G. Landwirtschaft und Bodenkultur
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Bezirkes Homburg,
Il, Verhältnisse_üer Landwirtschaft.
Die Lanüwirtschaft des Bezirks Honburz hat wieder ein
Jahr schweren Ringens und Schaffens hinter sich. Voll Hoffnuns
sah der Landwirt Jer neuen Wirtschaftsperiode entgegen, He ihn
aber nichts als herbe Enttäuschung brachte.,Dies brachte es mit
sich,dass am Ende des Jahres sich dic allgemeine Notlaze weiterhin
verschärft hat,dice Bauern um Unterstützung bci Stant,Bezirk
und Gemeinde in erhöhten Masse nachsuchen,Die öffentliche Hand
ist in dieser Erkonntnis wohl zur Hilfe bereit;was ist aber dem
Binzelnen geholfen,wenn er 3 - 53000 Fr. Kredit bekommt oder
5in Steucrerlass bewilligt wird,wenn die Gesantwirtschaft nit
Srundübeln behaftet ist,die zuerst beseitigt werden müssen, danit
unser Gesanmtwirtschaftsleben gesundet und damit die Landwirtschaft
Hier ist das Wort " Selbsthilfe " am Platze das Wort " Vertrauen
in sich selbst " das Wort " zielbewusste Mitarbeit" zur Behebung
lcr gesamten wirtschaftlichen Notlage.,Besonders der Bauernstand
larf sich dicser Mitarbeit nicht entziehen,gilt es doch die
Landwirtschaft bis ins Kleinste zu organisieren,auf dass sie
3axistenz- und konkurrenzfähig bleibe.,Manches ist in dieser Hinsicht
schon geschaffen, vieles ‚sehr vieles bleibt noch zu tun
Übric.
Wie sich die Verhältnisse der Landwirtschaft im Bez irke
Homburg für 1927 gestalteten ( 1.I1V.27 mit 31.I1I1.28) sei in
nachfolgenden geschiliert:
Die Witterungsverhältnisse waren die denkbar’ ungünstigsten
Jn der Hauptwachst mperiode war es kalt,feucht,begleitet von
Dauerregen.Nicht besser war die Ernteperiode,in der durch Unwetter
die Qualität und Quantität bis zu 50% zeschäligt wurde.
HAngelschläge und Wolkenbrüche hatten erhebliche Einzelschäden
zur Folge.Kälterückschläge am 10.-14.Mai hatten die Obsternte-Aussichten
enmpflindlich verschlechtert. So musste das Ernteervebnis
unter diesen Verhältnissen ein sehr klägliches Bild
ergebem.
Nach vorsichtirer Schätzung wurden geerntet je 25 a in
Zentner.
Roggen . Weizen . Gerste ., Hafer . Kleeheu , Wiesen- . Kartof- Rübe
a heu fealn
6 — lo 6- 8 8-10 8-10 15-20 15-20 40-60 120-180°
Hiebei sind die Ernteschäden sehr vorsichtig Zzeschätzt
und dürften gie stellenweise den Ertrag noch weiter vermindert
haben. Hayelschäden sinl bis zu 50% festgestellt worden. Unter
solchen Umständen sind die Hoffnungen der Landwirte in ein
Nichts zusammen zesunken,wenn man berücksichtigt, dass das Getreide
vollständig durchnässt zeerntet und in diesen Zustande als Mahlfrucht
von den Müllern nur sehr ungern abgenommen wurde .Als Santfrucht
war solche Ware nur besonders behmädelt oder meist nAarnicht
zu verwenden.
Dass solche Missernten die Förderungsbestrebungen Ccr
Wirtschaftsberater hemnt, dürfte klar werden, Gott sei Dank,
-ibt es heute einsichtire Landwirte zenug,welche sich Cie behördlichen
Massnahmen zur Förderung des Acker und Pflanzenbaue s
zu eisen machen. So war es lenmn in Berichtsjahre möglich eine
Schöne Zahl von Anbau- und Dünzungsversuche zur Durchführung Zu
Yinzen.