Full text : 5.1927-1928 (0005)

Seite 2381

Saar⸗-Sänger-Bund

Nr. 10

Versammlung: 2. Bericht des Kassierers über den statt—
gefundenen Theaterabend: 3. Jahresbericht, Kassenbericht
und Vorstandswahl; 4. Verschiedenes. Vor Eintritt in
die Tagesorrdnung gedachte der Schriftführer mit einigen
Worten des 1. Vorsitzenden, der mit dem heutigen Tage
sein 15jähriges Jubiläum als 1. Vorsitzender feierte. Be—
reits vor dem Kriege an die Spitze des Vereins gestellt,
hat er es bis zum heutigen Tage in ununterbrochener
Amtszeit verstanden, den Verein empor zu bringen trotz
manch krisenschwerer Zeit. In Anerkennung seiner dem
Verein geleisteten Diensste wurde ihm im Namen des
Vereins ein silberner Stock nebst einem wundervollen
Blumenkorb überreicht. Seinen Dank für diese Aufmerk—
samkeit bekundete er aufs schönste mit dem Versprechen,
auch in Zukunft dem Verein wie unserer guten Sängersache
zu dienen. Gegen die Punkte 1 und 2 der Tagesordnung
gab es keine Beanstandungen. Punkt 3a und b, Jahresund
 Kassenbericht, zeugte von der fleißigen Arbelt, die
während des Geschäftsjahres geleistet wurde; in dieser Hin—
sicht kann der Verein vertrauensvoll in die Zukunft blicken.
Bei der Vorstandswahl mußten einige Ersatzwahlen ge—
tätigt werden; es setzt sich der Gesamtvorstand aus folgen—
den Sangesbrüdern zusammen: 1. Vorsitzender Karl Barth,
2. Vorsitzender Robert Brandstetter, 1. Schriftführer Phil.
Schock, 2. Schriftführer August Gölzer, 1. Kassierer Fritz
John ,2. Kassierer Jakob Müller, Archivar Jakob Abriß,
Beisitzer Ad. Matheis, Karl Kierig und Karl Thobe. Er—
gänzt bzw. neugewählt wurde noch eine Pressekommission
sowie Vergnügungsausschuß; desgl. die Vertreter zum
S. S. B. Gau Neunkirchen. Unter Punkt 42 wurden einige
Neuaufnahmen getätigt. Am ersten Weihnachtsfeiertage
findet im Vereinslokale eine Familienfeier und an Fast—
nacht ein Maskenball statt. Nach Erledigung einiger interner
Angelegenheiten und Bekanntgabe der demnächst statt—
findenden Gaukonzerte usw. konnte mit einem Schlußchor
die Versammlung um 6 Uhr durch den 1. Vorsitzenden
geschlossen werden.

FJakob Esch; VII. MeG.V. „Liederkranz“ St. Barbara: 1.,„Ewig—
iebe Heimat“ von Karl Hirsch, 2. „Vergiß nicht mein“ (altes
Kolkslied); VIII. MeG.V. Büren: 1. „Jungvolker“ von Karl
dirsch, 2. „Ein Männlein steht im Walde“ von Jodoc Schaaf.
— Sodann überreichte der Gauvorsitzende im Auftrage des
Zaar-Sänger-Bundes dem Chorleiter Schmitz in Büren, welcher
»ereits die Ehrennadel für 40jährige aktive Sängerschaft besitzt,
das seitens des Bundes ausgesteblte Diplom nebst einer Ehren—
iadel für 25jährige treue Dirigentenschaft. Der Gauchormeister
Zpurk brachte mit sämtlichen Sängern den Saar-Sänger-Bunds—
-pruch und als Massenchor „Es dunkelt schon in der Heide“
zum Vortrag. Nach Besprechung der einzelnen Dirigenten und
Vorsitzenden der Vereine mit dem Wertungsrichter ergab sich
olgendes Resultat: „Frohsinn“ Niedaltdorf: gut; „Sangeslust“
ximersdorf: gut; M.G.⸗V. Gisingen: gut; „Concordia“ Kerprich—
semmersdorf: gut; „Einigkeit“ Siersdorf: gut; „Liederkranz“
ßroßhemmersdorf: sehr gut; „Liederkranz“ St. Barbara: gut,
MoGieV. Büren: sehr gut. — Es muß hervorgehoben werden,
daß die einzelnen Vereine im Aufwärtsstreben begriffen sind und
echt Ansehnliches geleistet haben. Nur muß noch mehr Wert auf
zie Aussprache und die Endkonsonanten gelegt werden. Die
norgetragenen Chöre wurden mit größter Aufmerksamkeit be—
auscht und endeten mit großem Applaus des Publikums.
des weiteren wird der Niedtalgau bestrebt sein, das deutsche
died und das brüderliche Zusammengehörigkeitsgefühl an der
iußersten Westecke des Saargebietes zu verbreiten und öfters
»erartige Veranstaltungen der Oeffentlichkeit zu bieten.

