Soite 32 ..
Saar⸗Sänger⸗-Bundel
Nr.
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In Tausenden von Bildern aller Art hat sich LRudwig
DRichter dem deutschen Volke geschenkt, das ihn kenn
und liebt wie wenige Künstler. Am reifsten und tausend—
fältigsten gab er sich in seinen Holzschnitten, die er als
erster deutscher Künstler zur Volkskunst erhob und zur
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Sindentendieder.
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Alte und neue Studentenlieder. Ludwiag Richter
LCudwig Richt
Vollendung führte. Er war nicht nur Maler, er war
auch ein Dichter, der die köstlichsten Geschichtlein der Natur
ablauscht, der die innige Poesie trauter Häuslichkeit schil—
dert, der von jedem Blümlein, jedem kleinsten Tier etwas
Liebes und Lustiges zu erzählen weiß. Die schönsten Märchen
raunen uns seine Bilder zu, sie können verzaubern, —
sie lassen den deutschen Wald erstehen, dessen Rauschen
wie starker, voller Orgelklang daherbraust und wie au
Flügeln uns emporhebt und über deutsches Land dahin—
trägt und deutsches Wirken und Schaffen, — die deutsche
Seele in ihrer Reinheit und Tiefe erschauen läßt.
Die hellsten und fröhlichsten Glocken meiner Kindheit
beginnen zu läuten, wenn mein Blick über ein Richter-Bild
gleitet und darauf haften bleibt. Irgendwie löst sich eine
lustige Melodie aus den Glockentönen wie Kinderjubel und
Kindersang, — ein anderes Bild erinnert an ein altes
frommes Lied, das meine Kindheit behütete, — das nächste
weckt eine sehnsüchtig-traurige Weise, die schon mein Kinder
herz bedrückte.
Irgendwie klingt ein Lied mit, ob's ein Vöglein pfeift
oder der Hirtenbub, ob das Bächlein es vor sich hinsummt,
oder die Kinder es hinausjubeln, ob das feine Klingen
von weißen Lämmerwölkchen und selig träumenden Blumen—
kindern zittert, oder in traulicher Stube wie ein Leuchten
von der Mutter ausstrahlt. Es sind oft auch tolle Schelmen—
lieder, die über die Schwächen der Menschen lustig her—
ziehen.
So ist es kein Wunder, daß Ludwig Richter gerade zu
diederbüchern meisterhafte Bilder geschaffen hat.
Das nebenstehende Titelblatt zu dem Liederbuch „Alte
und neue Studentenlieder“ ist solch ein köstliches
Beispiel. Rauchend und trinkend sitzen die jungen Menschen
beisammen, Studenten und Wanderburschen mit ihren
Mädels, und lauschen dem alten Sänger mit der Harfe,
der sein Glas emporhebt und ein Weinlied anstimmt, dem
auch das schöne Wirtstöchterlein zur Linken lauschend ihr