Nr. 11(60007
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ESeite 2586
Am Brunnen vor dem Tore (), bearb. v. Silcher
Solovortrag
Auf, es dunkelt (n)
Solang im deutschen Eichentale (m)
Vortragsfolge II.
Sanetus
Hymne (mit Soloquartett) (5)
Tae Nacht (m)
Erab und Mond (m)
Auf ihr Freunde (m)
Solang im deutschen Eichentale (m)
Vortragsfolge III.
Sanetus
Salve regina (s)
diebe rauscht der Silberbach (m)
Ruhe schönstes Glück (s)
oder
I (m)
Ir es dunkelt (m)
Solang im deutschen Eichentale (m)
Vortragsfolge IV
für ein Kirchenkonzert.
Rücksicht auf die Zollschwierigkeit vr een— — Punkt8:
Die Form der Sängermütze wird festgelegt. Die Beschaffung
der Mütze durch die Vereine ist freiwillig. — Zu Punkt98,
„Abschluß der Konzerte der Berliner Liedertafel“, be—
richtet der Bundesschatzmeister: Eingang 23605,00 Fr.,
Ausgaben 23259,50 Fr. Ueberschuß 845,50 Fr. —
Punkt 10: Der Bundesschatzmeister gibt bekannt, daß
2 Gaue bisher ihre Bundesbeiträge noch nicht bezahlt
hoben: Dillingen und Schwalbach. — Verein Lautzkirchen
eantragt Herabsetzung der Bundesbeiträge. Der Antrag
wird abgelehnt. Dem Verein wird empfohlen, ein Unter—
stützungsgesuch an den Bund zu machen. — Die Verhand—
lungen mit dem städtischen Orchester über Sängerkonzerte,
Schuͤlerkonzerte, werden weiter geführt. — Der Bundes—
vorsitzende regt an, 1. von nun an auch die Bundes—
vorstandssitzung durch Liedvorträge eines Chores zu um—
rahmen, 2. daß Neugründungen von Vereinen zu unter—
binden seien. — Nächste Sißzung am 16. Januar 19828.
Der Bundesvorsitzende: Der Bundesschriftführer:
gez. Bongard. gez. Stein.
Franz Schubert im Jahre 1028.
Ter 19. November d. J. wird dem ganzen deutschen
Volke, insbesondere den musikalisch interessierten Volks—
genossen, ein besonderer Tag werden; ein Tag, wie selten
im Leben, an dem unsichtbar das große Räderwerk des
täglichen Getriebes sein unerbittliches Gesetz für Stunden
unterbrechen möchte und dem einen Gedanken nachsfinnen
Heute vor 100 Jahren schloß der unerschöpflich sprudelnde
Tonquell, Franz Schubert, im Alter von 31 Jahren die
Augen, einen unermeßbaren Schatz musikalischer Bekennt—
nisse mit hinübernehmend ins Jenseits. Die Tragik dieses
Erdenwallens wird von selbst alle lauten Feiern
verbieten. Schlicht und innig, wie der Große selbst war
wollen wir seiner gedenken. Jetzt schon mit Beginn des
neuen Jahres tragen einzelne Veranstaltungen den Namen
des Unvergeßlichen. Das Deutsche Sängerbundesfest wird in
Wien, der Stätte seines Wirkens, sein Andenken zu tiefem
Erlebnis werden lassen, und der neue Konzertabschnitt
wird alle Vereinigungen im Zeichen Franz Schuberts auf
den Plan rufen.
Wir Männerchöre müssen uns unserer besonderen Aufgabe
in diesem großen Reigen bewußt bleiben und nach Maß—
gabe der bestehenden Anforderungen unsere Vorbereitungen
treffen. Nicht im Vielen⸗Nebeneinander, sondern im Maß—
vollen⸗Gemeinsamen, Get qualitativ Bestmöglichem) wollen
wir unser Ziel erkennen. Größere Orte, in denen selb—
ständige Orchester- oder Kammermusik- und Liederabende
ihre genügende Besucherzahl finden, mögen durch ein
Männerchorkonzert sich das Bild Schuberts vervollständigen
lassen. Im kleinen Orte aber werden sich Orchesterverein
und Chorvereinigungen zu gemeinsamem Tun zusammen—⸗
finden. Ein Sänger oder g dazu Feen
aus des Meisters ureigenstem Gebiete. Allerorts wird sicher
eine Pershnlichkeit zu finden sein, die den Hörern den
Menschen Schubert näher zu bringen imstande ist. Unmög—
lich wird dabei auch nicht sein, da heute fast jeder Ort
einen eigenen Lichthilderapparat besitzt, daß dabei der
Meister in seiner Heimat im Bilde erscheint. (Schubert
im Kreise seiner Freunde, Schuberttiraden, Wiener Stätten,
Schubert-⸗Denkmäler.) Die deutsche Lichtbild- und Jimgemein⸗
schaft a. d. Saar wird für die Bereitstellung des nötigen
Materials Sorge tragen.
