Full text : 5.1927-1928 (0005)

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Rudolf Szyszkowitz (vierzehn ganzseitige Bilder) ist durchs
aus ursprünglich gestaltet, ohne alle Anklänge an schon
Zekanntes, er gibt weder „Illustrationen“ noch bloße
Vignetten, sondern sucht durch in sich abgeschlossene bild⸗
liche Darstellungen von hoher Formkraft, in denen das
ttäudliche durch Vereinfachung bis zum rein Wesentlichen
zur symbolhaften Form umgewaändelt und gesteigert ist,
den Grundcharakter der entsprechenden Liedergruppe zum
Ausdruck zu bringen, ohne sich aber etwa in unfruchtbare,
reizlose Futurismen einzulasfsen. Der Preis von Mk. 3.80,
S. 6.50 für den Ganzleinenband und von Mk. 3.—.
5. 4. 50 für die Ausgabe in Starkkarton ist bei dem Um—
fang und der Ausstattung wirklich gering. Es ist nur
zu wünschen, daß das Buch recht weite Verbreitung in den
Jugend-, Sänger- und Turnerbünden finde und so sein
Teil beiträgt, das deutsche Volkslied, das ja nun wieder
zum Leben erwaht ist, auch lebendig zu erhalten.
BVergheimer Musikantengeschichten von Heinrich Schaum—
berger, mit einem Vorwort von Kurt Arnold Findeisen,
Deutsche Landbuchhandlung, G. m. b. H Berlin. Preis
dalbleinen 4 Mk. — Es ist sehr erfreulich, daß sich die
Deutsche Landbuchhandlung überhaupt die Werke des be—
gabten Lehrers und volkstümlichen Schriftstellers Heinrich
Schaumberger so freundlich angenommen hat. Auch den
derühmten „Bergheimer Musikantengeschichten“, für die wir
natürlich besonderes Interesse haben, hat der Verlag eine
treffliche Neuausgabe bereitet. Es sind heitere Bilder aus
dem oberfränkischen Volksleben, Musikantengeschichten voll
östlichsten Humors. Was sind das doch für drollige Käutze
alle, die unter Regie des Schulmeisters zwischen Weih—
nachten und Neujahr ihr „Umsingen“ halten, von Dorf zu
Dorf, bei Sturm und Wetter Lied und Klang hinaus—
tragen und festliche Gedanken wecken! Und wie herzhaft
Pprechen sie überall Speis und Trank zu, die gastlich ihnen
dargeboten werden! Das Umsingen gibt- nun gleichzeitig
den Rahmen ab für ein freundliches Liebesidyll zwischen
dem jungen Schulmeister Karl und der schämigen Margret,
deren freundliches Schicksal sich auch zwischen Weihnacht
und Neujahr aufs köstlichste erfüllt. Man kommt aus dem
Lachen nicht heraus, wenn man erlebt, wie Peter die alte
ziftige Jungfrau heiraten soll, aber noch rechtzeitig die
Flucht in die Freiheit antritt und lieber wieder recht—
schaffen ein tüchtiger Knecht als ein geknechteter Bauer wird.
Ader wenn wir in „Glückliches Unglück“ des Dorftrompeters
Schülzles Liebesabenteuerfahrten miterleben, bei denen die
anderen Dorfmusikanten ihm so kameradschaftlich zur Seite
stehen. Oder wenn wir endlich Zeugen eines „Dorfkrieges“
werden, den die Musikanten angestiftet, aber auch wieder
musikalisch beigelegt haben. Wahrlich, das ist echter Volks—
)umor! Lest diese drolligen Geschichten im Familienkreise
und an Vereinsunterhaltungsabenden vor! Ihr werdet alle,
die gerne einmal von Herzen sich auslachenu wollen, auf
kurer Seite finden. Die Musikantengeschichten bedürfen
der Empfehlung nicht! Sie empfehlen sich selbst!
Deutsche Dichtung der Eegenwart, Probleme, Ergebnisse,
Bestalten vvon Werner Mahrholz, mit 4 Porträts
nach Originalen von Emil Orlik, Reinhold Lepsius und
Karl Bauer, Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser⸗
Verlag G. ,m. b. Ha Berlin-Charlottenburg 2, Berliner—
straße 12,43. — Dem bekannten Literar— und Kultur—
historiker verdanken wir hier ein tiefgründiges Werk über
die Geistigkeit unserer Zeit. Ausgehend von den Quellen,
die unsere Gegenwartsliteratur bestimmt haben: Der Auf⸗
lärung, der Romantik und dem Klassizismus verfolgt der
Verfasser mit scharfem Blick und sicherem Strich die seit
1880 sich in den verschiedensten Richtungen veräsftelnden
Fäden. Mit Nietzsche beginnt die große Krise. Frankreich
eitet mit Balzae, Flaubert, Maupassant und insbesondere
Zola den Naturalismus in Europa ein. Als Ahnherrn
zieser Ideenwelt stehen in Skandinavien Björnfon und
Ibsen, in Rußland Tolstoi und Dostojewsty Manifestier