Gau Ottweiler.

Auf eine künstlerisch recht wertvolle und erfolgreiche
Leranstaltung blickt der Musikgesangverein Ottweiler
urück, der soeben einen geschlossenen Johann-Strauß-Abend
eranstaltete. Stellvertretender Bundesschriftführer Grebe
nachte als Sprecher interessante Ausführungen über Leben
uind Lebenswerk des Meisters und seine Bedeutung für die
tunst. Der Kritik der Tagespresse entnehmen wir u. a.:
„Das folgende Potpourri über die Operette „Die Fleder—
naus“ sowie die späteren Stücke des Orchesters („Wiener
Blut“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Aegyptischer
Marsch““ brachten die ganze Klangfülle der perlenden
Ztraußschen Weisen in ihrer prickelnden Art voll zur
hHeltung. Der Solist des Abends, Opernsänger Moser (Ba—
riton) zeigte sich auch den schwierigsten hohen Lagen ge—
vachsen und entwickelte eine Kunst des Vortrages, die ihm
eitens der Zuhörer stürmischen Beifall einbrachte. Solis
vie „Lagunen-Walzer“ und „Wer hat euch denn getraut?“
erwiesen sich in Erfassung und Wiedergabe äußerst dank—
har. Die schwierige Kombination des Zusammenwirkens eines
iber 60 Mann starken Männerchores mit einem gutbesetzten
Irchester fand unter dem Dirigentenstab des Chormeisters
Rberlehrer Schmidt, St. Wendel, eine vollendet glückliche
Ldösung. Die mit Orchesterbegleitung zum Vortrag gebrachten
Thöre „An der schönen blauen Donau“ und „Wein, Weib
and Gesang“ stellten schon durch ihre Größe hohe An—
orderungen an die Stimmenqualität der Sänger, die sich
aber der sicherlich nicht oft gestellten Aufgabe eines har—
nonischen Zusammenwirkens mit starkem Orchester einwand—
frei entledigten.“ Der außerordentliche, zu Zugaben zwin—

Gau Niecedtal.
Am 11. Dezember versammelten sich sämtliche Vereine des
Niedtalgaues im Saale Zenner in Büren zur Teilnahme am
Wertungssingen. Als Wertungsrichter wurde seitens des Bundes
Herr Hitzelberger aus Saarbrücken bestellt. Nach Vortrag des
Deutschen Sängergrußes und des Massenchors „Und hörst du
das mächtige Klingen“ von Marschner entrollte sich vor voll—
besetztem Saale folgendes Programm: Erster Teil: J. Männer—
gesangvyerein „Frohsinn“ Niedaltdorf: 1. „Die Mühle im
Walde“ von Edgar Hausen; 2. „Stehn zwei Sternlein“ von
Franz Zureich. III. M.G-V. „Sangeslust“ Eimersdorf: 1. „Ich
grüße dich, funkelndes Traubenblut“ von Mathieu Neumann,
3. „Schön ist die Jugend“ von Gustav Wohlgemut; 111. M.G.«V
Gisingen: 1. „Maiennacht“ von Fritz Bautzer, 2. „Die Ehre
Gottes aus der Natur“ von L. v. Beethoven; IV. MG.V.
„Concordia“ Kerprich-Hemmersdorf: 1. „Hab mein Wage voll
gelade“ von Joseph Bloner, 2. „Einsamer Wanderer“ von
Adolf Behle. Zweiter Teil: V. M.G.V. „Einigkeit“ Siersdorf:
1. „Schützenlied“ von H. Sonnet, 2. „Es dunkelt schon“ (altes
Volkslied)'d; VI. MGeV. „Liederkranz“ Großhemmersdorf:
1. Die Vesper von L. v. Beethoven, 2. „Schlafalöckchen“ von

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