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Saar⸗Sänger⸗Bund I
»ahhh! NRr. 2
erworben in der Bekämpfung der Schundliteratur durch
Herausgabe wohlfeiler, gut ausgestatteter Bändchen mit ge—
diegenem literarischen Inhalt. Wir erinnern an die „Bunten
Bücher“ und die „Bunten Jugendbücher“, die nunmehr
aufs trefflichste ergänzt werden durch die uns vorliegen—
den „Bunten Bände“. Die Auswahl ist von feinstem päda—
gogischen Takt geleitet, die Ausstattung sehr freundlich. Die
erste, mehr für die Jugend bis zum 13. Jahre bestimmte
Reihe, enthielt bis jetzt: Robinson, nach Daniel Defpve
neu erzählt, Undine, Erzählung von Friedrich de la
Motte Fouque, Die Belagerung Kolbergs, von
Joachim Nettelbeck —8 Das Märchen von
Jockel, Hinkel und Gackeleia von Clemens Bren—
tand und Förster Flecks Kriegsfahrt und Gefangen
schaft in Rußlaute g e weule Relhe in
braunem Umschlag gilt für höhere Altersstufen der Jugend
und für Erwachsene und bringt bislang Zur Chroni!
von Grieshuns von Theodor Storm, Das Fähn
lein der sieben Aufrechten von Gottfried Keller
Mesister Martin der Küfner und seine Ge
sellen von Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Aus
dem Leben eines Taugenichts von Joseph Frei—
herrn von Eichendorff und Mozart auf der Reise
nach Prag von Eduard Mörike. Auf diese treffliche
Sammlung guter und billiger Volksbücher weisen wir aufs
nachdrücklichste hin; sie eignen sich zur Verbreitung in
unsern Vereinen und in unserer Jugend. Die zahlreichen
uns nahestehenden Schulmänner werden gern zu diesen
Heften greifen, sowohl für ihre Schüler- und Volks—
büchereien, als auch für den Unterricht.
Juwelen deutscher Erzählungskunst, die in diesen drei
Bänden geboten werden. Sie stehen über der Mode, aber
sie verraten eine ungeheure Kenntnis des Lebens und
eigen dem heutigen Menschen von neuem das Bild seines
— und seiner Seele.
Mohr, Heinrich, Der Narrenbaum. Deutsche Schwänke
rus vier Jahrhunderten. Gesammelt und sprachlich er—
reuert. 10. und 121. Auflage. (21. -26. Tausend.) gerh
burg i. Br. 1927, 5 In Halbleinwand 3.—2 Mk. —
heitere, oft derbe Aunse literarischer Urwuchs, ge—
wachsen auf dem Boden deutschen Mutterwitzes, ausgewählt
und gefaßt von einem sicheren Kenner, der wahrhaft volks—
tümlichen Sinn, literarisches Feingefühl und pädagogischen
Takt in seiner Person in seltenem Maße vereinigt. Von
allen Schwanksammlungen die, deren allgemeine Verbrei—
tung als Hausbuch am meisten zu wünschen ist. Mit
sicherem Blick und feinem Gefühl ist aus der schier unüber—
sehbaren Fülle das Beste ausgewählt. Alle haben dazu
heitragen müssen: Grimm mit seinen köstlichen Märchen,
Johann Peter Hebel, Geiler, Agricola, Erasmus, Mon—
kanus, Wickram, Bechstein, Simrock, Sailer, Münchhausen
und natürlich der — Eulenspiegel. So ist das Werk ein
rechter Sorgenbrecher und Freudenbringer.
