Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 9 IIINp'

Saar⸗Sünger⸗Vund

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die Vorbesprechungen über die Gründung eines „Südwest—
afrikanischen Sängerbundes“, die schon seit längerer Zeit
gepflogen wurden, zu Ende zu führen. Geradezu rührend
stark ist ausgeprägt der Gedanke der Zusammengehörigkeit
mit der Heimat, mit den Sangesbrüdern in der Heimat
und ihrer obersten Vertretung, dem Deutschen Sängerbunde.
Daß die Gründung eines Südwestafrikanischen Sänger—
bundes nur unter dem Gesichtspunkte erfolgte, ein Glied
des großen es en Sängerbundes in der Heimat zu sein,
war selbstverständlich.
Der Abend des Mittwoch brachte das Festkonzert mit an—
schließendem Festkommers. Schon lange vor Beginn war
der Saal des Vereinshauses überfüllt. Die Bühne war
geschmackvoll mit Pflauzen geschmückt, rechts und links
waren die Fahnen des Swakopmunder und des Windhuker
Gesangvereins und als wirkungsvoller Abschluß oberhalb
der Bühne die Abzeichen des Windhuker Vereins und des
Deutschen Sängerbundes angebracht.

Aus Salzburg wird gemeldet: Gelegentlich der im
rächsten Frühjahr stattfindenden Dreihundertjahrfeier der
Bollendung bzw. Einweihung des Salzburger Domes wird
domlapellmeiste Meßner die 16stimmige Messe seines
Amtsvorgängers Benevoli zur Aufführung bringen, die
dieser für die Weihefeierlichkeiten des Jahres 1928 auf
Feranlasung des Fürsterzbischofs von Paris Lodron
chrieb.

In die Nachfolge Prof. Guido Adlers, des Begründers
und Leiters des Musikhistorischen Instituts an der Uni—
dersität Wien, der in den Ruhestand tritt, werden sich
zwei Gelehrte teilen: Prof. Robert Lach und Prof. Rudolf
o. Ficker, Innsbruck. Prof. Lach hat sich namentlich auf
dem Gebiet der vergleichenden Musikgeschichte einen Namen
zemacht. Prof. v. Fickers Arbeit gilt vorwiegend dem
14. bis 16. Jahrhundert.

Der „Pacifie-Sängerbund“ in San Francisco feierte im
August ein großes Sängerfest. Das Programm wies u. a.
in Männerchören auf: „Das deutsche Lied“ von Kalliwoda,
Es steht eine mächtige Linde“, „Heimweh“ von Heim,
‚Aennchen von Tharau“, „Friedrich Barbarossa“ von Pod—
ertsty, „Frühlingssang“ von Schulken, „Nachtzauber“ von
Ztorch, „Waldabendschein“ von Schmölzer, „Finale“ aus
Odysseus“ von Bruch. Auch gemischte Chöre waren ver—
reten. Nach dem Programm zu urteilen, war das Sänger—
est eine gewaltige Kundgebung für Lied und Deutschtum.
Kapellmeister Otto Albert veranstaltete mit der Kur—
apelle in Wildungen zum Schluß der Sommerspiel—
zeit einen Heinrich Zöllner-Abend mit sympho—
rischen Werken und Bruchstücken aus Zöllners Opern. Anni
ge, Hamburg, sang die Arie des Rautendelein und
Reder.

Cleine Nachrichten.

Das Westdeutsche Trio, Köln a. Rhein, konzertiert ab
20. Januar in der Rheinpfalz. Noch einige Anschluß-Kon—
zerte bei sehr entgegenkommenden Honoraren sind erwünscht.
Daß die Leiter unserer führenden Männerchöre dem
modernen Schaffen erhöhtes Interesse entgegenbringen,
erwies ein Konzert der „Gußstahl-Glocke“, Bochum, zu dem
Musikdirektor Rudolf Hoffmann ein ganz neuzeitliches, ge—
diegenes Programm zusammengestellt hatte. Lebensvoll
vorgetragene Männerchöre von Lendvai, H. Caspar Schmid
und Hugo Kaun wurden umrahmt durch Kammermusik—
Werke von Bohnke, Strässer und Kaun, die das Westdeutsche
Trio mit bekannter Delikatesse bot. Das Publikum fsolgte
mit sichtlichem Verständnis und großer Begeisterung den
anregenden Vorträgen.
Erfolg eines Kritikerstreits. Die Vorstandschaft der
Liedertafel“ Aschaffenburg hatte durch eine Erklärung die
Musikreferenten der Aschaffenburger Tageszeitungen der—
art verletzt, daß die Einstellung der Berichterstattung be—
schlossen wurde. Jetzt wurde von der „Liedertafel“ der be—
treffende Teil des Rundschreibens, der zur Einstellung der
Berichterstattung Anlaß gegeben hatte, mit Bedauern zurück—
genommen.
Am 14. Oktober feierte das Mitglied des Gesamt- und
Musikagusschusses des D. S. B. der bekannte Komponist
Rudolf Buck, Tübingen, das Fest seiner Silberhochzeit. Die
Glückwünsche des D. S. B. überbrachte der Bundesschatzmeister,
 Assessor a. D. Johannes Redlin, dem Jubelpaar
perfönlich. Zahlreiche Briefe und Depeschen, unter ihnen
Glückwünsche des Bundesvorsitzenden und des Musikaus—
schusses, legten Zeugnis von der Beliebtheit des Kom—
vonisten ab.

