Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 10 7

l Saar⸗Sänger⸗Bund

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voll vollzogenen Vereinigung nicht besser erbringen als durch
das Weihnachtskonzert am 11. Dezember, bei dem ihm bereits
die ersten Erfolge in den Schoß fielen. Dem begabten, fein—
sinnigen Chormeister Gottlieb Hoffmann war es bereits gelungen,
den gewaltig augewachsenen Chor auf eine beachtliche Höhe
zu bringen. Seine fleißige Weiterarbeit zum Zwecke der völligen
Verschmelzung berechtigt zu der Hoffnung, daß der Sänger—
bund Saarlouis 2 in absehbarer Zeit mit in die erste Reihe
der Bundesvereine rückt. Plastisch wären Grubers „Stille Nacht“,
Beethovens „An die Nacht“, Schaafs reizvolles „Geistliches
Wiegenlied“ und Lautenschlägers „Hasleluja“ mit Johanna Sie—
bert als Sopranistin und Alfons Philippi am Klavier heraus—
gearbeitet. Neben dem Chor und den genannten Solisten
hatte unsere rühmlichst bekannte Konzertsängerin Frau Wil—
helmine Huppert starken Anteil am Gelingen des Abends. Von
ihrem kunstbegabten Töchterchen Wilma begleitet, sang sie er—
lesene Weihnachtslieder von Berger, Cornelius, Reger und die
entzückenden des Paters Willibrod Ballmann. Der Bundes—
schriftfrührer gab in dem festlich geschmückten Saal der weihe—
vollen Weihnachtsstimmung Ausdruck, überreichte mit her'⸗lichen
Worten der Anerkennung dem Gauvorsitzenden Banck und dem
Gauschriftführer Müller die Ehrennadel des Bundes und rief dem
Sängerbund ein herzliches „Glückauf“ zu.

Lhormeister Kiefer, wird mit Wohlgemuths markigem Chor „An
»as Vaterland“ die Reihe der Massenchöre schsießen. Ueber die
Annahme dieses Vorschlages wird die nächste Gauvorstandssitzung
im 11. Dezember beschließen. Zu Punkt 3 der Tagesordnung
rahm Allgeyer Gelegenheit, auf die Zentenarfeiern von Beet—
hoven und Schubert hinzuweisen. Auch in den kleinsten Ver—
inen müsse man das Andenken dieser beiden Großen feiern,
zumal es ja der Möglichkeiten viele gibe. Insbesondere dürfte
iber der Gau als solcher nicht zurückstehen. Sein Antrag, im
rächsten Herbst Schubert in einem eigenen Gaukonzert zu
eiern, bei dem man wieder recht wohl in Gruppen singen
önne, fand allseitige Zustimmung. Das Programm zu diesem
ersten derartigen Konzert soll Gegenstand der Aussprache in
der nächsten Chormeistertaaung am 14. Januar 1928 werden,
u der jetzt schon auch alle dieejnigen Chormeister dringend
»ingeladen werden, die bisher durch Abwesenheit geglänzt haben.
Nach einem herzlichen Dankeswort für die rege Beteiligung wurde
die schön verlaufene Tagung geschlossen. M.

