Full text : 5.1927-1928 (0005)

Zeite 164

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wungu Nr. *

Deutschland, Baukunst und Landschaft, von Kurt Hielscher.
Beleitwort von Gerhart Hauptmann, Verlag von Ernst
Wasmuth A.-G., Berlin We8. Preis gebd. 26 Mk. in
dalbleder 35 Mark. — Der rühmlichst bekannte Verlag führt
uns in einer großangelegten Kosmographie unter dem Ge—
amttitel „Orbis terrarum“ die Länder der Erde im Bilde
hor. Unter anderem erschienen bislang: Das unbekannte
Spanien, von Kurt Hielscher; Italien, des gleichen Ver—
assers; Griechensland, von Hanns Holdt und Hugo von
dofmannstal; China, von Ernst Boerschmann; Skandinabvien
Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland), von W.
Rordam, Klein, Caspary und Oehquist; Nordafrika, von
Ernst Kühnel; Ingoslavien, von Kurt Hielscher; Mexiko
und Mittelamerika, von Hugo Brehme; Palästina und
Arabien, von Karl Gröber; Canada, von Louis Hamilton;
England, von E. O. Hoppe. Für jedes Jahr ist das Er—
scheinen von drei bis vier weiteren Bänden vorgesehen,
deren Preis sich bei Substription ermäßigt. Für uns ist
natürlich der Deutschlandband von besonderem Interesse.
Berhart Hauptmann, der diesem prachtvollen Band die geist—
bolle Einführung schrieb, hat Recht, wenn er meint, daß
der Leser aus diesem Werke die stumme Musik der großen
deutschen Seele ahnend rauschen hört. Mit seltenem Fein—
gefühl bannte die meisterlich gehandhabte Kamera Kurt
dielschers unermeßlichen Reichtum deutscher Landschaft und
deutscher Kunst auf die Platte. Und das neuzeitliche
stupfertiefdruckverfahren bewahrte und vertiefte den künst—
lerischen Wert der 300 Darstellungen aufs trefflichste. Sie
tellen eine sinnvoll getroffene Auswahl aus 2000 Auf—
nahmen des Versassers dar, der nur aufnahm, was wirklich
zu einer geschlossen reinen Bildwirkung kam. Gewiß mußte
er auch die große Straße ziehen, wenn er Deutschland im
Bilde vergegenwärtigen wollte. Und so fehlen natürlich
Berchtesgaden, Partenkirchen, Lindau, Ulm, Regensburg,
München, Nürnberg, Rothenburg, Würzburg, — um nur
zinige süddeutsche Prunkstücke unter den Juwelen des Vater—
landes zu nennen — nicht. Aber der Verfasser ist mit dem
Blick des echten Künstlers auch viel verborgener, heimlicher

Schönheit nachgegangen. Und das danken wir ihm besonders.
Wahrlich, dieses Prachtwerk, wohlseil in Hinsicht auf seinen
nneren Wert, darf in keiner Stadt-, Vereins- oder Schul—
zücherei sehlen. Es ist aber auch eine köstliche Weihnachts—
gabe für feine, beschauliche Menschen!

Der Deutsche in der Landschast, besorgt von Rudolf
gorchardt, Verlag der Bremer Presse in München.
dem prachtvollen Bildwerk von Kurt Hielscher folgt
zsier der geistvolle Textband. Es war ein treffliches
Zeginnen des Herausgebers, aus der großen deutschen Lite—
atur die Zeugnise von Dichtern und Denkern zu sammeln,
vie sie die Landschaft von Vaterland und Fremde ge—
chaut haben. Wir finden u. a. Karl Philipp Moritz: Villa
ßzorghese; Herder: das Meer; Goethe: Schweiz; Johanna
zchopenhauer: Das englische Landhaus; Georg Forster: Der
dölner Dom und: Das Rheintal; Wilhelm von Humboldt:
lebergang in die Pyrenäen; Alexander von Humboldt: Be—
teigung des Chimboraza; Carl Ritter: Der Montblane;
deinrich von Kleist: Würzburg; Immermann: Worms, Hei—
»elberg; Schinkel: Triest; Ludwig Richter: Olevano, und
o sind sie alle vertreten: Droste Hülshoff, Bettina Bren—
and, Tieck, Novalis, Stifter, Jakob Grimm, Moltke, Roon,
ztifter, Ernst Curtius u. a. — eine große Karte deut'icher
ßeistigkeit! Mit feinem Verstehen und sicherem Blick sind
harakteristische Ausschnitte gewählt, charakteristisch natür—
ich zunächst für den Verfasser, typisch aber auch für Seh—
veite, Sehtiefe und Sehschärfe des Deutschen überßaupt.
In ganz besonders hohem Maße sehen wir ihn hier —
iach Goethes berühmtem Wort — zum „Schauen bestellt“.
diese verinnerlichte Art, mit deutschen Augen in die Land—
chaft, in Heimat und Fremde zu schauen, variiert in den
»erschiedenen Epochen deutscher Geistesgeschichte, die aus
diesem köstlichen Buche spricht, bleibt aber in seinen letzten
vründen doch gleich. So ist das Werk nicht nur eine Quelle
ohen Genusses und reichen erdkundlichen Wissens, sondern
janz besonders auch eine Fundgrube völker- und zeitpsycho—
ogischer Erkenntnis! Möchten sich recht viebe unserer Leser
in diesem reifen Werk erbauen!

chöre aus den Konzeruolgen des
Vitner Lenrer⸗dcannetla⸗(hors.

Ios. E. PIoner: Es hatf ein Bauer ein chnes Weib
(Volkslied) Klage: O könnt ich mich niederlegen sEichendorf)
stud. Pehm: Shmied Shmerz: Der sSchmerz ist ein
vchmied Bierbaum]) 358
A. J. Sholz: Der Grafensprung bei Neu-Eberstein:
Die Württemberger schlossen ihn ein Kopischj. Blaue
Sfunde: Siehst du, wie seltseam (Nukada). Bauernaufstand:
 Die Glocken stürmten vom Bernwerds-Turm
NMũunchhausen).
Wasner-Schönkirch: Der Minne Sang und Sehnen.
Altdeutsche Minnelieder, nachgedichtet von Wolfgang Madjera.
Das Baums ärtlein (Madrigal): Einst im Masen-Morgenschein,
 Ausgabe für gem. Chor mit Pionofortebekleidung
Liebchen beim Tanze: Der Geliebten will ich singen
mit Pforte-Begleituns. Der vVogelsteller: Madrigah):
kin Weibhen und ein Vögelein Maien-Minnesang
Madrigal): Unter'm suben Hauch des Maien. Das böse
Vort: Fraue willst du mich erretten. Ein freies Vvolk!
(O wog es doch nur einen Tag): Frisch auf, mein Volk,
mit Trommelssschlas (Georg Herwegh).
J. L. Wenzl: Ein Trinker und ein Musizist (rText
nach Bermanns Forschuns vom „lieben Augusfin“ verfabt).
Der Nagelschmied: Schaut d'Sunn uüube d'Höch Text
in Sfeiermarkischer Mundart von Hans Fraungruber.
Uber die Auffuhrungen dieser Chére liesen glänzende Be—
sprechungen vor. Lossen Sie sich die Partikfuren dieser Chöre
zur Ansicht kommen.
Ernet Fulenhuré* Lcipziée (61

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