Full text : 5.1927-1928 (0005)

Nr. 8 Ullun

Sanr⸗Sänger-Bunden

Seite 189

Austritt einer Anzahl von Mitgliedern in seiner Existenz ge—
ährdet sei, vorläufig aus dem Saar-Sänger-Bund ausscheiden
nüsse. Dazu bemerkte der Vorsitzende, daß dem Austritt aus
dem Bunde keine Bedeutung beizumessen sei, da der Verein
iur mehr 15 aktive Sänger zähle und nicht mehr auftreten
önne. Der Gauvorstand habe in seinem Antwortschreiben dem
Verein dringend angeräten, sich einem anderen Vereine an—
zuschließen. Was in dieser Hinsicht für den Verein gelte, gelte
zuch für viele Gesangvereine in Saarlouis 1 und 2. Der erste
Bundesvorsitzende, Stadtschulrat Bongard, habe gelegentlich der
Anwesenheit der Berliner Liedertafel in Saarbrücken mit Bezug
ruf die hervorragenden Leistungen dieser Sänger auch aus—
geführt, daß solche Leistungen in Saarbrücken wegen der großen
zersplitterung der Sänger in zahllose kleine Vereine unmöglich
eien. Ein Zusammenschluß sei dringend notwendig. Gesang—
»ereine unter 60 bis 70 Sängern kämen für Städte nicht in
Betracht. Der Vorsitzende erklärte, diese Ausführungen hinsicht—
ich der Verhältnisse im Gau Saarlouis den Vereinen nicht
dringend genug zur Beherzigung nahelegen zu können. Darauf
Jjab er bekannt, daß der Gesangverein „Liederkranz“ St. Barbara
im die Zustimmung zu seinem Uebertritt in den Gau Niedtal
ersucht habe. Der Gauvorstand habe seine Zustimmung dazu
gegeben unter besonderer Berücksichtigung des Umstandes, daß
sich alle benachbarten kleinen Vereine im Niedtalgau zusammen—
geschlossen haben. Unter den Eingängen befand sich auch wieder
zie Klage des Bundesvorstandes über die rückständigen Abonne—
mentsgelder für die Bundeszeitschrift; einige Vereine seien sogar
his zu'acht Monaten im Rückstande. Mit dieser Saumseligkeit der
Veoreinsschatzmeister müsse endlich aufgeräumt werden. Die Ge—
ellschaft der Musik- und Theaterfreunde für Saarlouis und
Umgebung habe den Spielpsan für das Jahr 1927,28 ein⸗—
geschickt und dazu geschrieben, daß sie, um allen Kreisen der
Bevölkerung in Stadt und Land den Besuch guter, künst⸗
erischer Aufführungen möglich zu machen, auch den Gesang—
»ereinen Eintrittskaärten zu ermäßigten Preisen gewähre, wenn
mindestens zehn Mitglieder angemeldet werden. 3. Die Ein—
ziehung der Beiträge mußte wegen Verhinderung der Gauschatzmeister
 durch anderweite Verpflichtungen von der Tagesordnung
abgesetzt werden. 4. Teilnahme am Heimattag in Saarlouis 1
vurde den Vereinen empfohlen. Emmes, Lisdorf, regte an,
der Gau möge die Vereine zur Einübung einheitlicher Chöre
deranlassen. Dazu teilte der Vorsitzende mit, daß die Gau—
nereine in der nächsten Zeit derartige Chorlieder erhalten würden,
vodurch sich der Vorschlag des Herrn Emmes ermöglichen
assen werde. 5. Gauschriftführer A. Müller erstattete Bericht
iber die Bundesvorstandssitzung vom 12. September 1927.
In seinen Mitteilungen legte er u. a. auch die Notwendigkeit
des Beitritts des Bündes zu der Schutzorganisation der deut—
schen Komponisten dar. Dies konnten die Mitglieder auch aus
einen Ausführungen über die Ausbeutung eines beliebten
domponisten durch seinen Verleger erkennen. Ueber die Vor—
bereitungen des Bundesfestes in Neunkirchen im Jahre 1929
erichtete Müller, daß die Teilnehmerkarte für alle Veranstal—
ungen 3 Fr. koste. In diesem Preise sei auch das neue Bundes—
zuch enthalten. Von Mettlach aus werde ein Sonderzug fahren,
vodurch die Hin- und Rückreise auf 13 Fr. komme. Infolge
der vollständigen Beschlagnahmung der Teilnehmer am Bundes—
este seien „Extravaganzen“ unmöglich, wodurch man an dem
Tage mit 25 Fr. auskommen werde, zumal die Heimfahrt
etwa um 6,30 Uhr abends erfolge. Die Neunkircher Sänger
orgten übrigens für Freiquartiere und Freitisch für unbe—
niitelte Mitglieder des Bundes. Weiter teilte der Bericht—
exstatter mit, daß der Saar-Sänger-Bund keine eigene Hinden—
»urgfeier veranstalte, sondern jedem Verein freie Wahl lasse.
Die vom Bundesvorstand geplsante Verschmelzung der Bundes—
Hhrennadel mit dem deutschen Sängerzeichen konnte nach den
Ausführungen des Gauschriftführers nicht zum Beschluß erhoben
verden; die Sache solle aber so gefördert werden, daß die
Verschmelzung per 1. Januar 1928 erfolge. Ebenso wie der
orhergehende Antrag mußte auch die Anschaffung einer Sänger—
mnütze wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung
der“ Vorständssitzung des Bundes abgesetzt werden. Die Mit—
eilung von dem Plane einer einheitlichen Sängermütze rief
nuf dem Gautage große Heiterkeit hervor. Herr Banck empfahl
ioch ein zahlreicheres Abonnement der Vereine auf die Deutsche
Zängerzeituna. Da man doch dem Deutschen Sängerbund an—