Am 6. November hielt der Gesangverein Lyra“ Rohrbach
m Saale „Zur Post“ sein diesjihriges Herbstkonzert ab. Wenn
chon der Volksliederabend im Juli ein Erfolg war, so war
ex doch bei diesem Konzert noch größer. Der geriumige Saal
var voll besetzt, und alle Besucher lauschten mit gespannter
Aufmerksamkeit dem Vortrage der Lieder und Chöre. Der
VPerlauf des Konꝛerts war musteraültig, und ein jeder Besucher
sing mit dem Bewußtsein der Befriedigung nach Hause. Der
jutgeschulte Chor hat auch wirklich unter der Leiung seines
üchtigen und rührigen Dirigenten Musiksehrers Georg Wilker
ehr aute Leistungen hervorgebracht. Aus der Zusammenstellung
»es Programms konnte man schon den Wert des Konzerts
»rkennen. Vor alsem fanden „Die Nacht“ von Schubert. „Die
Rose stand im Tau“ von Schumann, „Ave verum korpus“ von
Moeart, „Pymne an die Musik“ von Lachner, „Rudolf von
Werdenberg“ von Hegar, sowie „Der frohe Wandersmann“ von
Othegraven reichen Beifall. Ganz besonders muß noch die
Mitwirkung des Solisten Herrn Neumann aus Saarbrücken
jervorgehoben werden. Seine Darbietungen fanden bei dem
bublifsum und den Sängern überaus reichen Beiall. Die
Pianobegleitung der Lieder des Solisten hatte der Dirigent über—
tommen. Auch hier bewies Herr Wilker sein hervorragendes
dönnen. Wenn der Verein unter der Leitung seines tüchtigen
dirigenten so weiter arbeitet, wird ein weiterer Aufstieg nicht
rusbleiben!

Der M.—G.⸗V. „Eintracht“ Spiesen hatte am 11. Dezember
zur Einweihung seiner schönen Gedenktafel den Bundesvorsitzen—
den gebeten, der sich seiner Aufgabe mit herzlichster Wörme
hingab. Die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Rhein—
heimer, die Weiherede und der Prolog, von der Tochter eines
gefallenen Mitgliedes vorgetragen, wurden von herzandringlichen
Chören umrahmt, teils der „Eintracht“ selbst, teils von sanges—
brüderlich Anteil nehmenden Bundesvereinen: Doppelquartett
Becker, Frohsinn“, Liedertafel“, MeG.«V., „Harmonie“ und
die vereinigten Spiesener Mönnergesangvereine. Die erhbende
Gedächtnisstunde wird allen Teilnehmern unvergessen bleiben!

Gau St. Ingbert.
Am 26. November hatten sich die Dirigenten des Gaues
St. Ingbert zu einer in allen Teilen schön verlaufenen, sehr
regen Aussprache im Karlsberg zu St. Ingbert zusammen—
gefunden. Gauchormeister Algeyer eröffnete die Taqung und
gedachte in besonders herzlicher Form unseres lieben, leider
so plötzlich verstorbenen Kollegen Leidinger, Rohrbach, der
als einer unserer Eifrigsten und Pflichtgetreusten bei keiner
Gau- und Chormeistersitzung gefehlt und an der Aufwärts—
bewegung unseres Gaues stets regsten Anteil genommen hat
— Zur Tagesordnung übergehend, gab er sodann einen kurzen
Bericht über die Vertretertagung des Saar-Ostkreises in Neun—
kirchen. Den breitesten Raum in der Aussprache nahm wohl
Punkt 2 der Tagesordnung ein: Massenchöre zum GausSänger—
fest, verbunden mit dem 70jährigen Stiftungsfest des M.«G.⸗V
„Foncordia“ Webenheim im Juni 1928. Das Ergebnis ist in
Kürze folgendes: Die Tatsache, daß unser Gau auf 19 Bruder—
vereine angewachsen und damit einer der stärksten des Saar—
Sanger-Bundes geworden ist, läßt es nicht ratsam erscheinen,
einen Verein nach dem anderen absingen zu lassen. An Stelle
des bisher üblichen Vereinssingens tritt das Singen in Massen—
chören wie folgt: Alle Gauvereine singen unter Leitung des
Herrn Kiefer als dem Dirigenten des festgebenden Vereins und
dem stellvertretenden Gauchormeister gemeinsam: „Und hörst du
das möchtige Ksingen“ von Marschner. Der Gauchormeister soll
dadurch in Erscheinung treten. daß er, den Deutschen Sängergruß
dirigierend, die Reihe der Massenchöre eröffnet. Es folgen nun
zwei kleinere Massenchöre zu 400 bis 459 Säünger: St. Inabert—⸗
Stadt unter der Direktion von Chormeister Bloch, Saarbrücken,
mit dem deutschen Volksgebet von Janoske und St. Inabert—
Land mit dem „Weinlied“ von Striegle unter der Leitung
von Chormeister Wilker. Die Teisung des Gaues in weitere
vier Gruppen von je 200 bis 250 Sängern soll etwas mehr
Abwechssung in das Programm bringen. Gruppe 1(,Frohsinn“
Josephsthal, Pfälzer Sängerbund St. Inabert und „Lieder—
tafel“ Rentrisch) soll sich UuUnter Chormeister Ripplingers Füh—
rung an „Heimat du .. .“ von Kaun versuchen. Gruppe 2
Männerquartett, „Eintracht“, „Fröhliche Pfalz“ St. Ingbert,
„Liedertafel“ Hassel und M.«G.⸗V. Oberwürebach) mag unter
Chormeister Schönseiglers Stab Freude trinken an Mendels—
sohns feurigem „Rheinweinlied“. Gruppe 3 („Lyra“ und „Har—
monie“ Rohrbach, „Germania“, „Liederkranz“ Niederwürzbach)
wurde Chormeister Algeyer zu diriagieren gebeten; sie singt das
„Deutsche Lied“ von Hegar. Gruppe 4 Gierbach, Webenheim,
Lautzkirchen, Alschbach, Biesingen, Reichenbrunn), geleitet von

