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Saar⸗Eänger⸗VBund
UNr. 18
Raffte hat Hausball! Der Violinspieler unterrichtet vor
Beginn Herrn Raffke, daß er auf einer 300 Jahre alten
Geige spielen werde. Herr Raffke hält dieses offenbar für
eine Entschuldigung des Künstlers und meint: Wenn Sie
brauchbar spielen, werde ich Sie so entlohnen, daß Sie
den alten Kasten verbrennen und sich einen neuen dafür
kaufen können. n
Moderne Konzertbesucher. Neureichs sind im Konzert ge—
vesen, in welchem ein Sänger mit großem Erfolg auf—
rat. Tags darauf erzählt Frau Neureich einem bekannten
derrn B. das Erlebnis. „War der Sänger ein Tenorist oder
in Bassist“, lautete die Frage des Herrn B. Darauf die
prompte Antwort: „Nee, keins von beiden, sondern so'n
leiner Dicker.“
Hohe Kunst. Klein-Elsbeth: „Wenn ich übe, benutze ich
mmer Bethovens Sonaten und die Werke von Chopin.“
Tante: „Wie musikalisch mußt du sein, wenn du das
illes schon spielen kannst.“ Klein-Elsbeth: „Oh, ich spiele
ie digt ich lege sie nur auf den Klavierstuhl, um höher
zu sitzen.“
Drucksehlerteusel! Es ist wirklich wahr, daß ich jüngst
in einer großen Kölner Zeitung gelesen habe, „Ekin Männer—
gesangverein sagt eine öffentliche Generalprobe zum inter—
nationalen Gesadeigwettstreit“ an und vergißt dabei nicht,
die Zahl seiner mitwirkenden Kräfte als 58 Säger an—
zugeben. War das nun Selbsterkenntnis oder ein beson—
ders boshafter Druckfehlerteufel.
Zu ihrem Besten! Eine höchst mittelmäßige, aber sehr
stolze Singerin sagte in der Probe zu dem Klavierspieler:
„Mein Herr, Sie begleiten aber auch so stark, daß mich
kein Mensch hört.“ „Verzeihen Sie,“ erwiderte er trocken,
„es geschieht wirklich zu Ihrem Besten.“
Sie gehen nicht. Der Komponist Joseph Dessauer er—
hielt von seinem Verleger Schlesinger als Honorar für
ein paar Jugendromanzen eine silberne Uhr. Nach einiger
Zeit kommt Dessauer vorwurfsvoll zu Schlesinger: „Hören
Sie, Ihre Uhr da geht ja garnicht!“ Kühl antwortete
Schlesinger: „Glauben Sie, Ihre Romanzen gehen?“
Dder Lohn. Der Schotte gibt nicht gern, und unzählige
veschichten erzählen von seinem Geiz. Die neueste lautet:
Wollen Sie sich nicht ein wenig vevanchieren für meine
Darbietung?“, fragt der Straßensänger einen Schotten,
in dessen Hof er seine Lieder ertönen ließ. „Aber gern“,
erwidert dieser. „Was soll ich Ihnen denn vorsingen?“
Musik und Magen. Eine recht kuriose Illustration für
die Wirkung der Musik auf den Magen gab zu Ende des
derflossenen Jahrhunderts der Pächter des Restaurants
ꝛines großen Konzerthauses in Chicago. Er sagte einmal:
„An den Abenden, an denen das Orchester Wagners Musik
pielt, kann ich 15mal so viel Lagerbier verzapfen als sonst;
ain den Mendelssohn-Abenden kauft niemand Schinken—
»rötchen und da ich an diesen 85 Prozent verdiene, o habe
ch keine gute Meinung von Herrn Mendelssohn. Johann
Ztrauß ist der Mann, der den Wein fließen läßt. Der
Mensch fühlt sich wohl, wenn er einem Walzer von Strauß
auscht und er bestellt sofort eine Flasche Champagner.
