Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 4. i Alllllürdllhtthh/ SeaarxxSänger-Bund lun

rnchsüshhsn Seite 263

—8

ahlke.

Das Heimat-⸗Museum der Stadt Saarbrücken, das
sich unter Leitung des Museumsdirektors Keuth in
ganz kurzer Zeit außerordentlich entwickelt hat und sich un—
bedingt gerade auch aus unseren Kreisen viel größeren Be—
suches erfreuen sollte, hat in letzter Zeit verschiedentlich
seine allerdings ohnehin etwas beschränkten Räume zu
Sonderausstellungen heimischen Künstlern
zur Verfügung gestellt.
So hat hier soeben auch unsere heimische Malerin Berta
Pahlke in einer Sonderausstellung einen Ueberblick über
ihr Schaffen der letzten beiden Jahre ermöglicht. Uns ist
Berta Pahlke keine Fremde, verdanken wir ihrer feinen
Kunst doch die prachtvollen symbolischen Wandbilder im
alten Sängerheim auf der Metzerstraße. Sowohl in unserer
Bundeszeitschrift, als auch im Bundesbuch haben wir auf
diese Werke unter Darbietung von Reproduktionen auf—
merksam gemacht, und es wäre erfreulich, wenn der
Bundesvorstand einen Weg fände, diese beredten, seelen—
oollen Wandmalereien in das neue Sängerheim Ludwigs⸗
park zu übertragen. Ganz besonders gilt dies von dem ganz
in sein Spiel versunkenen Cellisten, der die Welt verloren
hat. Von Berta Pahlke stammen auch die Wandmalereien
in der Ratsweinstube des städtischen Ratskellers in Saar—
brücken, die köstlichen Kinderreigen im Evang.
zeim auf der reedeege sowie die kraftgenialen
rstellungen in Sälen und Fluren der städtischen Ceeilien—
schule.

ungenlied, und wieder ein Cellist, der ganz seinem Spiel
zingegeben ist. Beide Werke sind malerisch von hoher
Zualität. Sie stehen in einem Rausch von Licht und Farben.
Müßte es nicht kunstsinnige Stifter geben, die den Volker
»em Bundeszimmer unseres Sängerheimes übergeben? Indes
»er Cellist bereits von der Stadt angekauft wurde und
tunmehr zum Grundstock einer demnächst zu schaffenden
tädtischen Gemäldegalerie gehört.
Von ihren Studienreisen durch Spanien und
Rordafrika künden eine Menge von Federzeichnungen,
Aquarellen und Holzschnitten. Sie gehören mit zu den
zesten, was die Ausstellung bietet. Südliche Landschaft und
üdliche Tier- und Menschenwelt ist erlebt, und in den
ßZann ihres Erlebnisses fühlt sich der Beschauer einge—
chlossen. Das gilt von den Einblicken in hohe winklige
Bassen, in barocke Kirchen, in enge Wirts- und Kaffee—
tuben, wie von der Aufschau auf turmgekrönte alte Städte,
»on den Darstellungen südlicher Wälder und Gärten und
»on den feingeschwungenen Linien wogenumbrandeter
tüsten. Aber am tiefsten läßt uns Berta Pahlke hineinschauen
n ihre krause Welt der Phantastik und Sym—
olik in einer Reihe kleiner Aquarelle; Madonnen, schrei—
ende, musizierende Engelsgestalten, Genien, Teufel, un—
Jlaubliche Fabelwesen! Man kommt aus dem Staunen nicht
zeraus über die einer überreichen Gedanken- und Ge⸗—
wen entwachsenen Gebilde einer feinen Künstlerhand,
lles bewegt von musikalischem Rhythmus ... Immer
vieder vertieft man sich in diese genialen Eingebungen
»iner kühnen Phantasie und fühlt sich selbst in Ekstasen
»ingesponnen.
Man kann wohl mit Sicherheit sagen, daß Berta Pahlke
ine künstlerische Zukunft hat. Wir gedenken in der
iächsten Nummer weitere Proben ihres fleißigen Pinsels
zu veröffentlichen, und wir glauben dadurch allen
denen in unseren Reihen einen Dienst zu
zun, die sich los gelöst haben von der deut—
schen Erbfünde, nur tote Meister zu ehren!
Walther Stein.

Die soeben geschlossene Sonderausstellung im Heimat—
museum bot eine Reihe größerer Tafelgemälde, die
zum Teil der religiösen Kunst angehörten: eine Kreuzigungs—
gruppe, die Verkuͤndigung, die drei Könige aus Morgenland,
der heilige Franziskus, sowie eine Reihe von weltlichen
Darstellungen: Sehnsucht, Goethes Fischer, Hubertus und
zwei Tafelbilder, die ganz besonders zu uns Sängern
sprechen werden, und die deshalb in der vorliegenden
Nummer unserer Bundeszeitschrift Wiedergabe gefunden
haben: Volker, der streitbare Fiedler aus dem Nibe—

—

Nachruf.

F

In Trauer benachrichtigen wir unseren Be—
kannten⸗ u. Freundeskreis, daß am 31. Dez. 1927
unser lieber Sangesbruder und 1. Schriftführer

344

—*

1

*

—J—

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2 —
Wilhelm Junker m
gestorben ist. Er war in Wahrheit uns allen
ein lieber Bruder, ein intelligentes Vorstands—
mitglied und ein eifriger Sänger. Das An—
denken an den lieben Heimgegangenen werden
wir stets in Ehren halten.

Männergesang⸗Verein v. 1923
GSulzbach⸗Saar.

SAALBAVO-RESTAVRANF SAARBRVCRKEN
inb. E. ERNST ↄAGͥO Als voraugiica helannt in sSpeisen und Getranken. Telephon Nr. 621
            
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