Full text : 5.1927-1928 (0005)

Seite 250 IP

Saar⸗Süuger⸗Bunde

AU

—R—

Der idyllische Kurort am duhe des Wienerwaldes hat
bereits Weltberühmtheit durch seinen hervorragenden Wein.
Nunmehr erregt er Aufsehen durch seine jüngst vollendeten
Thermalbäder-Anlagen. Die radioaktiven Akratothermen
von 24 Grad Kelsiüs und 72 Sekundenliter werden in ein
großes Freibassin, das wie ein See anmutet, geleitet und
ständig von der Urquelle gespeist. Rechts davon befindet
sich der große Sandstrand. Strandkörbe und Strandschirme
sind in reicher Zahl vorhanden. In einem mächtigen Bogen,
in und an die Berglehne terrassensörmig angebaut, erheben
sich drei Stockwerke hoch die Kabinenanlagen. Erwähnens-—
wert ist das innerhalb des Bades befindliche Terrassen—
Kaffee-Restaurant, sowie das separate Kinderbad mit Sand⸗
strand. Schöne Rasenflächen und schattiger Nadelwald recht—
fertigen den Namen: Parkstrandbad. Auf dem Bergplateau
befinden sich drei große Tennisplätze, ein eigenes Sonnen—
bad, ferner ein Sportplatz für Leibesübungen. Bad Vöslau
liegt an dem Südostabhange die Wienerwaldes und ist
in 45 Minuten von Wien zu erreichen.
Die Leitung des Sängerfestes hat einen Ausflug nach
Bad Vöslau in ihr Programm aufgenommen; es ist den
Sangesbrüdern möglich, innerhalb der Festtage einen halben
Tag auszuruhen und ein wohltuend erfrischendes Bad zu
neßmen. Der Kurort Bad Vöslau hat eigene Sänger—
karten angefertigt. Diese berechtigen zur Hin- und Rück—
reise von Wien nach Bad Vöslau mit Separatschnellzügen
und Salonautobussen einschließlich halbtägiger Badbenutzung
einschl. Wäsche (Badetrikot und Bademantes) und Trinkgeld,
zum Preise von Mk. 4.-. Ferner geben die Vöslauer, um
die Verpflegungsmöglichkeit sicherzüstellen, eigene Speise—
karten heraus. Diese kosten 1,50 Mk., Getränk und Trink—
geld sind inbegriffen.
Die Vorverkaufskarten können bereits jetzt von dem Bad
Vöslau, Direktion und Geschäftsstelle für Deutschland, in
Berlin-Wilmersdorf, Uhlandstr. 118/19, bezogen werden.
Daselbst sind auch ausführliche Prospekte zu beziehen.
Schubertfeiern 1028 in Wien.
Für die Wiener Schubertfeiern in diesem Jahr
wird ein Musikprogramm vorbereitet, das in seiner Ge—
samtheit eine große Huldigung für Franz Schubert dar—
stellt. Vor allem wird das musikalische Programm der
Festwochen, die am 3. Juni beginnen, im Zeichen Schuberts
stehen. Fast sämtliche Wiener Musikkorporationen bringen
im Rahmen der Festwochen Schubert-Werke zur Auffüh—
rung. In Mödling bei Wien ist eine interessante Frei—
lichtauffüͤhrung eines Schubertschen Singspieles geplant.
Eine Ausstellung „Schubert und das deutsche Lied“ im
Messepalast wird nicht nur das Leben und Wirken Schuberts
veranschaulichen, sondern auch seine Zeit durch Interieurs
Bilder usw. vorführen. Zur Erinnerung an den 26. März
1828, an dem Schubert sein einziges eigenes Konzert in
Wien, gab, wird am Jahrestag von der Gesellschaft der
Musikfreunde eine genaue Wiederholung des damaligen
Konzertprogrammes geboten werden. Für den Todestag
— 19. November — und die Woche vorher sind besondere
Veranstaltungen beabsichtigt. Auch die Regierung plant
für diese Zeit eine Feier. Die Gemeinde Wien wird eigene
Festlichkeiten veranstalten, die sich an die breitesten Schichten
der Bevölkerung richten werden. Einen wichtigen Faktor
wird das 10. Deutsche Sängerbundesfest, das vom 18. bis
23. Juli stattfindet, darstellen. Ueber 100 000 Sänger
aus ganz Deutschland werden sich hier zu einer ———
Kundgebung vereinen und dem unsterblichen Meister des
deutschen Liedes huldigen. In einer großen Massenauf—
führung, bei der 30000 Sänger mitwirken, sind auch
Chöre von Schubert vorgesehen. Der Festzug, der sich vom
Rathausplatz über die große Ringstraße zuüm Prater be—
wegt, wird am Aspernplatz eine Schuberthuldigung veran—
talten, in deren Mittelpunkt eine Schubertansprache steht.
So wird das gewaältige Fest im Zeichen Schuberts stehen
der heut noch unbestrittener Meister des deutschen Liedes
ist und als solcher die Wertschätzung der ganzen musi—
kalischen Welt genießt.