Der M.G.⸗V. „Josephsthal“ St. Inabert, Chormeister 8.
Bsoch, Saarbrücken, hilt am 22. Januar, nachmittaas 3140
Uhr, im Saale des Café Becker unter freundlicher Mitwirkung
des Herrn Hegarth, Helden-Bariton vom Stadttheater Saar—
zrücken. ein Konzert ab unter der Devise „Feuer und Nacht“
m ersten Teil und „Freude“ im zweiten Teil.
Gau Sulzbachtal.

Mit seiner bewußten Pflege und Förderung des deut—
chen Volksliedes steht der Gau Sulzbactal mit an füh—
render Stelle. Das bewies wieder so recht der am 4. Dez.
in Altenwald stattgehabte Lieder“ag. dessen Programm mit
erschwindender Ausnahme wertvollste Männerchorliteratur
hot und zugleich eine Uebersicht über die Satzweisen von
Drlando di Lasso an bis zu Matthien Neumann und
Heinrichs ermöglichte. Es waren beteiligt: Männerchor
Schnavpach Tabillon), M.⸗«G.V. Liederfreund Altenwald
Warth). Männerquartett Saargold Nauweiler. das sich
ihrigens trotz seiner Kleinheit unter Preiser brillant schlug,
M.«G.«V. 1877 Hühnerfeld (Naumann), Konkordia Herren—
ohr (Mierswa), Harmonie Dudweiler (Brünner), Dovpel⸗
quartett Arion Herrensohr (Mierswa), Eintracht Alten—
vald (Trenz), Konkordia Sulazbach (Vreiser), Eintracht
Schnappach (Becker). Friede Altenwald (Genschel) und
M.⸗G.⸗V. 1923 Sulzbach (Haeber). Mit R'cht konnte der
Bundesvertreter Stein für die fleißige, hingebungsvolle,
gediegene, künstlerische Arbeit der Dirigenten und der
angesfrohen Mitglieder herzlichst Dank und Anerkennung
In Der Liedertag war für den Gau ein unbestrittener
Frfolg!

Der MaG.V. von 1923 Sulzbach hielt am 30. Oktober in
der Aula des Gymnasiums sein Herbstkonzert ab. Sorgfältiast
hatte Chormeister Haeber ein reichhaltiges Programm aufgestellt,
zas alle Hörer vollstündig befriedigte. Daß sich der Verein einer
ganz besonderen Beliebtheit erfreut, bewies die vollbesetzte Aula
            
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