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Saar⸗Sänger⸗-Bund
Nr. 11
besonders das erste Streichquartett recht viele bot, über—
wand jede Spielende leicht und sicher. Die Damen spielten
das Streichquartett in Es-Dur op. 74 von Beethoven und
von Haydn das Quartett in D-Dur Nr. 50, dazwischen die
italienische Serenade von J. Wolf, die fich m. E. nicht
so recht in den Rahmen der beiden Quartette fügte, da
sie mit ihrem leichten musikalischen Gehalt gegen die so
überreich sprudelnden Werke von Beethoven und Haydn
zu sehr abfiel. Der Höhepunkt des Abends war unstreitig
das Adagio des ersten Quartetts, echt Beethovensche Musik,
voll Macht und Schönheit. Das Queling-OQOartett hat sich
mit diesem ersten Auftreten in Saarbrücken sehr gut ein—
geführt und der Wunsch, seiner Kunst noch öfters hier
lauschen zu dürfen, war allgemein bei der dankbaren Zu—
hörerschaft, die mit größter Aufmerksamkeit dem hinreißen—
den Spiele vom ersten bis zum letzten Bogenstreiche lauschen.
symphoniekonzerten haben. Herr Rupp, Fraulautern, regte
zie Ehrung eines alten, verdienten Dirigenten an, der be—
reits mehr als 40 Jahre mit dem besten Erfolg den
dirigentenstab führt. Der Gauvorsitzende berichtete, daß
noch immer Bestrafungen von Gesangvereinen stattfinden,
die sich gegen die Bestimmungen der Tonsetzerorganisationen
»ergangen haben. Neuerdings hätten wieder zwei Gesang—
zereine der Saar, die zwar dem Saar-Sänger-Bund an—
gehören, aber nicht den Vereinbarungen mit den betref—
enden Genossenschaften beigetreten sind, Strafen von je
100 Goldmark zu entrichten. Der Bundeschormeister ver—
zreitete sich noch über das Bundesfest im Jahre 1929,
das in Neunkirchen stattfinden wird. Diese Veranstaltung,
in der etwa 25000 Bundesmitglieder teilnehmen dürften,
telle eine Heerschau von Sängern dar, wie sie im Saar—
zebiet noch nicht erlebt worden ist. Das Fest erstrecke sich
iber einen vollen Tag. Vormittags finden 4 Konzerte
tatt: eines mit Orchesterbegleitung, ein Kirchenkonzert, ein
zroßes Chorkonzert und ein solches für Volkslieder. Nach—
nittags werden nach einem Festzuge durch die Stadt Neun—
irchen auf den zum Festplatze erkorenen Sportplätzen der
ßorussen drei Massenchöre gesungen, an denen 15000
Zzänger mitwirken werden. Hier wird das Bundesbanner,
»as angeschafft werden soll, geweiht werden, wobei der
Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Herr Rechtsanwalt
dist, die Weiherede halten wird. Der Gauvorsitzende gab
ioch bekannt, daß der Bundestag 1928 am 22. April in
Merzig stattfinden wird. Nach einigen Mitteilungen in—
erner Natur wurde dann der Gaulag geschlossen.
Adventandacht des ev. Kirchenchvres St. Arnual. Die
Kirche ist bis zum letzten Platz besetzt. Leise verklingt „Vom
Himmel hoch“ von Pachelbel, vom Organisten Fr. Müller
vornehm registriert wiedergegeben. Es herrscht Weihnachts—
stimmung. Von der Empore klingt die mit tiefer Emp—
findung und reiner Stimme von Frl. Bohrmann (Friedrichsthal)
gesungene „Weihnacht“ v. Schlunk. Dann folgen
eine Reihe Lichtbilder von der Geburt Christi, geschmack—
voll zusammengestellt, von Herrn Pfarrer Uhrmacher mit
verständnisvollen Worten erläutert, von Darbietungen des
Kirchenchores unter Leitung von Fr. Grebe umrahmt. Von
den vorgetragenen Liedern wirkte besonders stimmungsvoll
„Stille Nacht“ und „Siehe, ich verkünde euch große Freude“.
Für Frl. Bohrmann, die noch mit Stubigs „Weihnachts—
zauber“ erfreute, dann aber zu einem anderen Konzert
mußte, sprang Frau Pfarrer Uhrmacher mit Weihnachts—
liedern von Cornelius ein. Solis, Lichtbilder und Chor
waren in ihrer Wirkung ein einheitliches Ganze, durchzogen
von der Idee: „Freuek, freuet euch, ihr lieben Christen!“
Der Organist Fr. Müller begleitete mit feiner Einfühlung.
Nach dem Orgelnachspiel (Warum kein gemeinsames Liedꝰ)
„Wie schön leuchtet der Morgenstern“ löste sich die andächtige
Gemeinde auf in dem Bewußtsein, den Weg zum Weih—
nachtsherzen bereitet zu haben. Dem ev. Kirchenchor und
seinem musikalischen Leiter Fr. Grebe möge dieser Abend
Ansporn sein und Kraft geben zu weiterer segensreicher
Arbeit zum Wohle der Gemeinde. K. K.
