Seate 34
Am 14. April feierte Matthien Neumaun, der bekannte
rheinische Männerchorkomponist seinen 60. Geburtstag.
Professor Emil Fladt, der verdienstvolle Silcherforscher
und Gründer des Museums in Schnait, hat neue interessante
Einzelheiten aus dem Leben Silchers entdeckt, die demnächst
in der DSBZ. veröffentlicht werden.
Saar⸗Sänger⸗Bund
l Nr.
zulegen. Der Bundesvorsitzende war selbst erschienen, um
mit seinem bekannten Geschick und seinem starken Einfluß
auf die Sänger einzuwirken. Schon die Teilnahme zeigte,
daß der Tagung besonderes Gewicht beigelegt wurde. Gegen
300 Sangesbrüder, vier Vereine fast vollzählig, waren er—
schienen. Auch unser rühriges Mitglied Bürgermeister
Thielen von Rehlingen ließ es sich nicht nehmen, ein
varmes Wort der Sangesbruderschaft zu widmen. M.«G.⸗V
Bermania Rehlingen, Sängervereinigung Rehlingen, Fide—
litas Beckingen, Liederkranz Düppenweiler und die Musik—
zereinigung Rehlingen trugen zum prächtigen Verlaufe des
Nachmittags ihr Scherflein bei. M.G.⸗V. Perle Erbringen
ehlte unentschuldigt. Mit dem M.⸗G.⸗V. Frohsinn Beckingen,
der zu Beginn der Tagung einstimmig in den Gau auf—
zgenommen wurde, hat der hiesige Gau nun alle Gesang—
bereine erfaßt, die ihm vorläufig beitreten können. Der
Kern der Tagung war Punkt 2 „Die Sangesbruderschaft
in unserem Gau“. Der Gauvorsitzende, Rektor Eltges, sprach
iber Kameradschaft unter uns Sängern, was sie ist, wie sie
sich zeigen soll und wie sie sich in unserem Gaue zeigt.
daran schloß dann unser Bundesvorsitzender, Stadtschulrat
Bongard, seine gewiß allen zu Herzen gehenden Ermah—
aungen über Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeits
zefühl an. Eine ausgedehnte Aussprache ließ die Ver—
mutung aufkommen, daß der Vorsitzende den Geist in
unserm Gau etwas schwarz geschaut, vor allem aber hob
die Diskussion den Willen hervor, in Zukunft noch mehr
als bisher sangesbrüderlichen Geist zu üben, sich gegen—
seitig zu unterstützen. Als Gast ließ auch Herr Fett, 2.
Vorsitzender des Gaues Merzig, die Gelegenheit nicht vor—
übergehen, warme Worte und praktische Fingerzeige in
die Diskussion hineinzuwerfen. Packende Worte sprach auch
derr Breuer, Saarlouis. Hoffentlich waren die Worte kein
leerer Schall, sondern dem festen Willen entsprungen, echte
Sangesbrüder zu sein und zu bleiben. Ueber die Kassen—
führung in unserm Gau berichtete der Gaukassierer Peter
sohn. Er empfahl die Annahme der Erhöhung der Bundes—
beiträge von 30 auf 40 Ets. und begründete die Not—
wendigkeit, zur Stärkung unserer Gaukasse ein Gaukonzert
abhalten zu müssen, die Ueberschüsse früherer Veranstaltungen
seien soweit aufgebraucht. Zur Vorbereitung des Konzerts
ruft der 1. Vorsitzende innerhalb 14 Tagen die Vereins—
horsitzenden, die Dirigenten und den Gauvorstand zu—
sammen. Die Aussprache über unsere Zeitschrift ergab ein
erfreuliches Bild. Bei 390 aktiven Sängern werden 380
Sängerzeitungen bezogen; doch soll weiter versucht
werden, auch Jnaktive zum Bezuge zu ge—
winnen. Der Bundestag in Homburg darf von keinem
Verein versäumt werden. Und so soll und muß denn dieser
Bautag ein Merkstein sein im Gauleben; die Vereinsvor—
stände werden ihr „Alles“ tun, den Geist, der dort in
Rehlingen lebte, nun auch hineinzutragen in ihren Verein.
Die nächste Gautagung ist am 19. Juni beim neuaufge—
nommenen M.⸗G.«V. Frohsinn in der Wirtschaft Gott—
lieb in Beckingen.
Vom Saar⸗Radio⸗Klubee. B. Saarbrücken, Lessingstraße
51, geht uns folgendes Schreiben zu: Für die Ihnen an—
geschlossenen Vereine möchte es vielleicht von besonderem
Interesse sein, gelegentlich einer Sängerfahrt ins Reich im
Senderaum eines deutschen Rundfunksenders zu singen. und
so die Vorträge der ganzen Welt, insbesondere aber den
tausenden von saarländischen Rundfunkhörern, zu Gehör
zu bringen. Wir unsererseits hätten das Interesse, unseren
Mitgliedern und selbstverständlich auch anderen Interessen—
ten den technischen Betrieb in einer modernen Rundfunk
Sendestation an Ort und Stelle zu zeigen. Es kommt alse
in Frage, mit einem der Ihnen angeschlossenen Vereine
eine gemeinschaftliche Gesellschaftsfsahrt zu organisieren. Im
Falle des Zustandekommens einer diesbezüglichen Verab—
redung würden wir alle erforderlichen Verabredungen mit
den Sendegesellschaften treffen. Wir bitten diese Anregung
an Ihre Vereine weiterzuleiten und uns mit entsprechender
Mitkeilung zu versehen, falls bei Ihren Vereinen Inter—
esse besteht. N. B. Die nächsten Rundfunksender befinden
sich in Frankfurt am Main, Stuttgart und Freiburg im
Breisgau. gez. Schwartz, 1. Hauptschriftführer.
