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uSaar⸗Sänger⸗Bund ln Seite 59
auch die nötige Reife dazu aufbringt. Der 3. April hat
es teilweise bewiesen, er war die erste Etappe dazu. J. W.
Der Männer-Ouartett-Verein „Eintracht“-Luisenthal hatte
am 8. Mai anläßlich seines 5. Stiftungsfestes zu einem gut
zesuchten Kommers und Werbeabend in die Turnhalle ge—
laden. Schöne Chöre, Ansprachen, Musikvorträge und humo
ristische Darbietungen folgten in reichem Wechsel. Als Ver
treter des Bundesvorstandes überbrachte Herr Kropp herz
liche Grüße und Wünsche. Der Festabend wird allen Teil
nehmern in angenehmster Erinnerung verbleiben!
von Schubert zart und seelenvoll zu Gehör kam. Eine herr—
liche Blumenspende belohnte die Künstberin, die darauf noch
Variationen über das Volkslied „Dort unten in der Mühle“
als Zugabe meisterhaft vortrug. Als guter Geiger zeigte
sich Herr Wilhelm Leibenguth, Wellesweiler, der Kom—
positionen von Paganini-Kreisler und Godart trefflich
spielte. Seine Vortragsweise ist ausgezeichnet, der Ton
groß und dennoch stets weich. Am besten gefiel Liebesleid
so daß er sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Der Bas
sist Oskar Mohr sang Mozart und Schumann mit wohl
klingender, besonders in der Tiefe ausgiebiger Stimme, die
ben weiterer Ausbildung gewinnen wird. Der Verein Sän
gerkranz unter der bewährten Leitung von W. Schmit
verfügt über gutes Stimmenmaterial, das sich besonders
durch seine Tenöre auszeichnet. Nach dem deutschen Sänger
spruch sang der Chor eine Reihe von herzerhebenden Volks
liedern sowie anspruchsvollere Kunstchöre. Es waren gute
Leistungen, sie verrieten Fleiß und Eifer unserer Sänger
und gutes Musikverständnis des Dirigenten. Der herzliche,
wohlverdiente Beifall galt den Solisten, dem Chorleiter
und den begeisterten Sängern.
Dirigentenbesprechung vom 30. April. Der Gau hat sich
auf den Standpunkt gestellt, daß alle musikalischen Fragen
bor die zuständige Gemeinschaft gehören, die gesamte Diri—
gentenschaft des Gaues. In Zukunft werden also regel—
näßige Zusammenkünfte der Gaumitglieder zusammenge—
zufen werden. Um in dringlichen Fragen eine ordnungs—
gemäße Erledigung zu ermöglichen, wurde eine fünfgliedrige
Kommission aunie außer dem Gauchormeister (Schrimpf)
und dessen Stellvertreter (Hitzelberger), die Herren Stilz,
Butensohn, Bauer, als Ersatzmann Horbach. Die breiteste
Aussprache erforderte das für den 10. Juli angesetzte Gauü—
fest, mit dem die Fahnenweihe des M.GeV. „Sängerlust“
Saarbrücken 8 verbunden ist. Unter möglichst geringer Be—
lastung der Vereinsarbeit, bei Berücksichtigung der kurzen
Vorbereitungszeit, wurde folgender Grundplan für die Ver—
anstaltung im Heim entworfen: Eingangsgesamtchor sämt—
icher Gauvereine: Weber „Die Sonn' erwacht“, anschließend
die Rede des Gauvorsitzenden. Darauf folgt der Fahnen—
veihakt mit den notwendigen einschließenden Chorvorträgen.
Im weiteren Verlaufe des Nachmittags sind Gruppenchöre
dorgesehen, und zwar sollen die bei den letzten Wertungs—
siingen aufgegebenen Volkslieder von den betreffenden Ver—
einen gemeinfam vorgetragen werden. Schlußgesamtchor:
Wohlgemuth, „Vaterland“. Die notwendigen Unterlagen sol—
len dürch Rundfrage von den Vereinen eingefordert werden.
Als Gruppenchöre kommen in Frage: Silcher, „Jetzt gang
ans Brünnele“, „Rosestock, Holderblüt“, „Gut Nacht“,
„In einem kühlen Grunde“ und „Hier ist ein feins brauns
Maidelein“ (Schwartz). Als Anregung für die weitere frucht—
bringende Gauarbeit kamen zur Sprache: Rechtzeitige Vor—
berestung der nächsten Gauveranstaltungen, Platzkonzerte
in den einzelnen Stadtteilen (Arbeitsgemeinschaft), Mit—
wirkung des Gaues bei Vorträgen, Tagungen, öffentlichen
Veranstaltungen, Bundesfest 1929 in Neunkirchen. Von den
27 Chorleitern des Gaues waren 12 Herren anwesend
Schrimpf, Gauchormeister.
