ser. 3
saar⸗Sänger⸗Bund en
Seite 105
Der deutschen Sache, dem deutschen Lied
SZänger vom sonnigen Moselstrand,
Brüderlich reichen wir Euch die Hand,
Wachset weiter und blüht!
Zu gleicher Stunde fand eine Beleuchtung der Burgruine
—8 dem Wahrzeichen Bernkastels, siatt.
Der Sonntag war ernster Arbeit gewidmet. Es galt, mit
36 Gesangvereinen im friedlichen Wettkampf unser gesang⸗
iiches Können zu zeigen Unter der bewährten Inbhruge
inseres Chormeisters F. H, Seifert sangen wir mit 758
Zängern in der Stadtklasse 10 folgende Chöre: „Bergnacht“
bon Zoellner als aufgegebenen Chor, „Rudolf von Werden—
berg“ von Hegar und das Volkslied „Liebesleid“ von Wurtz
als selbstgewählte Chöre. Als Konkurrenz standen uns
zegenüber M.⸗G.⸗“V. „Philomele“ Duisburg (95 S.), „Ein—
racht“ Düsseldorf (90 S.) und M.-G.⸗V. Trier-West (85
3.): Vereine, die wegen ihrer gesanglichen Qualität ganz
hesonderen Ruf genießen. Mit seinen künstlerischen Lei—
stungen rückte Männerquartettverein Saarbrücken an die
zweite Stelle und wurde mit einer von dem Weinguts—
hesißzer Thanisch, Bergweiler, gestifteten silbernen Bowle
ausgezeichnet. Am Abend fand mit den Sangesbrüdern
oon Rhein und Mosel ein geselliges Zusammensein im
Festzelt statt. Bei perlendem Wein wuchs die fröhliche
Stimmung zusehends: rheinischer und Saarbrücker Humor
überboten sich. Am Montag vormittag wurden bei gutem
Wetter mehrere Platzkonzerte abgehalten, bei denen wir
mitwirkten. Anschließend folgten wir der Einladung zur
Weinspende aus dem althistorischen Marktbrunnen. Ein
östliches Bild. Tausende beteiligten sich hieran. Es mögen
einige Fuder Wein gewesen sein, die hierbei kostenlos
an die Gäste verabreicht wurden. Nach dem Festzug, der
uns durch die festlich geschmückten Gassen des ——*
führte, folgten wir einer Einladung des Weingutsbesitzer
Bergweiler, die uns köstliche Weine (eigenes Wachstum)
in reicher Fülle schlürfen ließ. Das Dankeswort des 1.
Vorsitzenden an den Spender klang aus in den Spruch
des Dichters Korn:
Zaar und Mosel, Grenzmarklande,
Zchicksaleins durch Blutes Bande,
Ieher Sang und goldnen Wein:
eutsche Heimat, ewig Dein!
Anschließend begaben wir uns auf die Einladung des
Protektors des Festes, des Landrats Gorius, in das Fest-⸗
zselt, wo wir Saarbrücker Sänger auf das Iezücter be⸗
zrüßt wurden. Die schwersten Zeiten, so führte Landrat
Borius aus, hatten nicht vermocht, das vaterländische Ge⸗
ühl der wackeren Saarländer zu erschüttern. Dafür ge—
zühre den Saarsängern für ihr Erscheinen besonderen
dank. Man habe im Moselland tiefes Verständnis für
die Nöte der Saarbewohner. Es sei auch der Wunsch und
die Hoffnung aller Moselaner, daß das Sgargebiet dem
Vaterlande dald wieder einverleibt,werde. Die Ansprache
klang aus in einer begeisterten Huldigung für die Saar—
änger. Unser Ehrenvorsitzender Bergmann antwortete in
eroel Worten. Er betonte, daß wir uns eins fühlten —
»b Mosel, Rhein oder Saar — wir alle seien deutsche
Brüder und als Kulturträger des deutschen Männergesanges
rachteten wir es als unsere heiligste Pflicht, gerade im
Brenzland für das Deutschtum einzutreten.
Für den Dienstag morgen war ein kleiner Ausflug fest—
gelegt, der uns durch die sogenannte Bernkasteler Schweiz
sur Burg Landshut führte. Hier genießt man einen herr—
lichen Ausblick in das Moseltal mit seinen rebenumkränzten
döhen und in das Eifelland. Gegen Abend trafen wir
vohlbehalten in Saarbrücken ein, von den Vereinsange—
hörigen freudig begrüßt und beglückwünscht. Mit klingendem
Zpiel marschierten wir in das Vereinslokal, wo uns von
den Damen des Vereins ein herzlicher Empfang bereitet
wurde. Scht.
