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Saar-⸗Sänger-Bund
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und der Inhalt des Liedes ist ihm unverständlich geblieben.
Mit komischem Pathos und gänzlich entstellt gibt er die
gestohlene Weise wieder, während seine Glieder schlottern
ind seine Hand, immer wieder zum Nachlesen nach dem
Papier greift. Befremdet hört die Menge zu; das seltsame,
inrerstandene Lied weckt ihre Heiterkeit, bis schließlich
autes Lachen ringsum ertönt. Wütend verläßt Beckmesser
den Hügel und beschuldigt Sachs vor allem Volk als den
Verfafsser des Liedes, als einen schändlichen Verräter. Doch
Zachs erklärt lächelnd, die schöne Weise habe er nicht er—
dacht, aber Beckmesser habe sie entstellt und verzerrt.
Käme einer, der das Lied richtig darzubieten verstehe,
der werde Sachsens Behauptung rechtfertigen und sei mit
Recht ein Meister genannt. Er ruft, ohne Widerspruch ab—
zuwarten, den Junker als Zeugen auf, und stolz und fest
ritt Walther auf den Blumenhügel und stimmt die echte
„Morgentraum-Teutweise“ an. Von Evas Anblick hin—
gerissen und von der wachsenden Anteilnahme des Volkes
rmutigt, gestaltet er die alte Weise neu und kühn, doch so
backend und kunstroll, daß auch die Meister aufs Tiefste
ergriffen werden.
Preisliued.
Morgenlich leuchtend in rosigen Schein,
Von Blüt' und TDuft geschwellt die Luft,
Voll aller Wonnen, nie ersonnen,
Fin Garten lud mich ein.
Dort unter einem Wunderbaum,
Von Früchten reich behangen,
Zu schau'n in sel'gem Liebestraum,
Was höchstem Lustoerlangen
Erfüllung kühn verhieß,
Das schönste Weib: Eva im Paradies!
Abendlich dämmernd umschloß mich die Nacht:
Auf steilem Pfad war ich genaht
zu einer Quelle reiner Welle,
Wohl eine Quelle edler Welle,
Lie lockend mir gelacht:
Dort unter einem Lorbeerbaum,
Von Sternen hell beschienen,
Ich schaut im wachen Dichtertraum,
Mit heilig holden Mienen,
Mich netzend mit dem Naß,
Das hehrste Weib: Die Muse des Parnaß!
Huldreichster Tag,
Dem ich aus Dichters Traum erwacht!
Das ich geträumt, das Paradies,
In himmlisch neu verklürter Pracht
Hell vor mir lag;
Dahin lachend der Quell mich wies.
Die, dort geboren,
Mein Herz erkoren,
Der Erde lieblichstes Bild
Zur Muse mir geweiht,
So heilig hehr als mild,
Ward kühn von mir gefreit;
Am lichten Tag der Sonnen
durch Sanges Sieg gewonnen?
Parnaß und Varadies!
Zum Schluß stimmt die Menge leise in die Melodie
nit ein, und Eva nähert sich unter Zustimmung aller An—
vesenden dem Sieger und schmückt seine Stirn mit einem
dranz. Der Ritter faßt Eva bei der Hand, und beide knien
»ovr Pogner nieder, um seinen Segen zu empfangen. Toch
als Pogner sich anschickt, dem Junker die goldene Kette der
Zunft uͤmzuhängen und ihn dadurch feierlich in die Gilde
»er Meister aufzunehmen, zuckt Walther zurück, — nein,
Meister will er nicht werden, zu sehr hat ihn die Eng—
erzigkeit der Meister bei der Freiung erbittert ..., Doch
Zzachs findet die rechten Worte, um den Junker mit der
reuen Würde zu versöhnen.
Berachtet mir die Meister nicht
And ehrt mir ihre Kunst,
Was ihnen hoch zum Lobe spricht
Fiel reichlich euch zur Gunst.
Nicht euren Ahnen, noch so wert,
Nicht euren Wappen, Speer und Schwert,
TDaß ihr ein Dichter seid,
Ein Meister euch gefreit,
Tem dankt ihr heut' eu'r höchstes Glück.
drum denkt mit Dank ihr dran zurück.
Wie kann die Kunst wohl unwert sein,
Dae solche Preise schließet ein?