Gau Sauarbrücken.
Die Gesellschaft der Musikfreunde errang unter Musik⸗
direktor Cormanns Stabführung einen ausgezeichneten Er
folg mit ihrem im Saalbau stattgehabten Beethovenkonzert,
das den vokalen Huldigungen des Meisters die instrumen—
tale hinzufügte. Als Ausführende waren gewonnen Alice
Brandt-Rau-Frankfurt a. M. (Sopran), Gertrude Wein—
schenk-Mainz (Alt), Joseph Cron-Basel (Tenor), Hermann
Diersch-Frankfurt (Baß), Karl Rahner-Saarbrücken (Orgel
und das Landes-Sinfonie-Orchester Ludwigshafen. Das Pro
gramm bot erlesene Gaben: Elegischer Gesang für vier Solo
stimmen und Streich-Orchester, die Coriolan-Ouvertüre und
die C-Dur-Messe für Soli, Orchester, Orgel und gewischter
Chor. Die Aufführung stand unter einem guten Stern. Die
Solisten erwarben sich um die Veranstaltung hohes Ver—
dienst. Ganz besonders aber möchte ich die Leistungen des
wohlgeschulten gemischten Chors ins Licht rücken, dem zu
lauschen ein ungetrübter Genuß war.
Bei dem Konzert der Gesellschaft der Sangesfreunde
Gersweiler am 3. April war der große Saal der Bürger—
halle bis auf den letzten Platz besetzt, ein Beweis, daß
die Konzerte des Vereins immer noch die alte Zugkraft
besitzen. Erfreulich groß war auch diesmal die Besucher
zahl aus der nahen Großstadt und der Umgebung von hier
Däs Orchester unter der sichern Stabführung des Herrn
J. Siegwart-Fenne leistete Vortreffliches. Die Sinfonie
in IH-Moll von Fr. Schubert und andere klassische Werke
fanden dankbaren Beifall. Chants russes (Cello joli) vor
Lalo, von Herrn Herber vortrefflich gespielt, sowie das
Violinkonzert in A-Dur von Mozart, von Herrn Klein mit
glänzender Technik gebracht, zeigten beide als beachtens—
werte Künstler. Alte Minnelieder aus dem 15. und 16.
Jahrhundert, sowie sinnige Liebeslieder aus dem 18. und
19. Jahrhundert wechselten auf dem Programm, dem das
Thema von der Liebe, deren Leiden und Freuden, zu
Grunde gelegt war. Lied der Freude, von R. Burk, bildete
den Schlußchor. Die Führung des Chores durch Herrn Zorn
war glänzend. Das Konzertpublikum zeigte diesmal eine
vorzügliche Haltung. Einige Unannehmlichteiten, wie Ser—
vieren von Bier während der Aufführung, Aufstoßen und
Klirren von Gläsern, sowie das leider auch (und sehr zu
ihrem eignen Schaden) von mitwirkenden Sängern nicht
ganz eingehaltene Rauchverbot will, der Verein im nächsten
Herbst durch ein Stuhlkonzert mit Rauch- und Trinkverbot
restlos beseitigen. Der Vorstand glaubt, daß das hiesige
Köonzertpuhlifüum dafür dankbar und empfänglich ist und
Das 2. Gaukonzert des Gaues Saarbrücken war dem
vedächtnis Webers und Beethovens gewidmet. In letzter
Stunde hatte Studienrat Dr. Feyerabend die Festrede über—
sommen, die Leben und Wirken der beiden deutschen Meister
ergegenwärtigte. Der Reinertrag sollte der Sammlung zur
Beschaffung einer Goethetafel zufließen. Der überaus kläg—
iche Besuch des in den Saalbau gelegten Konzertes hat
es aber gewiß zu keiner Reineinnahme kommen lassen. Ein
großer Teil der Saarbrücker Vereine hatte Beethoven be—
teits für sich reklamiert, so kam es nicht zu einer würdigen,
nachtvollen Gesamtkundgebung — nach außen und innen
zleich bedauerlich! Beteiligt waren die M.-G.⸗V. Frohsinn
Zaarbrücken 1, Liedertafel Saarbrücken 3, Männerchor
SZaarbrücken, Rheingold Saarbrücken 8, Sängerlust Saar—
zrücken 3 und Teulonia Saarbrücken, die gruüppenwetse zu
Massenchören vereinigt unter ihren Chormeistern Heinrich
BZreuer, Paul Barth, Wilhelm Schäfer, Ludwig Sick und
Itto Schrimpf beachtliche künstlerische vstunnen darboten.
FIhnen sei sehr herzlich gedankt. Professor Skohoutil und
Akad. Musiklehrer Hornschuh bereicherten das Festprogramm
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