der deutschen ,— Frei von allem Kitsch —
Wappen- und Engelzauber, lañndschaftliche Unmöglichkeiten,
Wolkendruck — wirken diese kleinen Kunstwerke durch feine
Linienführung und wundervolle Farbtönung bezaubernd.
Außer dem Deutschen Sängerbundesabzeichen sind als
Schmuckmotive Leier, Lorbees und Eichenreis, auch der
ymbolische Fels im brandenden, Meer verwendet worden.
znunerhalb einer farbenfrohen Umrandung bietet sich ge—
tügend Raum sür Aufdruck oder Inschrift. Infolge ihres
gjeringen Ausmaßes (39: 26 und 32123) eignen sich diese
rächtigen Blätter besonders als Einlage in Mappen,
önnen aber auch in angepaßter Einrahmung einen vor—
iehmen Zimmerschmuck bilden. Sie sind Meisterentwürfe
des Kunssmalers Wilhelm Pech, Dresden, gedruckt bei der
Firma Wilhelm Limpert, Dresden, und verlegt vom Ver—
andhaus des D. S. B., Erich Eberhardt, Leipzig C 1,
dönigstraße 19, zum Preise von 0.80 Mk. im kleinen und
1.25 Mk. im großen Format.

Konzerte in Siebenbürgen.
Der Männerchor des Vereins jüngerer deutscher Ge—
verbetreibender in Hermannstadt hat sich durch zielstrebige
Arbeit im Laufe der Jahre neben den führenden Männer⸗
hören — der hauptsächlich aus Intellektuellen gebildeten
Hermania“ und dem „Männergesangverein“ des Bürger—
ind wohlhabenderen Gewerbestandes — in der allgemeinen
veltung eine beachtenswerte Stellung erworben. Den heu—
igen Höhepunkt kann der Chor selinem tatkräftigen und
zielbewußten Führer Karl Glückselig verdanken. Von den
vichtigeren Werken, die unter seiner Leitung zur Auf—
ührung Flangen feien Rombergs „Glocke“, Griegs „Land—
rlennung⸗ assels „Gelübde“, schwierige Maͤnnerchöre
a cappella von Waldemar v. Baußnern aus Anlaß des
Ziebenbürgischen Baußnern-Festes, und sonstige wertvolle
Werke der Männerchorliteratur und schließlich der „Eliland—
zyklus“ von Debois gelegentlich des 60jährigen Jubelfestes
des Vereins im vorigen Jahr, hervorgehoben. Gegenwär—
ig ist „Rolands Tod“ von Cobinanus in Vorbereitung.
Der Monat Oktober hatte dem Verein ein bedeutungs⸗
olles Ereignis gebracht. Es ist bei den siebenbürgischen
Männerchören üblich, sich neben der ausschließlich dem deut—
chen Liede gewidmeten Vereinsarbeit, meist im Zusammen—
virken mit einem Frauenchor, auch auf anderen musi—
alischen Gebieten zu betätigen. So haben die muster—
jültigen Opernaufführungen der „Hermania“ und des
dermannstädter Männergesangvereins und Mitwirkungen
ei großen oratorischen Aufgaben des Hermannstädter
Nusikvereins stets eine wichtige ergänzende Bedeutung im
Musikleben Hermannstadts gehabt. Auch der Verein jün—
gerer deutscher Gewerbetreibender hat sich, auf einige von
hormeister Glückselig herangebildete Solistinnen und So—
isten gestützt, ein eigenes Arbeitsgebiet erschlossen: das der
OPperette, und ist damit dem Beispiele seines Brudervereins,
des „Deutschen Liederkranzes“ in Kronstadt, gefolgt. Der
xste Versuch gelang mit Oskar Straus' „Ründ um die
diebe“ vorzüglich. Nicht weniger als sechsmal ging die
Zperette bei stets ausverkauftem Haus in Szene. Aber
nan will nicht stehenbleiben und höher in das Gebiet der
Jafsischen Operette und des deutschen Singspiels empor—
teigen. Ir. Burmaz.

Jazzunterricht
auf einer deutschen Musikschule.
Das Dr. Hochsche Konservatorium, das unter
deitung Bernhard Seékles steht, hat durch ein Rundschreiben
in die deutschen Musikzeitungen mitteilen lassen, daß bei
hm eine „Jazzklasse“ eingerichtet ist. In der Begründung
ieser „bedeutsamen“ Neueinrichtung wird u. a. gesagt, daß
aus erzieherischen Gründen der Jugend der ge⸗—⸗
pflegte Jazz nur von Nutzen sein kann“. Also so weit ist
s mit unserer deutschen Musikkultur gekommen, daß ein
Institut mit so ruhmreicher Vergangenhéit wie das Hochsche
donservatorium, aus dem so prominente Künstler hervor—
gjegangen sind, eßs wagt, die Verseuchung unserer Musik
aoch zu fördern, indem der Jazz offiziell eingeführt wird.
Man lese die Begründung: .. eineé Transfufion unver—
rauchten Niggerblutes kann wirklich nur nützen ...“ Dieser
Zatz ist die unerhörteste Schamlosigkeit, die seit Jahrzehnten
in deutschen Gauen ausgesprochen ist. Nicht nur, daß man

Die neuen Urkunden des D. 5. B..
notwendige Gebrauchsstücke für jeden Gesangverein zur
Ehrung verdienter Persönlichkeiten, sind in praktischer wie
künstlerischer Hinsicht vorbildeich zu nennen und erfüllen
bei niedrigster Preisstellung einen längst gehegten Wunsch
            
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