ESaar⸗Sänger⸗Bund athh Nr. 5
vird der deutsche Naturalismus durch die „Freie Bühne“,
ie „Neue Rundschau“, durch „Die Gesellschaft“ von Michael
veorg Conrad. Nun deckt uns der Verfasser das innere
Bild der großen schöpferischen Kräfte des deutschen Na—
uralismus auf: Hauptmaun, Lilieneron, Dehmel, Thomas
Nann, Schnitzler und in ihrem Gefolge die ganze natura⸗
istische Generation. In ähnlicher Weise das Wesentliche,
»as Bestimmende hervorkehrend gestaltet Mahrhölz nun
n genialer Weise die Struktur der geistigen Erlebnisse der
Neuͤromantik (Nietzsche, Wagner, Ruskin, Gobineau, Baude—
gire, Verlaine, Mallarmée, Poe, Whitman, Wilde, Frank
WVedekind, Hauptmann als Neuromantiker, Stefan George,
hofmannsthal, Rilke, Huch, Wassermann, dann Scheerbart,
Nombert, Morgenstern, Däubler). Ein besonderer Ab—
chnitt ist der Heimatkunstbewegung gewidmet. Dann folgt
die neuromantische Generation. Blitzartig beleuchtet der
Lerfasser oftmals psychologische Erscheinungen, zeit- und
deengeschichtliche Zusammenhänge und Bindungen, Lebens—
ormen, geistige Zustände und Ereignisse, die nicht selten
iuch dem gebildeten Laien oder gar dem Kenner entgangen
ein mögen. Unter den Ergebnissen der Neuromantik be—
pricht Mahrholz die Renaissance des historischen Romans,
en mystischen Roman, Volkstum und Heimat, Ferne und
Fremde, die Renaissance der alten Romantik und die neu—
atholische Literatur. Weiterhin führt uns der Verfasser
n die Moderne und endlich den Expressionismus, seine
Ideenwelt und seine schöpferischen Gestalten. Waährlich,
eine Ueberfülle von Wegweisungen, die unser Leben miit
der Gegenwartsliteratur zu Klarheit und dadurch zu ver—
ieftem Genuß führen werden. Das bahnbrechende Werk
ei aufs wärmste empfohlen. Niemand wird es unbefriedigt
rus der Hand legen. Es erschien in der Auswahlreihe
»es Volksverbandes der Bücherfreunde und wird nur än
»essen Mitglieder abgegeben. Auf die wertvollen Erschei—
iungen des Volksverbandes werden wir gern auch in Zu—
unft aufmerksam machen!—
H' J. Moser, Musikalisches Wörterbuch, Verlag B. G.
Teubner, Leipzig und Berlin. Preis gebd. 3,20 Mk. —
der bekannte Musikhistoriker Prof. Dr. Hans Joachim
Moser dient uns hier im Rahmen Teubners kleiner Fäch—
vörterbücher mit einem wissenschaftlich wertvollen, dabei
iußerst wohlfeilen Führer durch das Labyrinth der musi—
alischen Terminologie, an der so viele Sprachen beteiligt
ind. Kurz und treffend sind Ausdrücke übersetzt und
erklärt wie Adagio, Arie, Ballade, Ballet, Gigue, Gra—
uale, homophon, Oktett, Oper, Sarabande, Zungenpfeifen.
daß, daneben auch knappgehaltene Lebensberichte unserer
konsetzer dargeboten werden, erhöht die Brauchbarkeit.
Vir empfehlen das treffliche Handbüchlein auch für unsere
zänger.
Meyers Vexrikoyn in 12 Bänden. Siebente, völlig neu—
zearbeitete Auflage. Ueber 160000 Artikel und Ver—
veisungen auf etwa 21000 Spalten Text mit rund 5000
Abbildungen, Karten und Plänen im Text; dazu etwa 610
desondere Bildtafeln (darunter 96 farbiges und“ 140 Karten—
heilagen, 40 Stadtpläne sowie 200 Text- und statistische
lebersichten. Band 6 (Gornberg bis Korrektiv) in Halb—
eder gebunden 30 Mark. Verlag des Bibliographüschen
Instituts in Leipzig.
Blättert man in dem neuen von Hornberg bis Korrektiv
eichenden Lexikonband, mit dem nunmehr die Hälfte des
Werkes vorliegt, so verweilt das Auge zunächft einmal
unwillkürlich än den farbigen Beilagen: prächtig leuchten
zdier die Kakteen, weich ziehen dort die Hydrozoen und
andere Quellen ihre Fäden durch das Wasser, verlockend
ind bunt stehen Teller, Krüge, Plastiken auf sartem, beige—
arbenem Grund. Der so wundervolle Farbenabtönungen
rmöglichende Offsetdruc, in dem diese Tafeln hergestellt
ind, kommt auch den Städteplänen und farbigen Karten
ugute, die, immer schon ein Ruhmesblatt des Verlags,
den Kenner mindestens ebenso fesseln wie Bilder. Elne

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