Eine Gedenktaßel für Dr. Hermann Suter. Basler Ge—
angverein, Basler Liedertafel und Allgemeine Musikgesell—
chaft, deren Dirigent Dr. Hermann Suter über zwanzig
Jahre lang war, haben an seinem Wohnhause auf St.
Margarethen eine Gedenktafel anbringen lassen, die nach
dem Entwurfe des Kunstmalers Burkhard Mangold in
Bern in Bronze gegossen wurde. Sie trägt in schöner
Zierschrift die Worte: „Zum Andenken an den Komponisten
ind Dirigenten Hermann Suter, 1870 bis 1926, der vom
Jahre 1916 bis zu seinem Tode in diesem Hause ge—
vohnt hat.“

Der Thüringer Sängerbund wird in einer der beiden
dauptaufführungen des Wiener Sängerbundesfestes ge—
chlossen mit eigenen Darbietungen auftreten. Als Chöre
sind vorgesehen: „Der 18. Psalm“ von Liszt, „Glockenlied“
don Lendvai und „Die Nachtwandler“ von Rinkens; ein
sehr anspruchsvolles Programm, dessen Ausführung man
mit Spannung entgegensehen darf.
Der Städtische Musikdirektor Dr. Richard in Alpenburg
vurde zum Bundeschormeister des Gaues Münster i. W.
im Westfälischen Sängerbund gewählt.

Die Berliner Lidertafel wird in ihrem Winterkonzert
unter Leitung von Musikdirektor Max Wiedemann neben
einigen Chören Hegars, zum Andenken an diesen Meister
zwei Moldenhauer Balladen zum Vortrag bringen. Außer—
dem ist von Rudolf Buck „Bergmorgenfrühe“ vorgesehen.
Der Leipziger Thomanerchor, der alljährlich die Herbst—
ferien zu einer Konzertreise benutzt, die ihn in den ver—
gangenen Jahren nach der Schweiß und nach Schweden
führte, hat'am 3. und 5. Oktober im Dom von Riga zwei
Konzerte gegeben.
Eine Friedenshymne. Der französische Außenminister
Briand und Unterrichtsminister Herriot haben dem Projekt
eines internationalen Wettbewerbs zur Komposition einer
Friedenshymne ihre Zustimmung gegeben. Die preisge—
krönte Hymne soll in Zukunft bei allen offiziellen Zere—
monien und in allen Gotteshäusern der Welt ohne Unter—
schied des Kultus gespielt werden. Ein internationales
Preisgericht, das in Bildung begriffen ist, wird die näheren
Bedingungen des Wettbewerbs, der allen Komponisten der
Welt offensteht, festsetzen.

Der Reichspräsident empfing am 28. Oktober den Vor—
itzenden des Berliner Lehrergesangvereins Georg Brauner
zuür Ueberreichung der Ehrennadel des Vereins anläßlich
seiner zehnjährigen Ehrenmitgliedschaft.

Der Berliner Staats⸗ und Domchor machte unter Leitung
von Prof. Rüdel mit dem Organisten L. Kleterborn und
der Sopranistin Hilde Weyer eine Konzertreise durch die
Französische Schweiz, auf der als Schluß des Programmes
ie „Gesänge an Gott“ und die „Deutsche Singmesse“ von
J. Haas zur Aufführung kamen.

Der Charlottenburger Lehrergesangverein, der durch den
olötzlichen Heimgang des Profsessors Moldenhauer seines
nusikalischen Fuͤhrers beraubt worden ist, hat jetzt den
Professor Bünte von der Hochschule für Musik, einen
Freund des Verstorbenen, zum 1. Chormeister gewählt.

—A EnN
            
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