Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 116

Saar⸗Sünger Vund

Seite 267

voneinander geschieden; die Tonhöhe, die Tonstärke, der
Verbindungsbogen, die Fermate, die Pause sind zu sehen
Und schließlich ist jedem Liede in Bildernotenschrift die ge
wöhnliche Notenschrift mit sämtlichen Textstrophen gegen—
übergestellt. Se lernt das Kind „spielend“. Die Bilder
sind schön und farbig, oft von köstlichem Humor, die Aus—
stattung ist geschmackvoll und dauerhaft, der Preis ist
niedrig. Daß sogar die führenden Köpfe der musikalischen
Welt wie Leo Blech, Hans Pfitzner, Max von Schillings,
Franz Schreker u. ä, das Werkchen sehr freundlich begrat
haben, schon dies spricht für seinen außergewöhnlichen
Wert. Ohne Frage ist die Liederfibel das entzückendste,
originellste und kindlichste Kinderbuch, das seit vielen Jahren
erschienen ist, und es ist gar nicht schwer, ihm einen großen
Erfolg sicher vorauszusagen.

Bildschmuck von Max Teschemach, 1. Band. VBerlag Jos.
dösel KeFriedrich Pustet K.G., München. Der
ßrundschule ist hier eine wertvolle Danre une geboten:
inschauliche Einführung in Notenschrift und Notenbild,
zpiellieder, Reigenlieder, Kinderlieder und Volkslieder in
refflichster Auslese, Lieder, die das Leben des Kindes
nit der Jahreszeit und den Festtagen begleiten, manch
chöner Kanon, der Freude macht und das Ohr zur Poly—
honie schult, Lieder mit Geigenbegleitung und eine Zu—
ammenstellung von Uebungen zur Laut-, Ton- und Stimm—
ildung, Denken in Tönen mit Tonnamen, Rhythmische
debungen, die Notenschrift, Regeln zu den Spielliedern,
urz alles, was zur musikalischen Schulung in den vier
ersten Jahren erforderlich ist. Unsere Chormeister und Ver—
rine sollten nicht verfehlen, einem solchen Werf ihre ein—
dringlichste Aufmerksamkeit zu schenken, da unsere Männer—
gesangvereine auf die e en Arbeit unserer
Zchulen angewiesen sind.

Mat guf das Tor! Neues rheinisches Schulsingduch von
Mar Dirkschneider, Raimund Heuler und Felix Oberborbeck,

Luftigemusikalische Echke.

Vuceini. „Kennen Sie den Komponisten Puccini?“ —
„Ja.“ — „Können Sie ihn auch konjugieren?“ — „Wie
meinen Sie das?“ — „Na, sehr einfach: Putsch i nie,
putschst du nie — usw.“
Das Instrument. Kollicke, der sich neuerdings sehr viel
leisten kann, erzählte Pannenberg: „Jetzt muß mir aber
Musik ins Haus, — gleich heute wird so'n Instrument an—
geschafft.“ — Pannenberg gab den Rat: „Dann nehmen
Sie Bechstein, — nicht billig, aber nobel, sehr nobel.“ —
Kollicke nickte. „Schön, also Bechstein, — werd' ich mir
merken.“ — Und dann ging er in „Kraputschecks Musik—
salon“ und verlangte ein echtes Bechstein-BGrammophon.
Raipv. „Wenn mein Mann abends nicht einschlafen kann,
nimmt er seine Geige zur Hand.“ — „Und dann schläft er?“
Welcher edle Gönner würde strebsamem jungen Mann
mit etwa dreißigtausend Mark die akademische musikalische
Laufbahn ermöglichen? Rückzahlung erfolgt sofort, wenn
Betreffender nach Vollendung seines Studiums 1. Kapell—
meister der Staatsoper geworden ist.
Veim Wort genommen: „Was man doch mit den Jungens
für Aerger hat! Fortwährend laufen sie mit zerrissenen
Hosen herum.“ — Tante Clara (zu Besuch): Ja, das ist
wahr, davon weiß ich auch ein Lied zu singen“ — Märx—
chen: „A Tantchen, bitte sing' doch mal das Lied von den
zerrissenen Hosen!“
Beethoven, der Czeche. In Prag hat eine Beethovenfeier
stattgefunden, von der am Deutschen demonstrativ aus⸗
a ine wurden, weil ja Beethoven nicht zu den
eutschen, vielmehr zu den interessanten Völkerschaften ge—
hört. Um diese Tendenz noch stärker zu betonen, wird man
ebenda ein weiteres Konzert mit folgendem Programm der
Deffentlichkeit zuführen:
Duvertyk zu Egemontek,
Sinfonika Heroicçek für große Orchestryka,
Sonatek appassionatny,
Sonatel pathéticesko,
Operanak Pastoralny,
Variationski in C-mollousek.
Sämtliche Stück komponirovat von Ludovise Beethovenyi.
Ein Realist. „Ich dine nichtz so gern, wie die Laute,
Und was ist Ihr Lieblingsinstrument, Herr Knackfuß?“
— „Ich habe gleich zwei Lieblkingsinstrumente, mein Lieber:
das eine ist das Messer und das andere ist die Gabel.“
Au. „Na, wie bist du nach dem Kommers nach Hause ge—
kommen?“ — „Oh, ich danke, Sonst ganz gut. Nur als ich
Weh Treppe hinauf ging, hat mir einer auf die Finger ge—
reten.“
Bezeichnend. A. „Sie sagen mir jetzt das dritte Mal in
diesem Monat daß Ihnen ein Hund entlief.“ B. „Seit mein
Nachbar im Gesang ausgebildet wird, hälts kein Köter mehr
bei mir aus.“
Abschied von der Frau. „Also Liebste, sollte ich die aee
reise in Kaiserslautern noch um einen Tag ausdehnen wollen,

