Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 117

Saar⸗Sänger⸗Bund

Seite 261

daß auf diese Art keine ersprießliche Arbeit geleistet werden
könne. Punkt 1: Verlesung und Genehmigung des Pro—
tokolls der Vorstandssitzung vom 28. Oktober 1927 zu
St. Ingbert. Punkt 2: Bericht über die letzte Bundes—
versammlung zu Saarbrücken. Besonders hervorzuheben
wäre, daß noch einige Vereine mit der Bestellung der
Chöre zum Bundesfest 1929 zu Neunkirchen im Rück—
stand sind, weswegen der Gauvorsitzende die Säumigen
bittet, dies doch baldigst nachzuholen. Seinen weiteren Aus—
führungen war zu entnehmen, daß der Gau St. Ingbert
den Gauen des Saar-Ost-Kreises zugeteilt ist und daß
gelegentlich des Bundesfestes 1929 in Neunkirchen der
Saar-Ost-Kreis den Chor zum Vortrag bringt: „Heimat,
du!“ von Kaun. Dann bestonte der Vorsitzende, daß sich
unser Gau doch auch an einem der Konzerte beteiligen
möge und bat die Vereine, sich in eine größere Gruppe
von mindestens 500 Sängern zusammenzuschließen und
Vorbereitungen zu diesem großen Treffen ins Werk zu
setzen, denn es wäre wirklich beschämend, wenn der Gau
St. Ingbert als drittgrößter im Bund bei keinem dieser
Konzerte mitwirken würde. Punkt 3: Abschluß aller
Zahlungen an Gau und Bund für das Jahr 1927, ferner
AÄbgabe aller Vereinsverzeichnisse, soweit dies noch nicht
geschehen ist. Zu 1 konnte vom Gauschriftführer die er—
freuliche Mitteilung gemacht werden (Gauschatzmeister
GBehring war durch Krankheit werhindert), daß die Jahresabschlußrechnung
 mit dem Bund bereits erledigt sei. Punkt 2:
Es waren noch 2 Vereine im Rüchkstand, die aber jetzt
ihre Verzeichnisse abgaben. Punkt 4: Angabe der zusammen—
gestellten Gruppen sowie der bestimmten Lieder zum Gau—
fest 1928 in Webenheim durch den Gauchormeister, Herrn
Lehrer Allgayer. Für den geschäftlich verhinderten Gau—
chormeister gab der zweite Gauvorsitzende Nik. Lützen—
burger, Nieder-Würzbach, den Bericht über die Dirigenten—
tagung vom 26. November 1927 im Karlsberg St. Ing—
bert bekannt. Aus seinen Ausführungen war zu ent—
nehmen, daß leider nur 9 Vereinsdirigenten anwesend
waren und zwar nachfolgender Vereine „Frohsinn“, „Ein—
tracht“ und Josephstal St. Ingbert, „Sängerklub“ Lautz—
kirchen, „Sängerbund“ Bierbach, „Concordia“ Webenheim
„Liedertafel“ Hafsel und „Lyra“ Rohrbach durch Ver—
tretung, ebenso „Germania“ Nieder--Würzbach. Der Gau
war durch den 2. Gauvorsitzenden und den Gauschrift-—
führer vertreten. Dann gab er die Einteilung des. Gaues
und der Lieder bekannt für das Gaufest 1928 zu Weben—
heim wie folgt: Der Sängergau ist für dieses Fest in 2
Bezirke und 4 Gruppen eingeteilt. Den Bezirk 1bilden
die Vereine: „Frohsinn“, Josephstal, „Eintracht“ Männer—
quartett, — 53 — Pfalz“, Pfälzer Sängerbund St. Ing—
bert, „Liedertafel“ Rentrisch, Liedertafel“ Hassel und
M.⸗G.⸗V. Oberwürzbach sowie Sängerklub Hochscheid. Be—
zirk 2 besteht aus den Vereinen: „Liederkranz“ und „Ger—
mania“ Niederwürzbach, „Lyra“ und „Harmonie“ Rohr—
bach, „Concordia“ Webenheim, Sängerbund Bierbach,
Sängerklub Lautzkirchen, M.«G.⸗«V. Alschbach, „Germania“
Biesingen. Die Gruppen bilden sich dann wieder aus den
Vereinen wie folgt: Gruppe 1: „Frohsinn“, Josephstal,
Pfälzer Sängerbund St. Ingbert und „Liedertafel“ Rentrisch.
Gruppe 2: Männerquärtett „Eintracht“ und „Fröhlich'
Pfalz“ St. Ingbert, „Liedertafel“ Hassel, M.G.«V. Ober—
Würzbach. Gruppe 3: „Liederkranz“ und „Germania“
Nieder-Würzbach, „Lyra“ und „Germania“ Rohrbach.
Gruppe 4: „Sängerbund“ Bierbach, „Concordia“ Weben—
heim, Sängerklub Lautzkirchen, Germania“ Biesingen,
M.⸗G.⸗V. Alschbach, Sängerklub Hochscheid-Reichenbrunn.
Die Liedereinteilung für den gesamten Gau, für die 2 Be—
zirke und die 4 Gruüppen ist folgende: Der gesamte Sänger—
gau bringt den Chor als Erbffnungschor zum Vortrag:
„Und hörst du das mächtige Klingen“ von Marschner.
Dieser Chor wird vom stellvertretenden Gauchormeister,
Herrn Kiefer, dirigiert. Bezirk J, dirigiert von Herrn
Musiklehrer Leon Bloch, bringt anschließend den Chor:
„Deutsches Volksgebet“ von Janovske. Bezirk II bringt
den Chor: „Weihelied“ von Striegler unter dem Stabe

