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Saar-Sänger-⸗Bunde
Nr.
Anton Eberl. Von Dr. Franz Josef Ewens. Ein Bei—
trag zur Musikgeschichte in Wien um 1800. Wilhelm
Limpert-Verlag, Dresden-A. 1. 124 Seiten mit vielen
Notenbeispielen und einem Bildnis des Komponisten. Preis
1,50 RM.
Der Kreis der Zeitgenossen Beethovens, der Sterne
zweiten und dritten Grades, ist bisher von der Wissen—
schaft noch wenig erforscht worden, trotzdem die Kenntnis
der Umwelt des großen Meisters für das Verständnis
seiner Werke von Bedeutung ist. Der Versasser des vor
liegenden Buches ist einer der ersten, der eine Teilarbeit
zu dem großen umfassenden Thema „Beethoven und die
Komponisten seiner Zeit“, mit dem sich die wissenschaft—
liche Forschung einmal auseinandersetzen muß, geliesert hat.
Eberl gehört zu den wenigen, die bereits von dem jüngeren
Beethoven sichtlich beeinsfsußt worden sind. Bei ihm isi
ein Umschwung von Mozartscher Schreibweise zu Beet—
hoven hin deutlich festzustellen. Weitesten Kreisen ist der
Name Eberl heute noch geläufig, weil in ein und demselben
Konzert seine Es-Dur-Sinfonie und Beethovens Eroika
uvaufgeführt wurden, wobei Eberl einen großen Erfolg
hatte, während Beethovens Werk die Hörer kalt ließ. Ueber
diesen Komponisten schreibt Ewens eine Monographie, die
nach stilkritischen Gesichtspunkten aufgebaut, an Genauigkeit
und eindringlicher Bearbeitung des Materials nichts zu
wünschen übrig läßt. An Hand von über 200 Notenbei—
spileen werden die Beziehungen zu Mozart, Haydn und
Beethoven aufgewiesen und stilkritische Vergleiche ange—
stellt, die auch zur Erkenntnis der Beethovenschen Schreib—
veise von Wichtigkeit sind. Der einleitende biographische
Teil vermittelt ein Bild des damaligen Musik- und Konzert—
zetriebs in Wien und anderen Städten, wobei die zeitge—
nössischen Quellen in ausgiebiger Weise benutzt sind. Für
die Männerchorfreunde dürfte von Interesse sein zu er
fahren, daß Eberl auch ein Quartett für vier Männer—
stimmen komponierte, also, wenn auch in kleinem Maße,
zu den ersten Freunden des Männergesangs gehörte. Der
Preis der geschmackvoll ausgestatteten und mit einem Bilde
des Komponisten geschmückten Buches dürfte mit 1,50 RM
als ungewöhnlich niedrig zu bezeichnen sein. Das hoch—
stehende Werk wird viele Freunde finden.
Der bekannte Schriftsteller und Kunstrezensent Dr
Predeek in Münster hat unter dem Titel „Der Sänger“ ein
Büchlein erscheinen lassen, das eine Anzahl trefflicher Auf—
jätze aus dem Gebiete des deutschen Männergesanges enthält.
Das Werkchen ist eine wahre Fundgrube wertvoller und
neuer Gedanken über das Wasen, die Bedeutung und den
Wert des Männergesanges; es enthält ernste und humorvolle
Mahnungen an die Vereinsführer und solche, die es sein
möchten, an Dirigenten und Sänger; es vrientiert über die
Strömungen im Vereinsleben und kann nützliche Ver—
vendung bei allen Gedenkfeiern finden. Einige lustige
Bildchen machen das Büchlein besonders interessant. Es
ist in dem bekannten Kommissionsverlag von Wilhelm
Limpert, Dresden, für den billigen Preis von 80 Pifg
zu haben.
Luftigemusikalische Ecke.