JFugend von heute. Ein fünfjährige Knirps geht durch
die Südstraße von Hamburg und pfeift einen neuen Gassen—
hauer. Eine Dame kommt vorbei und sagt: „Junge, du
bist noch so klein und pfeifst schon so ein Lied? Das
bringe ich nicht über meine Lippen und bin schon 50
Jahre alt.“ — „Na“, meint der Bengel, „dann lirnst dat
Fleiten och nicht meh.“
Stimmt. Viele Sänger sind wie die elektrischen Lampen,
nanchmal gehen sie aus und manchmal brennen sie die
ganze Nacht durch.
Der Esel merkt es. Johannes Brahms hatte in einem
seiner Lieder einige Takte einer Klavierkomposition von
Chopin mit verwendet. Als das Lied einmal in einer
musikalischen Abendgesellschaft gesungen wurde, trat ein
kluger und allwissender Musikdilettant auf Brahms zu
und machte ihn auf diese Merkwürdigkeit aufmerksam;
er wollte damit beweisen, was er für ein großer Musik—
kenner sei. Brahms hörte ihn ruhig an, lächelte vergnügt:
„Daß dieses aber auch jeder Esel merken muß.“
Wir! Johann Sebastian Bach hatte wieder einmal eine
neue Orgelmusik komponiert und spielte sie auf dem könig—
lichen Instrument durch. Als das Spiel beendet war, trat
der Balgtreter händereibend in die Tür und sagte zu
Bach: „Das haben wir ja wieder einmal vortrefflich ge—
macht.“ Der Meister wandte sich erstaunt um. „Wieso wir?
Ich bin ja allein hier?“ Der Balgtreter verschwand, und
abermals begann der Meister zu präludieren. Da, mitten
in dem brausenden Spiel verstummten alle Pfeifen, kein
Ton war hörbar. Bach staunte, schimpfte und rief nach dem
Balgtreter, der lachend den Kopf zur Tür hineinsteckte.
„Ja, sehen Sie nun, Meister, daß wir immer zwei sind?
Wenn ich nicht will, können Sie auch nicht!“
Zwei Töhter. Nachbarin: „... ja, meine Tochter spielt
biel Klavier, haben Sie es schön mal gehört?“ — „Hm — 's
Klavierspiel hab ich schon gehört!“ —,O ja, mein Gretchen
— musikalisch.“ — „So, so Sie haben also z3wei
Töchter?“
Verplaudert. Dienstmädchen (aus der zweiten Etage): Frau
Meili, würden Sie nmicht so freundlich sein und Ihre
Tochter heute nachmittag singen lassen? Meine Herrin wäre
Ihnen sehr dankbar. — Frau Maili: O gewiß, gern. Es
reut mich ungemein, daß Frau Schmid den Gefang meiner
Tochter so gerne hört. — Dienstmädchen: Ja, wissen Sie,
es wäre ihr sehr damit gedient. Der Häusherr komm—
nämlich heute nachmittag zu ihr und da möchte sie gerne
einen Kündigungsgrund haben.
Wer Herr wird. Der Sänger Valsemann erzählte gerne
folgende Geschichte: Einst sollte ich in einer kleinen Stadt
in einem Kirchenkonzert mitwirken. Durch Erfahrung ge—
witzigt, ermahnte ich, den Organisten, die Orgelbegleitung
zu meinen Liedern nicht gar zu laut werden zu lassen. Er
gab mir die unerwartete Antwort: „Wir ma hen das hier
so: Jedee gibt sein bestez, und wer dann Herr wird, wird
Herr.“
Raällelecke.
Wo ist die täglich wachsende Schar unserer Rätsellöser
zeblieben? Ich möchte sagen: Berufsrätsellöser, deren
Namen in jeder Nummer wiederkehrten! Bis zum 20.
Februar, noch keine richtige Lösung eingegangen. Und das
ausgerechnet in diesem Jahr!
Also bitte, noch einmal an die Arbeit! Die Rätsel-Auf—
gabe wird noch einmal gestellt. Wer ist der erste? St.
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