Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 9 IHIIP

Saar⸗Sanger⸗VBunde

Seite 213

zum Ausdruck. Der Dank und der herzliche Wunsch: Auf
Wiedersehen! seitens des Gauvorsitzenden war allen Teil—
nehmern recht aus dem Herzen gesprochen. St.
Ueber den Rinkens-Abend des M.—G.⸗WB. „Liederkranz“,
Saarbrücken, entnehmen wir der „Saarbrücker Zeitung“:
Wilhelm Rinkens war bis zum letzten Konzert des „Lieder—
kranz“ an der Saar so gut wie unbekannt. Dank des
mutigen, richtig wertenden Zugriffs des rührigen Chor—
leiters Phil. Stilz kennen und schätzen wir ihn jetzt. Heimat—
liebe und Heimatfreude beherrschte die ersten uns gebotenen
Chöre, die in der Behandlung der Singstimmen und der
Begleitung Originalität mit Gediegenheit gepaart offen—
barten. Das „Deutsche Gebet“ war von großzügiger Har—
monik und machte mit seinem wirksam eingefügten Bariton—
sala, umklungen von grandiosen Tonwogen des königlichen
Instruments, das der Komponist selbst meisterte, einen tiefen
Eindruck. Phil. Stilz prägte mit seinen folgsamen, be—
geistert zusammenwirkenden Sängern in monumentalem Aus—
bau gerade dieses Werk zum Haupterfolg des Abends. Be—
sonderen Widerhall in saarländischen Herzen mußte die
eigenartig tragisch gefärbte Sgaarhymne „Treue“ finden und
erntete, wie auch der Heimatsang „Thüringen“ herzlichen
Beifall. Noch einmal fand die Heimatliebe in dem vom
Komponisten gedichteten „Auf ferner Wacht“ innigen und
fefsselnden Ausdruck; in der Vertönung von M. Greifs „Wer—
teluhr“ überraschte die driginelle rhythmische Behandlung.
die der Chor fein zur Geltung brachte. Dann kam auch der
Humor zu seinem Recht in dem entzückenden „Heiteren
Ständchen“, worin Fritz Düpré das köstliche Solb wirkungs—
voll vortrug. Ein erheiterndes „Trinklied“ fand ebenso
warmen Beifall wie die gefühlvollen Lieder „Schöne Nacht“
und „Liebe“ von Martin Greif. Tonbildung, Tempogebung
und Dynamik bei allen Darbietungen waren hervor—
ragend gut. In der dreisätzigen deutschen Suite, die nach—
einander die harte Tagesarbeit, Feierstunde am Abend
und fröhliche Wanderlust programmatisch ausprägt, zeigte
Wilhelm Rinkens, daß er auch als Pianist und Interpret
seiner eigenen Kompositionen über gute Technik und er—
lesenen Geschmack verfügt. Als Solist war Herr Konzert—
sänger Ernst Fleischhauer aus Frankfurt a. M. gewonnen,
der neben dem Baritonsolo im „Deutschen Gebet“ uns mit
einer bunten, vielgestaltigen Schar von Liedern Rinkens'
mit mannigfachstem Stimmungsgehalt vertraut machte, wobei
ihn der Komponist selbst begleitete. Die Vortragsweise des
Sängers war ausdrucksvoll und sympathisch. Dem Kompo—
nisten, den Sängern und dem unermüdlichen Chorleiter
Ph. Stilz wurde dankbarster Beifall gezollt. er.)
Ein in jeder Beziehung wohlgelungenes Konzert ver—
anstaltete die Gesellschaft der Sangesfreunde in Gersweiler

im 6. November im Saale Diesingen, Ottenhausen. Brachte
der erste Teil Lieder ruhigen und zarten Charakters, so
teigerte sich die Vortragsfolge im zweiten Teil zu kraft—
»ollem Ausdruck. Der traumende See und Ritornell von
—„chumann, K. Kämpfs Vespergesang wurden mit gutem
Ztimmenausgleich vorgetragen. Der zweite Teil brachte
A. v. Othegravens „Mädchen Antwort“ und „der feine
Rkeiter“, beide Lieder mit Sopransolo. Fräulein Eichner
ang mit schöner Stimme den Solgopart und erntete reichen
Beifall. Als Abschluß erklang „Hochamt im Walde“ von
Verth. Der Chor mußte sich zu einer Zugabe bequemen.
die Gesellschaft der Sangesfreunde zeigt, daß sie unter
zorn's Stabfährung wirklich dazu berufen ist, fördernd
ind erzieherisch zu wirken und auch noch Besseres zu leisten.
die Bässe könnten manchmal besser hervortreten, in An—
etracht des hohen und starken 1. Tenors. Umrahmt wurden
zie Chöre durch Orchesterstücke des Musikvereins Harmonie,
Fenne, unter Leitung des Herrn Siegwart. Lobenswert
erdient hervorgehoben zu werden das Violinsolo-Konzert
n Es-Dur von Mozart, das Herr Paul Klein mit Vir—
uosität wiedergab. Der reiche Beifall des überfüllten Saales
ür alle Darbietungen zeigte, welch großen Anklang das
donzert bei den zahlreichen Erschienenen gefunden hat.
Konzerte von dieser künstlerischen Höhe müssen unbedingt
als Stuhlkonzerte gegeben werden. Die Schwierigkeit mit
den Wirten muß überwunden werden. A. B.

Am 30. Oktober beging M.G.⸗V. „Liedertafel-Harmonie“ Saar—
zrücken 5 im katholischen Vereinshause zu Malstatt sein 29—
ähriges Stiftungsfest. Unter Stabführung seines Dirigenten
Vagner brachten herrliche Männerchöre, deren Vortrag in jeder
Beziehung musterhaft war, frohe Festesstimmung. Es wurden
14. a. Lieder von Schubert, Isaak, E. Wendel, Fr. Volbach,
NMax Wiedemann und „Die beiden Särge“ von Hegar vor—
getragen. Wer die Konzerte dieses aufsteigenden Vereins regel—
näßig besucht, der konnte gelegentlich dieses Abends mit Freude
die Feststellung machen, daß der Verein durch seine Vereinigung
„Liedertafel und Harmonie“ in seinen Leistungen bedeutend
jestiegen ist. Allen Sängern eine beherzigenswerte Mahnung!
zweiter Bundesschriftführer Grebe legte seiner gedankenreichen
Ansprache ähnliche Motibe zugrunde. Daneben wies er hin auf
»as verderbliche Wirken der sogenannten Schlagerkomponisten.
den Sängerveteranen Krein, Zimmer, Kett, Pint, Bauer und
diefer wurden für 25- bzw. 30jährige Zugehörigkeit zu dem
Lerein eine Ehrenurkunde überreicht. Außerdem wurden den
heiden Sängern Heinrich Bauer und Otto Schulze für 258jährige
Aktivität die Bundesnadel verliehen. Fräulein Ballier, die
ille Feste des Vereins durch ihre wohlgebildete Stimme ver—
chönern hilft, fehlte auch diesmal nicht. Dem Orchesterverein
Lyra“ Saarbrücken 2 ein besonderes Lob! Alle Darbietungen

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