Der M.G.⸗sV. „Sängerkreis-Eintracht“ e. V. Saarbrücken—
Burbach veranstaltete unter der bewährten Leitung von Musik—
zirektor Brecher und unter Mitwirkung der Burbacher Hütten—
apelle unter Kapellmeister Brendel im Saale Rolandseck ein
vohlgelungenes Frühjahrskonzert vor Stuhlreihen. Das Konzert—
»ublikum lohnte den Vortrag ausgewählter Frühlingschöre von
Z„chumann, Sturm, Kremser, Breu und Schauß mit dankbarem
Zeifall. Auch die Kapelle errang mit dem Vortrag von Musik—
ücken, die auf den Frühling abgestimmt waren, schöne Erfolge
ündend wirkte die Ansprache des Vorsitzenden StadtbauOber—
aspektor J. Maurer über Frühlingserwachen. In würdiger
Veise gedachte er zweier verstorbener geistiger Führer des
zereins, des Musikdirektors Scholz und des Ehrenvorsitzenden
doch, deren Bildnisse einen Ehreuplatz im Vereinslokal erhielten.
luch fand der Vorsitzende treffliche Worte des Dankes bei
»er Ehrung aktiver Sänger, des Ehrenvorsitzenden Phil. Hör,
»er 21 Jahre den Vorsitz geführt hat (Plakette: Verkörperung
»es deutschen Volksliedes), der Sangesbrüder Ernst Scherer sen.,
Lhil. Kiefer, Heinrich Wagner, die 25 Jahre vorbildlich dem
Veee Liede gedient haben. Anwesend waren auch Frau
Musikdirektor Scholz, Frau Loch sowie der Mitbegründer des
ßereins Karl Hör. Der glänzende Verlauf der Veranstaltung
»ewies, welchen Anklang der Verein in der Burbacher Bürgerchaft
gefunden hat.
Der M.G.⸗V. St. Johanner Sängerbund“ Saarbrücken teilt
ins mit: Herr Karl Wallacher ist als 1. Vorsitzender des
Lereins zurückgetreten. Die Geschäfte werden bis auf weiteres
zurch den 2. Vorsitzenden, Heinrich Wagner, Saarbrücken 3,
Brentanostraße 10, verwaltet. Sämtliche Zuschriften für den
Lerein sind zu richten an den Schriftführer Karl Schmidt—
Zaarbrücken 3, Försterstraße 11.
Anläßlich des 50jährigen Stiftungsfestes des M.eG.⸗V. „Ein—
racht 1877 Jägersfreude fand auch die Ehrung alter Sanges—
»eteranen statt. Den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes
ind die dazu gehörige goldene Nadel erhielt der Sänger Franz
zöllner für 50jährige aktive Zugehörigkeit zum Verein. Den
ßründern des Vereins, den Sängern Franz Zöllner, Philipp und
Jakob Keßler, Philipp und Johann Huber wurden Ehren—
irkunden überreicht. Die Sänger Joseph Dürr, Ludwig Müller,
Wilhelm Paulus, Karl Holderbaum, Heinrich Holderbaum, Hein—
ich Klar, Ludwig Gottschall und Johann Oberdorf erhielten
»ie Auszeichnung für 40jährige Mitgliedschaft. Die Sänger
vroße Heinrich, Heinrichs Alois, Streit Franz, Johann Ludwig
ind Kneip Matth. erhielten die Auszeichnung für 25jährige
Mitgliedschaft. Dem Sänger Jakob Pohl, welcher 25 Jahre
ils Vereinsdiener tätig ist, wurde von seiten des Vereins eine
khrenurkunde überreicht. Die Ehrungen wurden vorgenommen
;on dem 2. Vorsitzenden des Gaues Saarbrücken des S.S. B.
zerrn Simons.
Die Gedenkfeier seines 80jährigen Bestehens beging der M.
8.⸗V. „Constantia““ Burbach am 19. Juni. Der Nachmittag
ereinigte die geladenen Gäste mit dem festgebenden Verein
m großen Saale des SaarSängerheims im Ludwigspark. Ein
jut gewähltes Orchester eröffnete den Kommers. Nach einer
urzen Ansprache des Vorsitzenden kamen gesangliche und musi—
alische Darbietungen programmäßig zum Vortrag. Der zweite
Teil des Festes im Kath. Vereinshause Burbach im engeren
ßereinskreise reihte sich dem ersten Teil würdig an. Der
khrenvorsitzende schilderte in kurzen Worten die Entwicklung des
eutschen Liedes und die Geschichte des Vereins während der
erflossenen 30 Jahre. Den fünf Gründern, welche dem Verein
is heute die Treue bewahrten, wurden Ehrenurkunden überreicht
Die gesanglichen Leistungen unter der Stabführung des Kapell—-—
neisters H. Thürnagel fanden großen Beifall. Nach dem Konzert
and noch ein Ball statt, der den Anwesenden einige ver—
nügte Stunden bereitete. Der überaus zahlreiche Besuch zeigte,
aß man dem Verein großes Interesse entgegenbringt.
IEE
St. Arnual, Bruchstrabe Nr. 36
J———
nn
ff. Merziger Saarfürst
202
Bereinslokal des M.G.⸗V. v. 1865
— — St. Arnual — —
7