Full text : 1929/30 (0005)

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E., Landwirtschaft, Bodenkultur und Tierzucht.

I. Allgemeine Lage der Landwirtschaft.
Das Berichtsjahr 1929/30 hat trotz zutstehender Getreidefelder
für die Landwirtschaft des Bezirks nicht die langerschnte wirtschaft-Liche
 Besserung gebracht.Jm Gegenteil,eine von Monat zu Monat steigende
Kapitalarmut ging mit den grössten Absatzschwierigkeiten Hand in Hand.
Die Getreidecpreisc haben sich durchwez weit unter dem Preisscheren-Index
 gehalten und dic Vieherzecugnisse waren stets durch die franzözische
 Konkurrenz gedrückt.Die Landwirtschaft steht vor der traurigen
Tatsache,dass sic in dem schweren Existenzkempf,der allen Wirtschaf tssruppen
 heute vorgeschrieben ist,nicht mehr konkurrieren kann.Einerscits
muss die eigene Betricbsleitung von äusserster Sparsamkeitspolitik erfüllt
 sein,anderersecits gebictet die ausländische Konkurrenzware große
Zapitalanspannung zur Erreichung von erstklassiger Marktware.,Jmmerhin
ist es angesichts diocser katastrophalen Wirtschaftslage erfreulich zu
jerichten,dass die Landwirte des Bezirks Homburg nicht versagen, sondern
ınentwegt allen Fleiss und Fortschritt aufwenden,dem Boden die höchsten
örträge abzuringen,in der Erkenntnis,dass extensive Bewirtschaftung
im Bezirk Homburg bei den gegebenen landwirtschaftlichen Kapitalver—-hältnissen
 ein schnelles Ende herbeiführt.
IT. Witterungs- und Ernteverhältnisse.
Dem harten Winter 1928/29 folgte ein kurzes günstiges Frühjahr
ınd ein trockener Sommer.

Regenmenge
1928/29 . 25 )ähr. Durchschnitt
( April-Oktober)300 mm 402 mm
N Die landwirtschaftliche Auswirkung dieser kurzskizzierten
Witterungsverhältnisse konnte nicht dic günstigste sein und dic Ernte
von 1929 ist im Bezirk Homburg dementsprechend ausgefallen.Der rauhe
Vinter,der an und für sich für die physikalischen Bodenzustände Gutes
7Cersprach, hat diesen Vorgeil durch die sehneelosen Februartage mit
lemperaturen von 26 - 28 "C und durch den Mangel an Bodenfeuchtigkeit
aufgehoben.Die fehlende Winterfeuchtigkeit hat durch den darauf folsenden
 trockenen Sommer umso mehr gemangelt.
Der Winterweizen hat nur in seinen alten auf dic Dauer der
Jahre unwirtschaftlichen Lokalsorten befriedigt. Wer von den fortschrittlichen
 Landwirten alles Weizen- und Wintergerstenland umpflügte.
ar besser daran, als Zauderer,bei dem Wintergerste garnichts brachte
nd der Weizen nur an Schnecelagen etwa mit 30% durchgekommen ist.
Beim Roggen war durch den harten schnecclosen Frost,durch die
fehlende Winterfeuchtigkeit und durch die plötzliche Trockenheit im
Sdnmer die Kornausbildung mässig und ungleich.Für ein Urteil über
lie Sortenfrage beim Wintergetreide ergeben die Erfahrungen im Be-Zirksabschnitt
 nach dem ausnahmsweise starken Winter keine brauch-7aren
 Unterlagen.
a: Hafer und Sommergerste hatten schöne Kornerträge gebracht und
lie bewährten Sorten wie Jsarie,Hado Hanna,auf der anderen Seite dic
von Lochow, Strube,Svalöf standen im schwersten Wettatreit.
Von den Futterpflanzen hat der Bastardklee vollkommen versagt,
ücr Rotklee ist zum grossen Teil in der Wurzel erfroren und die
Buzerne von 8Sstlicher Herkunft hat am besten durchgehalten.Der erste
Mesenschnitt hat sich bei dem schlechten Stand weit hinausgs6Z0gCcN
\eShalb auch die Grummeternte nur qualitativ befriedigen konnte. Das
esamtergebnis stand im Zeichen des trockenen Sommers.Für die Binringung
 der Ernte war die Witterung gut.Die Hackfrüchte sind im Be-Mohtsjahr
 am besten weggekommen. Zur Zeit ihrer stärksten Entwicklungsderiode
 war ihnen immerhin 1L1o mm Regen beschieden,Kein Zufall,dass
üie Hackfrüchte bis zum 20.August ein selten schönes Bild boten;von da
ab liessen sie aber ihre Köpfe hängen und der Septemberregen war für
Sie Goldes wert und hat für dio gute Hackfruchternte des Berichtsjahres
            
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