Taß unsere Meister sie gepflegt,
Brad' recht nach ihrer Art,
Nach, ihrem Sinne treu gehegt,
Das hat sie echt bewaäahrt.
Blieb sie nicht adlig
Wie zur Zeit,
Vo Höf und Fürsten sie geweiht?
Im Srang der schlimmen Jahr'
Blieb sie doch deutsch und wahr.
Ind wär sie anders nicht geglückt,
Als wie wo alles drängt und drückt.
Ihr seht, wie hoch sie blieb in Ehr',
Was wollt ihr von den Meistern mehr?
dabt acht! Uns drohen üble Streich'!
—*— erst deutsches Volk und Reich,
In falscher welscher Majestät,
Fein Fürst bald mehr sein Volk versteht.
Und welschen Dunst und welschen Tand
Zie pflanzen uns ins deutsche Land;
Vas deutsch und echt, wüßt keiner mehr,
debt' nicht in deutscher Meister Ehr.
Ddrum sag ich euch: Ehrt unsere deutschen Meister,
Dann bannt ihr gute Geister;
Und gebt ihr ihrem Wirken Gunst,
Zerging in Dunst das heilige röm'sche Reich,
ns bliebe gleich
Die heil'ge deutsche Kunst.
Begeistert stimmt das Volk zu, und dankbar nimmt Eba
den Kranz von Walthers Stirn und drückt ihn Sachs
aufs Haupt, während dieser den Ritter mit der Meister—
kette schmückt. Alle schauen auf zu Sachs, ihrem Haupt
und Meister und jubeln ihm stürmisch zu; Walther, und
Evchen siehen an seiner Seite in stummer Glücksseligkeit
und Dankbarkeit. Kl. B.
Jsüstriertes Musfiklerikon.
Im Verlage J. Engelhorns Nachf., Stuttgart, erschien soeben
das erste deutsche „Jllustrierte Musiklerikon“, Es
jat zum Verfasser den bekannten ord. Professor der Musik—
vissenschaft an der Berliner Universität Her mann Abert.
Auf Grund von über 10000 Schlagworten stellt es ein Nach—
schlagewerk ersten Ranges dar. Man kann ohne Uebertreibung
agen, für alle Fragen des musikalischen Lebens und Wissens.
In unzweideutig klarer Weise sinden alle technischen Aus—
drücke Uebersetzung, Erklärung, Deutung, oft an Notenbei—
pielen. Man muß sich immer wieder darüber wundern, wie
napp und treffend es dem sachkundigen Verfasser gelungen ist.
Man greife einmal ein Schlagwort wie „Kirchentonarten“ heraus,
und man wird befriedigt feststellen müssen, daß hier tatsächlich
alles Wesentliche gesagt und veranschaulicht ist.
Durch Auswahl und Anordnung der 500 trefflichen Illu—
trationen auf Kunstdruckpapier stellt das Werk gleichzeitig eine
Musikdgeschichte in Bildern dar Mit seinen. sicheren
Ztrichen sind die Lebensgeschichten unserer großen Tonschöpfer
ind der führenden Künstler aller Zeiten, sowie ihre Bedeutsam—
eit in Werkgestaltung und Nachschoͤpfung ins Licht gerückt. Also
zuch keine wie immer geartete musikhistorische Frage bleibt un—
seantwortet. Als Probe der ausgezeichneten und instruktipen
yIlustrationen bieten wir mit freundlicher Genehmigung des
derlages heute eine Bildseite von Geigenmeistern und eine
Zeite von Trompeteninstrumenten.
Der Verfasser Profefsor Hermann Abert, der im August
ieses Jahres verstarb, zeigt in diesem Werke, was die
»eutsche Musikwissenschaft in ihm verloren hat!, Das
ßuch ist unentbehrlich für jeden, der sich mit Musik be—
chäftigt. Es wird also nicht nur unseren Chormeistern eine
villkommene Gabe sein. Der Preis beträgt geb. 19,20 RM., doch
iesert der Verlag auch in 11 halbmonatigen Heften, denen
»r auf Wunsch eine Einbanddecke für das Gesamtwerk beifügt
die Ausstattung entspricht dem Wert und der Würde des Werkes
Stein.