Sängerband Saarlouis 2. Am 8. Januar fand die
FJahresgeneralversammlung unter zahlreicher Anwesenheit
der Mitglieder statt. Der Jahres- und Kassenbericht zeigte
den gewaltigen Aufschwung, den der Verein im vergangenen
Jahre genommen hat. An Sängern zählt der Chor 128,
ie mit vorbildlichem Eifer sich der Pflege unseres schönen
Nännergesanges hingeben, so daß Probenbesuche bis zu
36 Prozent keine Seltenheit sind. Kleinliche Entschuldigungen
verden nicht oft vorgebracht. Der Vorsitzende dankte in
erzlich gehaltener Ansprache allen, die mitgewirkt haben,
aß eine solch schöne, einwandfreie Geschäfts- und Kassen—
ührung durchgeführt werden konnte; ganz besonderer Dank
vurde unserm Chormeister Gottlieb Hoffmann, der in
flicht. und zielbewußter Arbeit den Chor leitet und
veiterbildet. Die Vorstände der beiden zusammengeschlossenen
Bereine (Männer-Gesang-Vereinigung und G.⸗V. „Ein—
racht), welche den Gesamtvorstand bildeten, wurden ein—
timmig per Akklamation wiedergewählt. Den Vorsitz führte
Dbervpostsekretär H. Bank, Schriftführer sind J. Nedwed
ind Ingenieur Nawrotzki, Schatzmeister Karl Zumkeller und
B. Biehl. Seiner hohen Aufgabe bewußt, beschloß der
Lerein, auch in diesem Jahre keine besonderen Festlichkeiten
zu begehen; außer dem Familienabend am 22. Januar,
inem Fastnachtsball am Fastnachtontag, Teilnahme am
Volkstrauertag und für Ostersonntag ein größeres Kon—
zert, das unter dem Leitgedanken Heimat und Vaterland
tehen soll, ist neben einem Familienausflug und einer
Sängerfahrt nichts festgelegt worden. Tagungslokal wie
isher: Katholisches Vereinshaus Saarlouis 2.
Gau 5aqaarlouis.
Der Gau Saarlouis hielt seinen Gautag in Fraulautern
ab. 11 Vereine waren durch Delegierte vertreten, die
Zahl der übrigen Sangesbrüder war auf mehrere Dutzend
zu berechnen. Die Verhandlungen wurden vom 1. Gau—
vorsitzenden Bank geleitet. Vom Bundesvorstand war
Bundeschormeister Schrimpf aus Saarbrücken anwesend.
Zunächst wurde der Gesangverein „Sängerbund“ Saar—
wellingen einstimmig aufgenommen. Mit Rücksicht darauf,
daß noch immer Unklarheit über die Vorschriften zur Be—
freiung der Gesangvereine von der Lustbarkeitssteuer be—
stehen, gab Herr Schrimpf genaue Auskunft. Die von der
Regierungskommission aufgestellten Vorschriften lauten da—
hin, wenn ein Verein ein Stuhlkonzert aufführt, das mit
zwei Dritteln des Programms von den eigenen Sängern
bestritten wird, und aus der Qualität der zum Vortrag
kommenden Kompositionen ein ernstes, bildnerisches Konzert
zu ersehen ist, wird die Steuerfreiheit gewährleistet. Die
Vereine müssen die Gesuche unter Beifügung von drei
Programmexemplaren an den Gau richten. Dieser gibt das
Gesuch an den Vorstand des Saar-Sänger-Bundes in Saar—
brücken weiter. Von dort wird das Gesuch der Sachver—
ständigenkommission der Saarregierung eingereicht. Die
Entscheidung der Kommission, geht den Vereinen direkt
zu. Wenn'mit den Veranstaltungen ein finanzieller Ge—
winn verbunden sein soll, habe ein Gesuch keinen Wert.
Bekanntgegeben wurde auch, daß die Gaumitglieder Ein—
tritlsermäßigung zu der vom Saar-Sänger-Bund mit dem
Orchester des Saarbrücker Stadttheaters abgeschlossenen
Gau 51t. Ingbert.
Am 11. Dezember fand zu Alschbach ein Gautag des
Baus St. Ingbert statt. M.G.-V. Alschbach brachte unter
dem Stabe seines neuen Dirigenten Ziegler den deutschen
Zängergruß und ein Lied zum Vortraäg. Der 1. Gaäu—
orsitzende Schunk begrüßte die anwesenden Delegierten
und Gäste und gedachte des so früh aus dem Leben ge—
chiedenen Chorleiters und lieben Sangesbruders Phil.
Leidinger, Rohrbach, mit dankbaren Worten. Die An—
vesenheitsliste ergab, daß 7 Vereine fehlten, und zwar
Zzängerklub Josephstal, „Fröhlich' Pfalz“ St. Ingbert,
Harmonie“ Rohrbach, „Liedertafel“ Hassel, Sängerklub
2autzkirchen, Sängerklub Hochscheid, „Germania“ Biefingen,
vas dem Vorsitzenden Veranlassung gab, zu bemerken,
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ist der inbesriff eines zeitgemäßen und
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