Zeite 92
Srar Senger-Bund i
utaufssh Nr.
Wenn ihr Lohn gewähret,
Und den Sold nicht scheut,
Will ich manches sagen, was die Herzen freut:
Seht, wie ihr mich würdig ehret.
Ich verkünde deutschen Frauen
Solche Dinge, daß sie alle Welt
Noch begieriger wird zu schaun:
Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.
Was wollt ich von den Süßen?
Sind sie doch zu hehr:
Drum bescheid ich mich, und bitte sie nichts mehr
Als mich freundlich stets zu grüßen.
Lande hab ich viel gesehn
Nach den Besten blickt ich allerwärts:
Uebel möge mir geschehn.
Wenn sich je bereden ließ mein Herz,
Daß ihm wohlgefalle:
Fremder Lande Brauch:
Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?
Deutsche Zucht geht über alle.
Von der Elbe bis zum Rhein
Und zurück bis her an Ungerland.
Da mögen wohl die besten sein,
die ich irgend auf der Erde fand.
Weiß ich recht zu schauen
Schönheit Huld und Zier
Hilf mir Gott, so schwör ich, daß sie besser hier
Sind als andrer Länder Frauen.
Züchtégz ist der deutsche Mann,
Deutsche Fraun sind engelschön und rein.
Töricht, wer sie schelten kann,
Anders, wahrlich mag es nimmer sein:
Zucht und reine Minne
Wer sie sucht und liebt,
Komm in unser Land, wo es beide gibt;
Lebt ich lange nur darinne!
J ch saß auf einem Steine:
2Da deckt ich Bein mit Beine,
Darauf der Ellenbogen stand;
Es schmiegte sich in meine Hand
Das Kinn und eine Wange.
Da dacht ich sorglich lange
Dem Weltlauf nach und irdischem Heil:
Doch wurde mir kein Rat zuteil,
Wie man drei Ding erwürbe,
Daß nichts daran verdürbe.
Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,
Das oft einander Schaden tut,
Das dritte Gottes Segen,
An dem ist mehr gelegen:
Die hätt' ich gern in einen Schrein
Ja leider mag es nimmer sein,
Daß Gottes Gnade kehre
Mit Reichtum und mit Ehre
Je wieder in dasselbe Herz.
Sie finden Hemmung allerwärts:
Untreu hält Hof und Leute,
Gewalt fährt aus der Beute,
So Fried' als Recht sind todeswund
Die dreie haben kein Geleit,
Die zwei denn werden erst gesund.
Deuischlands Ehre.
—J mich froh willkommen sein,
5 Der euch die Mär bringet, das bin ich,
Eitle Worte sinds allein,
Doch ihr vernahmt, jetzt fraget mich
Sehnsucht nach dem Frühling.
Wnz hat der Winter geschadet überall:
Heide und Wald sind beide nun fsahl,
Die sonst voll süßer Stimmen Hall.
Säh ich die Mädchen auf der Straße den Ball
Werfen, so käme bald der Vöglein Schall
Möcht ich verschlafen des Winters Zeit!
Wach ich derweilen, so ist es mir leid,
Daß sein Gewalt ist so weit und so breit!
Weiß Gott! Es siegt doch der Maien im Streit
Blumen dann les ich, da einst es geschneit
Morgengebet.
M it Segen laß mich heut erstehn,
— Herrgott, in deinem Schutze gehn
Und Reiten, wohinaus mein Weg sich kehre:
Herr Christ, an mir gib an den Tag,
Was deiner Güte Kraft vermag,
Und steh mir bei zu deiner Mutter Ehre.
Wie ihr der Engel half der gute,
Und dir, der in der Krippe ruhte
Jung als Mensch, als Gott so alt,
Demütig vor dem Esel und dem Rinde,
Und doch mit himmlisch, treuem Sorgen
Hielt dich Gabriel geborgen
Vor Gefahren mannigfalt:
So schütz auch mich, daß man nicht falsch mich finde
Noch gegen deine Liebe kalt.