Nachstehend sei unseren Vereinigungen einiges zur Pro—⸗—
grammgestaltung aus dem Männerchorschaffen mitgeteilt:
Vortragsfolge J.
Sanctus a. d. d. Messe (b)
Gedächtnisworte
Pilger auf Erden (w)
Solovortra
Dae Nacht 5
Liebe rauscht der Silberbach (m)
Taͤe linden Lüfte sind erwacht (m), bearb. v. Wohlgemuth
Sanetus
Hymne oder
Salve Ihine
Grab und Mond
Ruhe schönstes Glück
Gotr aͤst mein Hirt (mit Orgeh oder
Tie Allmacht, bearb. v. Liszt (mit
Orgel)
Tenor⸗Solo und
Wer Chöre mit Klavierbegleitung sucht, den möchte ich
erweisen auf „Das Trfchen“ oder „Ver Gondelfährer“,
„Geisterchor aus Rosamunde“ und „Nachtgesang im Walde“,
se mit Bläserbegleitung (auch Pianoforte als Ersas) auszu—
ühren. „Ständchen“, „Zögernd, leise“ erfordert Altsolo und
stlavier, Gesang der Geister hat tiese Streicher und Be—
zleitung. Die vben erwähnten „Gott ist mein Hirt und
Allmacht“ sind auch orge wriert zu haben. Obige Vortrags—
olgen steigern sich in der Schwierigkeit der Ausführung.
Noch einige allgemeine Bemerkungen: Schubert wirklich zu
‚singen“ wird immer schwer bleiben; auch, wenn die Be—
eichnung „leicht“ einem Chore beigegeben ist. (Tie Buch—
taben hinter den Chortiteln bezeichnen 1* leicht, m—
nittel, 8,* schwer.) Vielleicht hat dieser Umstand mitge—
zolfen, eine Reihe von Bearbeitungen Schubertscher Solo—
ieder für Männerchor entstehen zu lassen. Auch die erste
Bortragsfolge nennt einige. Wie weit dem Raum zu geben
st, möchte ich jedem Verantwortlichen anheim stellen; rate
hm aber vor Prüfung derartiger Arbeiten, sein künstlerisches
Bewissen recht gründlich aufzurütteln, und dann immer
das Original zum Vergleich heranzuziehen. In den aller—
eltensten Fällen wird sich herausstellen, daß der Männer—
horsatz der durch die Schubertsche Begleitung geschaffenen
Ztimmung einigermaßen gerecht wird. Tas aber sind we—
entliche Momente. Für eine genauere Untersuchung ist
zier nicht Raum. Ich möchte nur noch auf „Pilger auf
Irden“ (Vortragsfolge J. verweisen, ein Satz von dem
zedeutenden Peter Cornelius, der auch die Worte unter—
egt hat. Für Solovorträge lassen sich die verschiedensten
vebiete verwenden: Orchestersätze, Klavier-Kompositionen,
dammermusik, ganz besonders aber Einzelgesänge.
Möge das d 1928 segensreich sein auch für unsere mu—
ikalische Volksbildung — im Zeichen Franz Schuberts.
Schrimpf, Bundeschormeister.
Gau Dillingen.
M.⸗G.⸗V. Sängerbund e. B. Dillingen. Zu einer ein—
drucksvollen Schubertfeier gestaltete sich der vom hiesigen
Bund für Volksbildungspflege, mit dem der Sängerbund
zum Zwecke gegenseitiger Unterstützung künstlerischer An—
gelegenheiten eine Ar! eee ihn gegründet hat, am
15. November gegebene Abend unter Mitwirkung des
Pyuzt Pazchenmch vom Weoho daarriten.