Die Stadt Wiesbaden zählt zwei bekannte Komponisten
zu ihren Bürgern. Beide begingen in letzter Zeit ihren
70jährigen Geburtstag. Es sind: Prof. Oskar Brückner,
—
Karl Schauß, der sich durch viele Bearbeitungen deutscher
Volkslieder und volkstümlicher Chorwerke einen Namen
errang.
Zum Leiter der Aachener „Conevyrdia“ wurde auf Grund
eines Probedirigierens Hans Mießner, früher Studienrat
und Chormeister in Berlin, gewählt.
Die Stadt Mainz soll demnächst ein Peter⸗Cornelius—
Denkmal erhalten.
Dem Königsberger Lehrer⸗-Gesangverein gliederte sich im
Frühjahr 1925 ein Frauenchor an. Die Veränstaltungen des
Vereins zeigten, daß eine harmonische Zusammenarbeit zwi—
schen Männerchor und Frauenchor möabich ist und gute
Früchte zeitigen kann.
Eine Tageung des Berliner Sängerbundes des D.S. B
bringt neben einigen Zahlen interessante Aenderungen im
Vorstande. Dem Bund gehören an 200 Vereine mit 9000
Mitgliedern. 20 Vereine sind im vergangenen Jahre neu
aufgenommen worden. Der 1. Vorsitßende Ruuge wurde
zum Ehrenvorsitzenden und der Chormeister Prof. Stange
zum Ehrenchormeister ernannt. An Stelle des ersteren tritt
der Vorsitzende des Berliner Lehrergesangvereins, Brauner.
an Stelle des zweiten Max Wiedemann.
Das Deutsche Sängermuseum in Nürnberg erhielt dieser
Tage einen Reise-Sängerpaß aus dem Jahre 1863. Die
Urkunde wurde von dem Sangesbruder Carf Bergner aus
Sonneberg, dem Inhaber des Passes, gestiftet. Das Schriftstück
gleicht den dunn der Gegenwart mit Ausnahme des
Lichtbildes bis auf die „Besondere Kennzeichen“. Sein Zwedk
ist jedoch ein friedlicherer als der der Personalausweise
der Jetztzeit. Der Sängerpaß diente der Empfehlung eines
Sangesbruders an die deutschen Sänger in der Fremde
Es heißt wörtlich dort: „... nicht nur ungehindert reisen,
rückreisen, singen, trinken und dieben zu lassen, sondern
demselben auch in diesen und allen andern ehrlichen Dingen
den nöthigen Schutz, Beistand und Hülfe zu gewähren usw.“
Eim Zeugnis aus einer Zeit, in der die Gesangvereine
durch und um das zerrissene Vaterland ein einigendes Band
schlingen wollden. Uns nicht nur eine Erinnerung, sondern
ein Vorbild. A. Kr.
Gau Beckingen.
Am 6. März fand der Gautag des Gaues Beckingen
beim M.⸗G.⸗V. Germania in Rehlingen statt. Der Vor—
sitzende hatte zu dieser Tagung die Vorstände der einzelnen
Vereine zusammen kommen lassen, um besseren kamerad
schaftlichen Geist in die Herzen unserer Gaufänger hinein—
Gan Brebach.
Zu einem Volksbildungsabend in bestem Sinne gestaltete
der Halberger Sängerbund-Brebach seine im vollbesetzten Ev.
Gemeindehause stattgehabte Beethovengedenkfeier. Der ruüh—
rige, stets opferfrohe Chormeister, Oberlehrer Neu, kann auf
eine geradezu vorbildliche Leistung im Dienste des deut—
schen Kulturgedankens zurückblicken. Der wohlgeschulte Chor
nüpfte mit seinen feinausgeglichenen Liedern an seine in
Jahrzehnten bewährte Tradition an. Auch das neugegrün—
dete Orchester der Musikfreunde-Brebach unter seinem Diri—
genten Wilhelm zeigte bereits gute Linie. Fräulein Aenn—
chen Schröder und Hauptlehrer Holler truügen mit ihren
trefflich vorgetragenen Solis sehr zum Gelindgen der Ver—
Ccococooocooc
Gau Brebach.
am 28. Auqust 1927 in
Hanweiler. 226
sSanger aus andern Gauen
herzlich willtommen.
VV e
Sigmund Kahn
Schank- Schonk·
8 Merzig e
I. Spezialhaus am Platze in
Zigarren, Zigaretten, Tabak
und Pfeifen. 97