Full text : 1929/30 (0005)

V. Bezirksarbei tsamt.

Die Berichtszeit über die Tätigkeit des Bezirksarbeitsamtes eraträckt
 sich in diesem Jahre auf volle 12 Monate,im Gegensatz zum Vorjahre,wo
 das Arbeitsamt erst auf ein neunmonatliches Bestehen zurückblicken
 konnte.
Die Äusserung des vorjährigen Berichtes,die in den " Schlussbetrachtungen"
 zu finden war:
" Der vergangene strenge und abnormale Winter hat die Notwendie
keit eines Bezirksarbeitsamtes vollauf bestätigt" gab zu der falschen
Schlussfolgerung Anlass,dass bei normalem Winterverlauf sich diese
Einrichtung weniger notwendig mache.Diese Schlussfolgerungen waren
aber insofern irrig,als bei dem diesjährigen milden Winter
und dem anschliessenden Frühling die Jnanspruchnahme des Arbeitsamtes
verhältnismässig nicht geringer geworden ist.Die Ursache dazu bildet
die sich langsam verschlechternde Wirtschaftslage im Arbeitsamtsbe+
reich,die in erster Linie durch die mangelhafte Belebung des Baumarktes,des
 Schlüsselgewerbes für die übrigen Jndustriezweige. .,hervorgerufen
 wurde.Daneben ein langsames Nachlassen in der Metallindustrie.
Wenn auch einzelne: Firmen eine grössere Ausdehnung erfahren haben,
so konnten diese die Einschränkungen beim Eisenwerk und das vollständige
 Eingehen kleinerer Betriebe nicht wettimachen. Jn der Berichtszeit
 mussten die Homburger Mühlenwerke infolge Zahlungsschwierigkeiten
ien Betrieb vollständig schliessen.
Die Folgen davon waren erhöhte Erwerbslosigkeit und vermehrte
Inanspruchnahme der Erwerbslosenfürsorge und der Vermi tte lungstätigkeit
Die Tätigkeit des Bezirksarbeitsamtes,die in engster Zusammenarbeit
 mit dem Bezirkswohlfahrtsamt erfolgen muss,ist durch Schaffung
eines Raumes unmittelbar beim Arbeitsamt für beide Teile wesentlich
erleichtert worden. Diese Zusammenarbeit ist nach wie vor einc vorteilhafte
 und gute zu nennen;
Die weitere Haupttätigkeit,die dem Bezirksarbeitsamt obliegt,
das Entgegennehmen von Meldungen der Arbeitsuchenden und offenen
ätellen, sowie die Vermittelung von Arbeitsuchenden,die sich schon im
vorletzten Winter in aussergewöhnlichem Masse steigerte,hat sich in
demselben Umfange weitergestaltet. Durch die vollständige Ausgestaltuns
des Arbeitsamtes konnte,da der Geschäftsführer in allen anfallenden
Arbeiten sich einarbeitete von der Einstellung einer Hilfskraft abgesehen
 werdene
Der Verkehr mit dem Arbeitsnachweis ist aus folgenden Zahlen
ersichtlich:
Zu- und Abgänge der Arbeitsuchenden und Vermittelungen des Bezirksarbeitsnachweises
 (1.4.1929 mit 31.3.1920) Mit 2L. 2.1950
Stand der Arbeitsuchenden männl. weibl. zusammen
am 1;4,1929 515 18 5531
Zugänge 2010 __ SE
2525 0 258

Abgänge
a) durch Vermi ttelung
b) ohne Vermittelung

677 32 709
1346 26 1372
2023 58 2081
500
Offene Stellen waren gemeldet:
männlich weiblich zusammen
768 55 823
Durch em De kan schmeie wurden besetzt:
32
oder 88.1 % 58,1%

Stand am 31.3.1930

709
86,1 %
Auf die einzelnen Manate anssaschieden eribt folgendes Rild:
            
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