und schiebt sich trennend und Wirkung ausüben. Unsere Vereine sollen vorwärts und
wohl gar zersetzend dazwischen. Und welche Konflikte können aufwärts streben, in klaͤrer Erkenntnis ihrer Einzel- und
sich gar ergeben, wenn ein Chormeister mit mehreren Bundesaufgaben. Dazu soll es aber nicht der künstlichen
Vereinen auftreten muß! Darum sort mit dem Punktier- Antriebe durch Erfolge im Wettsingen bedürfen, sondern
system und der Rangliste. Begnügen wir uns mit der ein- die waäahre Liebe zum deutschen diede, echte Sangesbrüder⸗
faͤchen Beurteilung, der Leistungen durch hervorragende lichkeit und Bundestreue sollen ihnen Richtung geben und
Führer auf dem Gebiete des Männergesangs. Schrift— hnen Leitstern sein.“ H. Spaemann.

M— ie unendlich viel Arbeit im Dienste am deutschen Liede
D im stillen Probelokal und im beschränkteren Maße
auf der Vortragsbühne von den Chorvereinigungen geleisten
wird, ist des öfteren an dieser Stelle gewürdigt worden.
Daß die breitere Oeffentlichkeit verhältnismäßig wenig Anteil!
an dieser bedeutsamen Bewegung genommen hat, mag nicht
allzusehr Wunder nehmen, wenn man den Umstand in Be—
tracht zieht, daß die Art der Ausführung ihrer Aufgaben
sie in geschlossene Räume verweist. Sie will aber dem
Volke dienen — deshalb muß sie zum Volke
gehen. In diesem Sinne bereitet der Gau Saarbrücken
für Sonntag, den 10. Juli sein erstes Gaufest
vor, das in seinen Rahmen die Fahnenweihe eines Bundes—
vercines einschließt. Ein Festzug soll die Gesamtteilnehmer
von etwa 1300 Sängern vom Landwehrplatz durch die
Straßen der Stadt zum „Heim des Saar-Sänger-Bundes“
(Stadtpark Ludwigsberg) führen. Sinnige Darstel—
bungen bekannter Volkslieder sollen in

—*;; *
Etwas über die Inserate
Der Bundesvorstand hat mich in seiner Sitzung vom 16. Mai
gebeten, einmal ein aufklärendes und ermunterndes Wort
über die Inserate in unserer Bundeszeitschrift zu schreiben.
Ich tue es gerne, weil ich weiß, daß es notwendig ist.
Zunächst ein aufklärendes Wort für manche Sangesbrüder,
die vielleicht noch nicht wissen, daß mit unseren Inseraten
unsere Zeitschrift steht und fällt. Je mehr Inserate die Zeit
schrift bringt, um so billiger kann sie werden. Bleiben die
Inserate eines Tages ganz aus, so geht entweder die Zeitschrif
ein, oder aber der Bezugspreis muß wesentlich erhöht werden
Aber eingehen darf die Zeitschrift nicht, dafür ist sie denn doch
zu kostbar. Und eine Erhöhung des Bezugspreises in der
heutigen Zeit? Geht ebenfalls nicht. Hier gibts also nur ein
entschiedenes: Entweder — oder! Entweder bemühen wir uns
um Inserate, oder aber — na, den Gedanken wage ich agar
nicht zu Ende zu denken.
Wir alle, liebe Sangesbrüder, haben das Schicksal des „Saar
Sänger-Bundes“ in der Hand. Du könntest nicht viel darir
tun, meinst du? Mehr als du ahnst. Ist nicht in deinen
Verein irgendein Gewerbetreibender, Kaufmann, Handwerker
der auch sonst inseriert oder gut inserieren könnte? Sieh
wenn jeder Verein des Bundes nur ein Inserat lieferte
was wäre dadurch mächtig geholfen! Und es geht, du muß:
es nur richtig anfangen. Ich habe in kurzer Zeit aus meinem
Verein — Zer ist nicht besonders groß — 66 aktive Mitglieder)
5 Inserate gewonnen, und aus meinem Gau stehen in der
Mal-Nummer unserer Zeitschrift 15 Inserate. Dazu habe ich
Inserat aus einem Nachbargau gewonnen. Das soll kein
Renomieren meinerseits sein; ich möchte meine Sangesbrüder
nur aufmuntern. — Und gesetzt den Fall, du hast sonst niemand
in deinem Verein, der inserieren könnte; einer kann es sicher
und das ist dein Vereinswirt. Es müßte sonderbar zugehen
wenn der sich auf die Bitten eines ganzen Vereins nich
gewinnen ließe. — Noch eins: Ein „Bravo“ jenem jungen
Sangesbruder aus Mettläch, der kürzlich sein Vaterglück durck
ein Inserat seinen Sangesbrüdern verkündete. In unseren
Tagesblättern lese ich so oft, daß dankbare Sänger ihrem Chor—
meister oder Vorsitzenden einen Inseraten-Glückwunsch zuwn
Namenstage, Geburtstage, zur Hochzeit, Silberhochzeit und ähn
lichen Anlassen entbieten. Sagt, liebe Sangesbrüder, wäre dazu
nicht. der Saar-Sänger-Bund'““ das gegebene Blatt?, Wenn
auch die Gratulation etwa einige Tage und sogar Wochen vor
dem genannten Tage erschiene, wäre das schlimm? Seid ver
sichert, die so Geehrten sinds zufrieden, und sie danken euch.
Und wie wärs beim Tode eines lieben Sangesbruders mit einem
Nachruf? In den Tageszeitungen verschwindet er schon nach
wenigen Tagen. Unsere Sängerzeitung hebt doch jeder auf,
und noch näͤch Zahren. wenn“ man des Toten vielleicht nicht

es Saarbrücken am l10. Jjuli.