o schicke ich dir eine Postkarte.“ „Ist nicht nötig,“ sagte die
In „sie ist dir nämlich eben schon aus der Tasche ge—
allen.

Ein neues Land. Schupo: „Mann, wenn Sie so weiter
ingen, muß ich Sie unbedingt zur Wache bringen.“ — Be—
runkener: „Wissen Sie denn nicht, daß es im Uhland heißt:
„Singe, wem Gesang gegeben.“ — Schupo: „Kann schon
J hier sind wir in Deutschland, und nicht in
an 4

Hausmusik. Hausherr (zum en „Sagen Sie doch dem
Stuͤndenmädchen, es möchte die Klaviaturen etwas vor—
ichtiger abstauben, das ist ja eine ohrenzerreißende Musik.“
— Diener: „Verzeihen Herr Baron, das ist ja die gnädige
Frau, die spielt im Salon.“
Musilkenntnisse. Der Oberst zum Musikmeister eines Gar⸗
deregiments nach dem Meistersingervosspielt „.. .... und
dann die Bummelei mit den Posaunen. Die sind das
nächste Mal gleichlang zu ziehen bei allen dreien.“
Neue Ideen. „Ist das nicht eigentümlich, die besten Ideen
ommen mir meist beim Händewaschen,““ „Alter Junge,
da würde ich doch mal baden.“

Bitte, von einer anderen Vest'e. Paganini ging einst in
Paris in ein Geschäft, um sich Handschuhe zu kaufen. Die
VLerkäuferin legte ihm das neueste vor: „Gants àä la giraffe.“
— „No, no, signora!“ erklärte Paganini, „dun altra bestial“
Von einer andern Bestie). — Die Verköuserin, welche den
Beigenkünstler nicht kannte, steckt ihr stereotypes Lächeln
auf und öffnete einen anderen Karton, welcher die Aufschrift
zeigte: „Gants ä la Paganini!“
Zweierlei Dirigenten. Wenn bei Bülow das Eespräch auf
eine Dirigentenkollegen gebracht wurde, so pflegte er scherz⸗
jaft zu sagen: er kenne zweierlei Arten von Dirigenten: Die
ꝛinen hätten die Partitur im Kopf, und die anderen hätten
den Kopf in der Vartitur.

Der hohe Ton. Frau Beller ist fleißig beim Gesangs—
tudium, die Fenster n weit ofsen und geben den
Blick frei auf den gegenüberliegenden Fabrik-Neubau mit
Maurern und Zimmerleuten am Gerüst. Da läutet's an
der Flurtür. Die Dame unterbricht die Tonstala und öffnet.
Draußen steht der Maurerpolier von drüben, etwas ver—
egen: „Verzeihung, die Dame“, stotterte er, „ick wollt
»loß mal höflich fragen, ob Sie das sind, die hier immer
ingt?“ „Jawohl,“ beeilt sich Frau Peller geschmeichelt zu
aintworten. „Ach, denn bitt' ick viesmals um Entschuld'jung“.
druckst der Mann und dreht die Mütze in den Händen,
„aber würden Se woll so jut sind den janz hohen Ton
tich so lang zu halten — meine Leute schmeißen jedesmal de
Arbeit hin, se denken immer et is die Fabrikpfeife for
Feierabend“

Jun Schmierentheater. — — liegen noch auf der
Bühne, als der im Zuschauerraum sitzende Dorsbürgermeister
olötzlich niesen muß. Die Leichen (unisono respektvoll): „ßZum
Wohlsein, Herr Bürgermeister!“
            
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