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Ruhig und friedlich floß es dahin, keine großen Um—
wälzungen, kein Wandern von einem Posten zum
andern, aber ein Leben voller Arbeit und Erfolge.
Wie kaum ein zweiter Komponist ist Neumann in
Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden.
Welcher Sänger kennt seinen
Namen nicht?! Wer hätte ihn
noch nicht auf dem Programm
eines Gesangvereins gelesen.
Jeder Verein, so groß, so
klein er sein mag, singt seine
Schöpsungen gern. Neumanns
Name bedeutet einen Mark—
stein in der Geschichte des
Männerchors: Fortführung
der Hegarschen Ballade und
deren Ueberwindung durch
Werke wie „Totentanz“,
„Requiem“ und „Große
Messe“. Wie die musikalische
Welt Neumann er'annte, zei—
gen die zahlreichen Ehrungen,
die dem Komponisten wider—
fuhren. Das Jahr 1927, in
dem er seinen 60. Geburts—
tag feierte, war für ihn ein
Jahr besonders glücklicher Er—
eignisse. Die Neumann—
Abende, wie der in Dillingen,
auf denen er stürmisch ge—
feiert wurde, die einen Quer—
schnitt seines Schaffens
zeigten, vermittelten ihm die
Gewißheit, daß seine Werke
tief im Volke wurzelten. Eine
ausführliche Studie über
seine Werke schrieb Dr. F. J.
Ewens (Gerlag Limpert, Cellist
Dresden).
Unter ungewöhnlich starker Beteiligung aller Schichten
der Bevölkerung wurde am 5. Januar nachmittags
Musikdirektor Mathieu Neumann auf dem Südfriedhof
zu Düsseldorf zur ewigen Ruhe beigesetzt. Um den großen
Künstler auch im Tod zu ehren, gab ihm die Stadt
Düsseldorf ein Ehrenbegräbnis. Die ganze deutsche
Sängerwelt huldigte nochmals ihrem Meister. Von weit
her waren Vertreter einzelner Männergesangvereine
erschienen: die Männergesangvereine des Westens, die
SaareSänser⸗Vundern
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Neumann zum Teil viel zu verdanken haben, waren
vollzählig aufmarschiert, so der Kölner M.«G.«V., der
Düsseldorfer Männerchor, der Essener M.G.V., der
Kruppsche M.⸗G.⸗V. „Gemeinwohl“ und der Düssel—
dorfer Lehrergesangverein. Nach der religiösen Hand—
lung sang der Düsseldorfer
Männerchor unter Musik—
direktor Flohr den Chor „O
bone Jesu“ von Palestrina.
Während der lange Leichen—
zug vorbeizog, grüßte die
Vereinigung Düsseldorfer
Männergesangvereine uner
der Führung des Bundes—
chormeisters Becker den Toten,
und am Grabe bestand der
letzte Gruß der deutschen
Sänger in dem Chor „Heilig
ist der Herr“ aus der „Deut—
schen Messe“ von Franz
Schubert, den der Düssel—
dorfer Männerchor mit den
beiden Essener Männergesang—
vereinen und dem Kölner
M.⸗G.⸗V. gemeinsam meister—
haft und packend vortrug
Der Vorsitzende des Düssel
dorfer Männerchors, Beige—
ordneter Dr. Füllenbach, wür
digte in seinen Gedenkworten
nochmals den treuen Freund,
den trefflichen Menschen und
den großen Künstler, der,
ähnlich wie sein ihm vor
dreiviertel Jahren im Tode
voraufgegangener Schweizer
Freund Hegar, neue Wege
gewiesen. Unter den präch—
tigen Kränzen und Blumen—
spenden befand sich auch ein Kranz Kölns mit der
Inschrift: Dem genialen Sohn die Vaterstadt Köln
Das Gedächtnis Mathieu Neumanns, der
dem aufstrebenden SaarSängerBund einst
ein wertvolles Lied spendete, wird unter
uns nicht verlöschen! Es wird leben und
singen und klingen in seinen Liedern!
Walther Stein.
Berta Pahlke
Mar MepersoOolhlbersteben.
m 31. Dezember verschied der Würzburger Hofrat
BProfessor Dr. Max Meyer-Olbersleben,
der sich durch seine lebensvollen Kompositionen für
Solostimme, für gemischte, Frauen- und Männerchöre
und für Orchester einen geachteten Namen gemacht
hat. Im Jahre 1850 in Olbersleben bei Weimar ge—
boren, besuchte er das Gymnasium in Weimar, war
Schüler der dortigen Großherzoglichen Musikschule und
der Münchener Akademie, hernach Lehrer an der
Weimarer und dann der Würzburger Musikschule, als
deren Direktor er bis 1920 tätig gewesen ist.
Dem Männerchor hat Max Meyer-Olbersleben
stets besonderes Interesse entgegengebracht. Seit 1879
wvar er Leiter der „Würzburger Liedertafel“. Eine
Reihe seiner schönsten Kompositionen sind für Männer—
hor geschrieben: Johannisnacht am Rhein, Volkers
Schwanenlied, Gelöbnis, Frühlingszauber, Wald—
andacht. Uns aber im Saar-Sänger-Bund ist
der verewigte Meister besonders nahe getreten durch
vielfache Betreuung unseres großen Fraulauterner
Bundesvereins und durch Stiftung eines dem Saar
land gewidmeten Männerchors unserer Liederblatt—
sammlung. So wird sein Gedächtnis unter
uns allzeit in besonderen Ehrenbleiben“
Stein.