Form von Festwagen den Zug unterbrechen,
und wenn auf diese Art dem Auge genüge getan, so wird
am Ziel das Ohr zu seinem Rechte kommen. Wer am
3. Mai Zeuge des J. Bundessingens im hiesigen Saalbau
war, wird den Eindruck der Massenchöre unverblaßt im
Gedächtnis haben und heute schon freudigen Herzens dem
Klang entgegen harren, den tausend Sängerkehlen mit
T. M. v. Webers „Die Sonn' erwacht“ und Wohlgemuths
„Vaterland“ gen Himmel tönen werden. In kleineren
Gruppen von 200 bis 300 Sängern gelangen dazwischen zum
Vortrag des unvergeßlichen Schwäbischen Meisters Frie—
drich Silcher Bearbeitungen von „In einem kühlen Grunde“,
„Gut Nacht mein feines Lieb“ und „Mir ist ein feins
braunes Maidelein“ (Bearb. Jos. Schwartz).“
An die Vie gerschast der noch zu nennenden Straßen, die
der Festzug berühren wird, ergeht schon heute die herzliche
Bitte, durch Fahnenschmuck der Häuser das Deutsche Lied
in der Saarzentrale zu grüßen. —f.

* * *
in unserer Bundeszeitschrift.
mehr viel gedenkt, findest du beim Nachblättern den Nachruf,
und du erinnerst dich des verstorbenen Sangesbruders in der
liebevollsten Weise. Und bedenke einmal, was das alles einen
vunderbaren Eindruck machte, anderen Sängerzeitungen gegen—
über!
Ihr feiert ein Stiftungsfest oder die Fahnenweihe! Weshalb
da nicht in der Bundeszeitschrift inserieren? Vielleicht gibt es
o noch manche Gelegenheit im Leben des Sängers oder
eines Vereins. In ganz herzlicher Weise bitte ich alle Sanges—
zrüder, wenigstens einmal einen Versuch zum Werben eines
Inserates zu machen. Ich bin des Erfolges sicher. Ist es dir
Jelungen, dann wende dich, um die Sache ordnungsgemäß zu
zrledigen, an deinen Gauvorsitzenden, der dir sicher ratend und
helfend zur Seite steht. Etwas, lieber Sangesbruder, kannst
du sicher tun! Bei deinem Einkäufen berücksichtige besonders die
Beschäfte, die du in unserer Zeitschrift findest. Dann sage aber
iuch dort, daß dich das Inserat in unserer Zeitschrift dahin
—D
jilft es sicher.
Und nun noch ein Wort an unsere Gauvorsitzenden!
Beim Durchblättern unserer Zeitschrift fällt mir auf, daß einige
Haue im Inseratenteil nicht vertreten sind. Das ist nicht schön.
das macht mir niemand klar, 'daß innerhalb eines Gaues kein
Mensch ist, der inserieren könnte. Lieber Sangesbruder! Hand
aufs Herz! Hast du da deine Pflicht nicht doch etwas zu leicht
genommen? Pflicht? O ja, für einen Gauvorsitzenden ist es
ogar eine große Pflicht, da nach dem Rechten zu sehen! Du hast
eine Zeit? Gut, aber sicher findest du innerhalb deines Gaues
emand, der für dich da einspringt. Daß das Sammeln von
Inseraten keine angenehme Arbeit ist, weiß ich; aber wenn
du in deiner Aktenmappe ein wenig Humor und etwas Liebe
zur herrlichen Sache mitträgst, so hilft das dir über manches
Unangenehme hinweg. Sollten Leute dir klar machen, das In—
erieren habe für sie in unserer Zeitschrift keinen Zweck,
»ann versuche es, sie an ihrer natipnalen Ehre zu packen,
udem du ihnen klarmachst, daß sie durch ihr Inserat eine starke,
»ewährte Säule des Deutschtums stützen und stärken. Das
hat in meiner Werbepraxis schon geholfen. Ueberhaupt rate
ich sehr zu einer individuellen Behandlung der Inserenten. Es
hät eben jeder Mensch seine Eigenheiten, und die wollen be—
rücksichtigt werden. Bei größeren Firmen schicke deine „Besuchs—
anzeige“, die der Verlag dir gerne zur Verfügung stellt. Auch
das mag zu einem Erfolge führen.
Und nun, liebe Sangesbrüder, wagen wir einmal eine General—
offensive. Tote gibts keine dabei; aber Freude machst du dir,
wenn du dir sagen kannst: Sie ist geglückt zum Segen unserer
prächtigen Bundeszeitschrift und unseres lieben, herrlichen deut—
schen Kiedes J. Griebler.
            
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