Full text : 5.1927-1928 (0005)

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Saar⸗Sänger-Vund II.

ull Nr. 9

waren vortreiflich. Liedertafel-Harmonie, in diesem Streben vor—
wärts, dann geht es unter dem Stabe des Dirigenten zur
Höhe!
Die Madrigalvereinigung des Saar-OQnartetts Saarbrücken
trat in der stimmungsvollen Aula des Reformgymnasiums vor
sehr gut besetztem Hause mit einem Konzert heraus, dessen Lied—
foige ausnahmslos als erstklassig bezeichnet werden muß. Durch
die Wiedererweckung dieser entzückenden geistlichen Sätze von
Decius (Schröter), Handt Gallus), Friderici, Isaak, Palestrina
und weltlicher von Wagner, Brahms, J. Abraham, P. Schulz,
Nils Gade und Robert Schumann erwies die Madrigalvereini—
gung ihre Berechtigung, ihre Mission. Erst zwei Monate arbeitet
Robert Carl, der sicher noch eine Zukunft hat, an dieser
köstlichet Aufgabe. Zu einem vollkommenen Einklang konnte
es daher naturgemäß noch nicht kommen. Aber die Stimmen,
die ihm zur Verfügung stehen, sind gut, teilweise ausgezeichnet.
Seine Aufgabe wird es sein, sie mehr und mehr zu ver—
schmelzen. Das mit viel dankbarem Beifall dargebotene Konzert
zeigte, daß die Madrigalvereinigung auf bestem Wege ist. Mit
besonderer Anteilnahme werden wir ihre Weiterarbeit verfolgen.
Herzliches Glückauf! Ließe sich nicht herbeiführen, daß wenigstens
während des ersten, geistlichen Teiles das stimmungabwürgende
Beifallklatschen unterbleibt? Andächtiges Schweigen zwischen
den Vorträgen ist ein Ausdruck des Dankes, der den Ver—
anstaltern tsefer zu Herzen gehen wird. Das Bedürfnis nach
gymnastischen Uebüngen ließe sich gewiß hernach noch auf Fluren,
Treppen, Schulhof, gegebenenfalls in der nahe gelegenen Turn—
halle befriedigen! St

zrachte der 1. Vorsitzende, Stadtoberinspettor Maurer, der
in zu Herzen gehenden Worten der une Vichen Verbunden—
seit zwischen dem Saarland und dem deutschen Reich
»egeisterten Ausdruck verlieh. Er dankte ferner dem fest—
zebenden Verein für die freundliche Einladung und der
reu zur Sache stehenden Bürgerschaft für die freie, gute
uind liebevolle Aufnahme und Gastfreundschaft. Alle
Zzänger, mit Angehsrigen, etwa 150 Personen waren in
zreiquartiere untergebracht. Am Sonntag vormittag
vurden unter trefflicher Führung die Sehenswürdigkeiten
ind historischen Plätze nach Hambach zu besichtigt, anschlie—
zend im Hambacher Winzer-Verein die Perlen der Pfalz
senossen. Es war ein schönes Bekenntnis zum deutschen
Ldied, das hier abgelegt wurde, aber auch ein Bekenntnis
»es Willens, die Einigkeit im deutschen Volke zu stärken!
Dder M.⸗G.⸗“VB. Sängerkreis Eintracht hatte sich bei der
dindenburgfeier sowie Allerheiligen und Totensonntag wie
Aljährlich wieder durch seine Lieder in den Dienst der
Allgemeinheit gestellt. In den Monaten Juli und Oktober
sat der Verein dem Krankenhaus Reppertsberg einen Besuch
ibgestattet, um seinen und den übrigen Kranken und Ge—
tiesenden durch Liedvortrag Trost, Kraft und neuen
debensmut zu bringen. Herzlichen Tank richtet auch noch
in dieser Stelle der Verein an die Verwaltung des Kranken—
zauses für die freundliche Aufnahme. — Der Verein
zegeht am 18. Dezember, nachmittags 7 Uhr, im Ro—
andseck sein Weihnachtsfest mit einem neuen Programm,
ind er hat dazu die heimische Künstlerin Olga Schwindt
zur Mitwirkung genommen. Wir bitten alle Sangesbrüder
im rege Teilnahme.

