Ottweiler Kreisblatt
Amtliches Nachrichtenblatt fiir den Kreis Ottweiler
herausgegeben vom Landratsamt Ottweiler. / Druck und Erpedition: Saaur- und Blies-Zeitung, Neun⸗
kirchen⸗Snaar, Unterer Markt 5, Fernspr. 3008, 3004. / Erscheinungsweise: Wöchentlich Jj mal (Donnertags
—X 928
Donnerstag, den 11. Januar
α
Inhaltsverzeichnis:
J. Hinweis auf eine Verordnung im Regierungsamtsblatte
2. Verzeichnis der für 1928 zugelassenen krebsfesten
Saatkartoffeln.
3. Bekanntmachung betr. Kartoffelkrebs.
4. Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
z5. Bekanntmachung betr. Ausbruch von Schweineseuche.
3. Bekanntmachung betr. Verlequng der Eisenbahnstraße
in Landsweiler.
Bekanntmachung.
Zusammenstellung der Gebiete, die bisher zur krebsverdächtigen
Zone erklärt worden sind.
Auf Grund des 81 Abs. 2 der Kreispolizeiverordnung vom
25. Januar 1927. werden nach Anhörung der Hauptstelle für
Pflanzenschutz (Landwirtschaftskammer für das Soargebiet)
hiermit die Gebiete, die bisher zur kartoffelkrebsverdächtigen
Zone erklärt worden sind, zusammenfassend bekanntgegeben. Die
bereits für das Jahr 1927 festgesetzt gewesenen Zonen sind
als alte Zonen, die übrigen als neue Zone bezeichnet.
Innerhalb der Beobachtungsgebiete dürfen nur krebsfeste,
amtlsich anerkaunte Saattartoffeln gepflanzt werden. Die für
1928 zum Anbau zugelassenen krebsfesten Sorten sind in meiner
Bekanntmachung von heute bezeichnet.
In den Sperrgebieten ist jeglicher Anbau von Kartoffeln
auf die Dauer von zwei Jahren verboten.
Ich fordere alle diejenigen, die in den Beobachtungsge—
bieten und in den Sperrgebieten Grundstücke haben, hiermi
dringend auf, in ihrem eigenen Interesse wie im Interesse der
Allgemeinheit die erlassenen Bestimmungen mit größter Gewis⸗
haftigkeit zu beobachten.
Stadt Ottweiler.
Neue Zone.
Beobachtungsgebiet: Die Ackerfläche, die begrenzt wird
östlich durch die Kreisstraße von Ottweiler nach Stein—
bach, nördlich durch die Hochstraße und den Feldwer
nach Südwesten bis zur Wegegabelung, südlich durchk
Feldweg und durch die Linie, die zu ziehen ist von
Feldwegende auf das oberste Ende des Steinbruchs
westlich durch den Steinbruch und durch die Linie, die
zu ziehen ist von der südwestlichen Ecke des Stein
bruchs bis Feldweggabelung. (Ter Feldweg zieht vor
der Hochstraße in der Richtung nach Südwesten.)
Zperrgebiet: Die krebsverseuchte Fläche des Grundstücks—
nutznießers Rudolf Benz auf dem Hahnenberg und die
daran anstoßende Parzelle.
Gemeinde Wiebelskirchen.
Zenen! (Alte Zone).
Beobachtungsgebiet: Flur 24 (in der Vogelsbach), ipweit
sfie umgrenzt wird von der Oster, dem ersten Gewann
weg vom Walde her, der vom Tale der Oster nach der
Bexbacherstraße durchführt, den Pfülerwiesen und der
Waldungen des Forstfiskus.
Sperrgebiet: Die verseuchten und die an sie anstoßende;
Felder.
zZone 2 (Alte Zone).
Beobachtungsgebiet: Flur 13 (auf Arles), soweit sie von
der Ottweiler und der Adlerstraße umgrenzt wird.
Zperrgebiet: Die verseuchten und die an sie anstoßender
Felder
Finweis
Ich verweise auf die im Regierungsamtsblatt vom 8. Ja—
tnar 1928 Nr. 2 erschienene Verordnung:
Nr. 17 Bekanntmachung betr. die Versteuerung von
Automaten und Musikwerken.
Dttweiler, den 11. Januar 1928.
Der Landrat: Dr. Rech.
Derzeichnis
der für 1928 zugelassenen krebsfesten Saatkartoffeln.
Auf Grund des 82 der Polizeiverordnung vom 25. 1. 27
iber weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Kartoffel—
rebses im Kreise Ottwmeiler gebe ich hiermir bekannt, welche
dartoffeliorten für das Jahr 1928 als krebssfestes Saataut
anzuscehen sind:
Frühe Sorten:
Ebstorfer Juliniere: Thieles Kuckuck.
Mittelfröhe Sorten:
Modrows Direktor Johannßen: Thieles Maadeburger
Blaue.
Mittelipäte Sorten:
y. Diest's Alte Daber: v. Kamekes Marschall v. Hinden—
«Urg: Richters Jubel: v. Kamekes Parnassia: v. Kame—
kes Pepo: Modrows Preußen: Weltwunder.
Späte Sorten:
o. Kamekes Beseler;: Roode Star: Roon.
Die vorgenannten krebsfesten Saatkartyffelsorren müssen
durch eine Landwirtschaftskammer des Reichs oder durch die
entsche Landwirtichaftsgesellschaft in Berlin amtlich anerkannt
ein.
Allen Besitzern von Grundstücken in den als krebsverdächtig
angegebenen Beobachtungsgebicten empfehle ich dringend, sich
chnellstens ihren Bedarf an dem vorgeschriebenen Saatgut
u sichern, da bei der Ausdehnung, die der Kartoffelkrebs
zenummen hat, die Nachfrage jedenfalls sehr groß werden wird.
die Bürgermeisterämter werden bei der Beschaffung der Kar—
toffeln nach Möglichkeit mitwirken.
Ittweiler, den 9. Januar 1928.
Der Landrat: Dr. Rech.