sehöre, müsse man auch wissen, was darin vorgehe. 6. Unter
zerschiedenes machte der Vorsitzende von der Absicht des im
zaargebiet bekannten Musikdirektors Arnold aus Stuttgart, mit
inem von ihm ausgebildeten Doppelquartett im Saargebiet
konzerte zu veranstalten und zu diesem Zwecke auch nach Saar—
ouis kommen zu wollen, Mitteisung. Weil nun der Gau das
rbetene finanzielle Risiko nicht tragen könne, habe der Vor—
itzerde sich an die einzelnen Vereine mit der Bitte um eine
zeteiligungsziffer ihrer Mitglieder an dem geplanten Konzert
sewendet. Herr Banck schloß hierauf mit dem Danke an die
zänger für die rege Beteiligung an der Aussprache den Gautag.
er fügte hinzu, er hoffe, daß der notwendige Zusammenschluß
erschiedener Vereine bald Wirklichkeit werde, so daß man nicht
inter Wadgassen oder Bous zurückzustehen brauche, wo Vereine
nit 140 Sängern bestünden. Außerhalb der Tagesordnung regte
derr Theobald mit Rücksicht auf ein regeres Gauleben an,
iußer den alle 3 Jahre stattfindenden Wertungssingen die Ver—
instaltung eines Liederabends, woran sich alle Gauvereine
eteiligen sollen. Die Anregung wurde sehr begrüßt. Dem
zauvorstand wurde Auftrag zur Vorbereitung eines solchen
donzertes, das ein Stuhlkonzert werden soll, gegeben. Dafür
vurde der 6. November und als Konzertlokal der Saalbau
n Saarlouis ins Auge gefaßt.

Gau St. Ingbert.

Am 18. September fanden sich zu Hassel die Vereine des
Lanues St. Jugbert zu einer Gautagung zusammen. Zu
Punkt 1: Verlesung des letzten Protokolls wurde keine Ein—
bendung gemacht. Bei Punkt 2 referierte der 2. Gauvor—
itzende über die wichtigften Fragen der letzten Bundesvor—
tandssitzung. Sodann berichtete der Vorsitzende Schunk über
ie Neunkirchener Sitzung zum Bundesfest und wies ganz
eronders auf die eilige Bestellung der Massenchöre hin.
ßunkt 3 erforderte die Wahl eines Gauschriftführers, da
zangesbruder Joseph Rieder seit einem Monat die Stelle
ines Raiffeisenrechners in Lautzkirchen übernommen hatte
ind ihm die Zeit fehlt zur Weiterführung seines Vereins—
mtes. Für seine aufopfernde Tätigkeit sprach der Vorsitzende
rufrichtigsten Dank und Anerkennung des Gaues St. Ing—
zert aus. Als Gauschriftführer wurde Sangesbruder Zieg—
er von „Lyra“, Rohrbach, gewählt, zugleich auch als Presse—
ertreter. Zu Punkt 4 betreffend restloser Beitritt zum
zammelvertrag der Tonsetzer forderte der Vorsitzende noch
inmal auf und machte die Säumigen auf die Folge auf—
nerksam. Punkt 5: Gaufest und 70jähriges Jubiläum der
Concordia“, Webenheim, am 11. Juni 1928 zu Weben—
eim beschäftiate den Gautag längere Zeit. Dem Vorschlag
»es Gauvorsitzenden wurde allgemein zugestimmt: Der Gau
ingt als Massencher mit allen Sängern „Und hörst du
as mächtige Klingen“ (von Marschner) als Eröff—
tungschor. Nich Widmung der Schleifen den Massenchor
nit halbem Gaͤu: „Weihelied“ (von Striegler), nach dem
dank wiederum als Massenchor mit dem halben Gau:
—DDDDD
ßruppensingen. Abso einzelne Vereine dürfen nicht singen.
xẽ6 werden 425 Gruppen von mindestens 200 Sängern
sebildet. Unser Gauchorleiter Allgeyer hatte gleichfalls der
kagung angewohnt. Ein weiterer Vorschlag des Gauvor—
itzenden fand ebenfalls einstimmige Annahme, nämlich:
der Gau wird in zwei Probebezirke eingeteilt: Bezirk 1,
5t. Jagbert, L35kal Karlsbergsaal, die Vereine
»on St. Ingbert, Rentrisch, Hochscheit, Reichenbrunn und
dassel. Bezirte2, Niederwürzbach, Lokal Saal
drämer: die Vereine von Niederwürzbach, Rohrbach,
zautzkirchen, Bierbach und Webenheim. Wenn die Lieder
inigermaßen sitzen, dann werden sie in den obengenannten
Zrobelokalen zur Einheitlichkeit geschliffen und nach Ansicht
inseres Bundeschormeisters Schrimpf taktiert, damit der
zesamte Gau singt als sei er ein Verein. Die ganze Sache
iegt jetzt in den Händen unseres Gauchorleiters Allgeyer
ind dessen Stellvertreters Kiefer, der zugleich Festdirigent
ein wird. Zu Punkt „Verschiedenes“ gab es noch allerlei
Anregungen, Unser Gauverein „Harmonie“, Rohrbach, hat
zis jetzt zu seinem ehedem angekündigten Jubiläum keine
Schritte getan, s0 daß vielleicht damit gerechnet werden muß,

ist der Inbesriff eines zeilgemanen und
2vuekentsprechenden Waschmittels

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