des Musiklehrers Herrn G. Wilker zum Vortrag. Alsdann
ingen die 4 Gruppen nachfolgende Lieder: Gruppe 1:
„Heimat du“ von Kaun, dirigiert von Herrn Ripplinger;
Bruppe 2: „Rheinweinlied“ von Mendelssohn, unter Herrn
Zchönsiegel; Gruppe 3: „Das deutsche Lied“ von F. Hegar,
uinter Herrn Allgayer; Gruppe 4: „Vaterland“ von Wohl—
gemuth, von Herrn Kiefer geleitet. Nach dem Bericht dankte
her 15 Vorsitzende dem Berichterstatter und führte zwei
Punkte aus Punkt 6 GVerschiedenes) an: Wimpelschleife
zum 70jährigen Stiftungsfest des M.G.⸗V. „Concordia“
Webenheim und Erinnerungsmedaillen zu demselben. Er
zetonte, daß es schwer sei, diese Kosten aus der Gaukasse
zu bestreiten. Er stellte daher an die anwesenden Dele—
zierten die Bitte, mit ihren Vereinsausschüssen die An—
gelegenheit zu beraten und den Betrag durch Beisteuer auf⸗
ubringen. Es wurde auch von einigen Herren diese Sache
ils selbstverständlich betrachtet, zumal Webenheim ein Mit—
fründungsverein des Gaues St. Ingbert ist. Punkt 5:
donzerte unter Mitwirkung von Schülern. Der Vorsitzende
satte lediglich mit diesem Punkt den Vereinen einen Vor—
chlag unkerbreiten wollen. Punkt 6: Verschiedenes. Zu
diesem Punkt bat der Gauschriftführer die anwesenden
delegierten, doch über jede Tagung, die innerhalb des
Baues und Bundes staättfindet, ihre Vorstandsmitglieder
n Kenntnis zu setzen, ebenso dieselbe auch den Vereins—
nitgliedern bekannizugeben, ferner alle Angelegenheiten,
die von Gau und Bund an die Vereine weitergeleitet
verden, auf dem raschesten DVeny durch den in Frage kom—
nenden Herrn erledigen zu lassen, denn nur auf diese
Weise kann innerhalb des Gaues und Bundes gute und
zauernde Arbeit geleistet werden. Alsdann brachte noch
der M.⸗G.⸗V. Alschbach das schöne Lied: „Meister und Ge—
elle“ zum Vortrag. Der nächste Gautag findet am 29
zanuar 1928 zu Rohrbach statt.

Auf eine wohlgelungene Weihnachtsfeier, durch Be—
grüßungsansprache des Vorsitzenden Hamm freundlichst ein—
jeleitet, kann M.—sG.⸗WB. „Concordia“ Webenheim zurück—
zlicken. Musiker der Eisenwerkskapelle Homburg sorgten
ür treffliche Konzertstücke. Der Chor wartete mit gut ein—
zeübten klangschönen Chören auf, dem Sanctus aus der
„chubertmesse, dem Pilgerchor aus Tannhäuser, Der Herr
st mein Hirte von Klein, Die Nacht von Schubert, Marsch—
iers „Und hörst du das mächtige Klingen“ u. a,„ die viel
Beifall fanden. Das schön verlaufene Fest wird allen Teil—
nehmern in bester Erinnerung verbleiben! O. S.
Gau Tholey.

Zum ersten Male wurde hier in Obertahl an Weihnachten
Turmmusik geblasen. Als Turm wählte man sich die schönste
Zöhe des Vorfes — die Tannenkuppe, auf der idyllisch
sas Haus des hier ansässigen Arztes Dr. Steffens vor
wei Jahren erbaut wurde. Das Haus hat flaches Dach
ind ist für solche Veranstaltung gerade wie geschaffen.
Dr. med. Steffens ist inaktives Mitglied des Gesangvereins
TCäcilia“. Ehe die Glocke zur Mette rief, bliesen die
Turmbläser ins Dorf und brachten von der hellbeleuchteten
Zöhe die erste Weihnachtsstimmung mit Liedern in die
Zzerzen der Gläubigen. Erst leise, dann immer mächtiger
ind freudiger hörte man es bei Windstille auf allen
Wegen zur Kirche, sogar in den Häusern. Da man von
eiten der Bevölkerung nichts wußte, war man umsomehr
iberrascht, als man die feierliche Beleuchtung auf der be⸗
valdeten Höhe sah. Im Aufträge des Herrn Dr. Steffens
atte der Hauswart einen guten Bohnenkaffee mit Tee
jebraut, der den Turmbläsern gut schmeckte. Der Musik—
zerein wirkt im Interesse der Allgemeinheit und erwirbt
ich infolgedessen die Gunst der ganzen Bevölkerung. Die
Weihnachtsmufik wurde von allen sehr wohltuend emp—
unden und freudig begrüßt. Die Bevölkerung ist den
Musikern sehr dankbar ünd wünscht, daß man auch Ostern
uind Pfingsten dasselbe tut; auch in der Jahresschlußpredigt
n der Kirche an Silvester wurde der Musik gedacht und
zildete Gegenstand freundlicher Anerkennunga!

302 F —
            
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