Befähigung. „Mein Sohn will Musiker werden; er will
ein Blasinstrument erlernen.“ — „Hat er denn Talent?“ —
„Und ob!“ Ich sage Ihnen, der Mensch bläst auf 10 Schritt
Entfernung eine Petroleumlampe aus.“
Erklärlich. „Mein Sohn hat entschieden meine Stimme
geerbt“, meinte ein mit der Zeit heiser gewordener Tenor
zu seinem Sangesbruder. „Ah!“ sprach dieser, „dann ist
die Sache wenigstens aufgeklärt, bis jetzt wußte ia kein
Mensch, wo deine Stimme hin war!“
Die berühmte Schauspielerin Rachel schrieb einmal an
Dumas folgenden Brief: „Lieber Freund! Bitte kommen
Sie morgen zu mir zum Frühstück. Sie werden sich zwar
nicht sonderlich unterhalten, denn ich bin ja nicht interessant,
aber da ich ein gutes Gedächtnis habe, werde ich dafür
übermorgen unerhört geistreich sein ..“
Ein Autor warf einem alten Kritiker vor, er habe kein
Recht, so schlecht über seine Tragödie zu schreiben, da er
fast die ganze Vorstellung hindurch geschlafen habe und
daher sein Stück nicht kenne. „Aber mein Lieber“, er—
widerte ihm der Kritiker, der Schlaf ist auch eine Art
von Kritif.“
Rigoletto. Frau Raffke war in der Oper. Eurico Pattiera
hatte den Herzog von Mantua hingelegt. „Schön, sehr schön“,
sagte Frau Raffke. „Aber ich wundere mich, daß sie so
viel gestrichen haben.“ „Wieso?“ — Ja, sehr schade“,
sagte Frau Raffke, „mein Lieblingslied ,‚Zu Mantuüag in
Banden“ hat er nicht gesungen.“
Im Konzert. Herr (zu zwei Damen, die sich während des
Konzertes unterhalten): „Meine verehrten Damen, sprechen
Sie bitte etwas lauter, die Musik macht soviel Lärm, daß
ich kaum die Hälfte von dem, was Sie reden, hören kann
Verechtigte Unzufriedenheit. „Arthur ist ein Narr.“ —
„Das verstehe ich nicht, ich dachte, du interessierst dich für
ihn.“ — „Nicht mehr. Gestern saßen wir nebeneinander und
er sagte, ob ich auch flöten könne. Da spitzte ich den Mund
wendete mich zu ihm — so — und sah ihn dabei an.“ —
„Nun — und?“ — „Er ließ mich wirklich flöten.“
Der Protz. Dame (im Konzert): „Wunderbar! Das Stück
ist von Brahm.“ — Protz: (leise): „Ein vielseitiger Mann.
Das ist doch der, der Brahms Tierleben geschrieben hat?“
Schwache Hoffnung. „Haben Sie gehört, daß der Tenorist
Winter gestern seine Stimme verloren hat?“ — „Was Sie
sagen! Da muß 3 unbedingt mal meine Frau hinschicken.“
— „Ach, Sie sind befreundet mit ihm?“ — „Das nicht:
aber vielleicht steckt sie sich an!“
Darum. Sie: „Wo ist deine Liebe zu mir geblieben,
Heinz. Ehe wir verheiratet waren, hieltest du stundenlang
meine Hände.“ — Er: „Ja, Kind, es gab damals kein
anderes Mittel, dich vom Klavierspielen abzuhalten!“
Eine andere Sache. „Ich bin recht traurig, Sie scheinen
von meiner Stimme nicht viel zu halten, Herr Professor.
Unsere Nachbarn raten alle, ich sollte zum Studium nach
Berlin gehen.“ — „Ja, ja, ich bin ia auch nicht Ihr Nach—
“
Was den „Geistigen“ passiert. Hans Pfitzner dirigiert
eine Probe seiner Kantate „Von deutscher Seele“ mit dem
Leipziger Gewandhausorchester. Es wird fürchterlich ge—
patzt. Alles spielt auseinander. Pfitzner klopft einmal wieder
ab, da ertönt aus dem Blasbereich eine sanfte Stimme: „Da
gönnse ähmdemah heern, wie 's in der deitschen Seele
heitzudaache in Weralichkeit aussihd!“
Wibbels Weib. „Ihre Frau muß viel Gemüt haben.
Ich hörte fie gestern mittag wundervoll Klavier spielen.“
„Gewiß. Abends warf sie mir ein elektrisches Bügeleisen
an den Kopf, als sie bügelte, und ich bin froh, daß wir
uns nicht mittags gezankt haben. „Wieso?“ „Das Klavier
ist auch elektrische“
Passsage- Rausaus A. G. 23383
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