Die Vogesen, beschrieben von Eduard Grucker, aufge—
aommen von Paul Wolf, Veröffentlichung des wissenschaft—
ichen Instituts der Elsaß-Lothringer im Reich, Deutscher
sunstverlag Berlin. Mit wehmütigen Gefühlen ruht unser
Auge auf diesen entzückenden Vogesenbildern, vierzig an
der Zahl, denen der Verlag eine hochkünstlerische Wieder—
zabe in Mezzotinto gegeben hat. Wir gruüßen die tannen—
umrauschten Höhen, die verschwiegenen Seen und Weiher,
oerschnesite Vogesendörfer, Bergnester voll Romantik, ver—
witterte Stadtmauern, Klöster, ragende Gipfel,
ruchtbare Weinberge, trutzige Burgen, alte von deutschem
tultursinn geschaffene Städte. Die Bildbeschreibungen be—
zleiten die von poetischen Zaubern umwehten Illustra—
tionen mit sachlicher Tiefe und feinem Einfühlen. Das
östliche Werk beschert uns eine Stunde der Weihe. In
AUeichem Verlage erschien als Veröffentlichung desselben
Instituts: Das alte Straßburg, 24 Bildeer in Mezzotinto,
nach Aufnahmen zumeist von Paul Wolf, mit einem Geleit—
port, von Adolf Krencker. Preis 3 Mk. in Halbleinen
4 Mk. In Bild und Wort ist hier das „Unaussprechliche“
der wunderschönen Stadt wiedergespiegelt, Stätten, um—
veht von stolzen, weihevollen und von schmerzlichsten Ane
rischen Erinnerungen, Stadtbildausschnitte und Kunstdenk—
mäler von einer immer wieder ans Herz greifenden Schön—
heit! Jedes Bild ist ein reifes Kunstwerk. Man wird sich,
auch wenn man das schöne Elsaß nicht seine Heimat nennt,
mit diesen beiden köstlichen Werken gern beschäftigen. Sie
sind ein Schmuck für jedes deutsche Haus!
Minnesang und Volkslied, dreißig altdeutsche Liedweisen
des 11. bis 16. Jahrhunderts für mittlere Stimme mit
Klavierbegleitung versehen von Hans Joachim Moser, Ver—
lag Carl Merseburger, Leipzig. Preis 3 Mk. Der bekannte
Heidelberger Gelehrte bietet hier Musterstücke alter melo—
discher Kunst, die der Jugendbewegung und der Haus
musik neue Anregungen geben, aber duch die Aufmerk—
samkeit der Konzertsänger beanspruchen dürfen. Es sind
wahre Perlen deutscher Volkskunst, mit wertvollen, auf—
schlußreichen geschichtlichen Anmerkungen versehen. Unsere
Chormeister werden bei Veranstaltung von Volkslieder—
abenden an dieser Fundgrube wertvollsien deutschen Volks—
gutes nicht vorübergehen dürfen.
Deutsches Chormeisterbuch, herguegegehen von Robert
Fischer, Ludwigsburg (Württemberg), Selbstverlag des Ver—
fassers, Preis 4 Mk. Dieses mit echt deutscher Gründlich—
keit hergestellte Werk bringt Mitteilungen über Leben und
Wirken von über 1500 Komponisten, in erster Linie von
Meistern des deutschen Männerchorgesanges. Unsere Chor—
meister werden bei Aufstellung ihrer Programme stets auch
Hinweise auf die Tonschöpfer bringen wollen. Für sie isi
dieses Werk unentbehrlich. Es sollte sich in der Bücherei
edes Vereins, jedes Dirigenten, aber auch jedes Sängers
efinden
Die schönsten Volkserzählungen von Jeremias Gotthelf
in drei Bänden, Eugen Rentsch Beriag München. Preis
eb. 8,80 und, 65,5— Mk. — vie köstüchsten dichterischen
—* Gotthelfs sind jene volkstümlichen kürzeren Er—
zählungen, von denen über ein halbes Hundert vorhanden
sind. Davon sind nun die schönsten, anderthalb Butzend
etwa, in einer 1300 Seiten umfassenden mustergültigen
Ausgabe erschienen, zwei Bände vor Jahresfrift und etzt
der dritte Band. Dieser Band ist zweifellos der schönfte.
Wir finden da neben dem Erdbeéri Mareili, vielleicht
der meistgeliebten Erzählung Gotthelfs, die herrlichfte
Idylle deütscher Sprache, Der Sonntag des Großvaters,
in der mit unerhörter Konzentration ein ganzes Leben
mit seiner vielgestalten Umgebung in die“ knappe Zeit
weniger Stunden zusammengedrängk ist. Dann den Besen—
binder von Rychiswyl, in solidem Holz aus dem Leben ge⸗
— Prachtfigur
Barthlis des Korbers mit seinem eifersüchtig behüterten
schönen Töchterlein. Hart und eine Hatlang recht bedroh⸗
lich geraten in „Oberamtmann und Amtsrichter“ Adelsstolz
und Bauerntrotz aneinander, bis schließlich der Konflikt
mit feinem Humor einer harmlos-friedlichen Lösung zu⸗
geführt wird. Tief ins menschliche Gemüt schaut Gotthelj
im „Besuch“ und in der rührenden Geschichte von der
Frau Pfarrerin, dem letzten Werk Gotthelfs. — Es sind
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19 —J„d.dd—
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Saarbrücken. Friedrich Eberiraße 10
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