M.⸗G.⸗V. St. Arnnal von 1865 hielt am 12. November
sein diesjähriges Stiftungsfest ab. Der Chor unter Lei—
tung von Friß Grebe trug einige Lieder vor. Vereinsmit-—
glieder führten ein Theaterstück auf. Tie Musikkapelle
Hundertmark“ erfreute durch einige Stücke. Nach dem
offiziellen Teile fand ein Ball statt. Fr. Gr.
Der Saarbrücker Lehrergesangverein veranstaltete am 24.
Oktober einen Beethovenabend unter Mitwirkung mehrerer
Herren des städtischen Orchesters. „Tem Gedächtnis des
Meisters“ sprach Stadtschulrat Hans Bongard tiefpackende
Worte. Zum Vortrag kamen Op. 71, Sextett für 2 Klari-—
netten, 2 Hörner und 2 Fagotte, Op. 69 Violoncello, Sonate
4-Dur und Op. 16 Quintett für Oboe, Klarinette, Horn,
Fagott und Pianoforte. Es wirkten mit Mischa Rakier
(Cello), Walter Lorenz (Oboe), Wilhelm Niemeyer und
Hermann Tettenborn (Klarinette), Hubert Geyer und Georg
Taufsaint (Fagott), Wilhelm Braune und Ernst Albrecht
(Horn) und Frit Neumeyer (Flügel). Das Sertett wurde
dirigiert von Otto Schrimpf. Tem Lehrergesangverein sei
auch von dieser Stelle aus gedankt sfür seine Arbeit und
seine Bemühungen, uns mit der Kammermusik bekannt und
vertraut zu machen. Taß die Werke einwandfrei vor—
getragen wurden und tiefen Eindruck hinterließen, braucht
wohl nicht besonders erwähnt zu werden, zumal die Tages—
presse ausführlich berichtet hat. Fr. Gr.
Der M.⸗G.⸗V. Sängerlreis Eintracht, Burbach, beteiligte
sich am 16. und 17. Juli an dem deutschen Liedessest in
Neustadt. Zum erstenmale seit 1914 war diese schöne
Stadt der Psalz der Treffpunkt deutscher Sänger aus Nah
und Fern, gegrüßt von dem Triumpfbogen: „Willkommen
ihr deutschen Sänger!“ Ein, Festzug von etwa, 1009
Sängern bewegte sich durch alle Hauptstraßen der festlich
geschmückten Stadt zum Festplaß. Im Festzug bemerkte
man u. a. die Vereine Sängerkreis-Heidelberg, Liedertafel—
Heidelberg, den Heidelberger Liederkranz, den Gesangverein
der Württemberger, Germania-Walldorf, den MG.⸗V.
Lindenhof-Mannheim, Concordia-Mannheim. Der M.G.V.
Sängerkreis-Burbach mit 110 Sängern und seinem neuen
Chormeister Kredteck war am stärksten vertreten. Die Saar—
länder, im Festzug überall bejubelt und mit Blumen über—
sät, gedenken noch heute jener erhebenden Stunden. In
herzlichen Worten hatten Oberinspektor Süß, Vorsitzender
des M.«“G.«B. Neustadt und Tr. Gompfs-Speyer als 1Prä—
sident des Pfälzer Sängerbundes die erschienenen Vereine,
ganz besonders den M.GeV. Sängerkreis Saarbrücken—
Burbach begrüßt. Ten Gruß der deutschen Saar über—

Gau 56. Ingbert.

Gau St. Ingbert hielt unter dem Vorsitz des Gauvor—
itzenden P. Schunk im Beckerbräu St. Ingbert eine Vor—
tandssitzung ab. Zur Ausstellung der Bundesmitglieds—
zücher wurden sämtliche Vereinsverzeichnisse mit den Namen
iller aktiven, inaktiven und Ehrenmitglieder entgegengenom—
nen. Es folgten Vorbereitungen zu dem am 11. Juni
928 in Webenheim stattsindenden Gaufest, an dem teil—
unehmen jedent Gauverein und Sänger zur Pflicht ge—
nacht wurde. Das Programm wurde sestgelegt. Die Ein—
eilung der Sängergruppen wurde dem Gauchormeister und
den Tirigenten überwiesen, die auf dem nächsten Gautag
das Ergebnis bekannt geben werden. Ein jeder Gaubverein
vird für seine Fahne vom Jubiläumsverein eine Erinne—
rungsmedaille erhalten. M.G.⸗VB. Sängerbund, Bierbach,
vird die Patenstelle übernehmen. Nun solgte die Ein—
ziehung der Beiträge für 1927. Säumige BVereine sollen
auf dem nächsten Eautag namhaft gemacht werden. Der
nächste Gautag findet am 9. Dezember in Alschbach statt
Gau Sulzbachtal.

Wie ersprießlich in unserm Gau gearbeitet wird, zeigt
die sehr gut besuchte Dirigententagung. Von 20 Vereinen
varen 17 Dirigenten anwesend. Zwei Vereine hatten Ver—
reter geschickt. Die Sitzung wurde geleitet von dem Gau—
orsitzenden W. Rauchholz. Auf der Tagesordnung standen:
1. Bundesfest 1929, 2. Die Schubertfeiern des Gaues,
3. Verschiedenes. Zu Punkt 1 beschlossen die Dirigenten,
in den Konzerten in Neunkirchen teilzunehmen, und zwar
ain den volkstümlichen. Der Gau teilt sich in 2 Gruppen.
Die obere Gruppe: Bildstock, Friedrichssthal und Elders—
zerg singen die Lieder: „Drei Röslein“ von Silcher und
„Der Jäger aus Kurpfalz“ von Othegraven. Die untere
Bruppe: Altenwald, Schnappach, Sulzbach, Hühnerfeld,
derrensohr, Neuweiler und Dudweiler singen: „Nun leb
vohl du kleine Gasse“ von Silcher und „Muß i denn zum
Städtle n'aus“ von Silcher. Die Leitung übernehmen, von
illen Dirigenten so gewünscht, die jeweiligen Gauchor—
neister, Punkt 2. Von den Gauchormeistern wurde der
Vorschlag gemacht, die Schubertfeiern 1928 nur in größeren
Bvruppen zu feiern. Mit der größten Freude wurde dieser
deale Gedanke von allen Dirigenten entgegengenommen.
Alle wollten unsern Meister Schübert in gebührender Weise

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