Full text : 1920 (0001)

eine der wertvollsten Hilfen für den Schutzmann ist. Hund—
wurden ig bereits zur Aufspürung von Ulebeltätern ver
wendet zu einer Zeit, als es noch keine organisierte Polize
im modernen Sinne gab. In Schottland hat man schot
im Mtiittelalter Bluthunde dazu, benutzt, um Mörder und
Räuber, die sich in den dichten Wäldern verborgen hiel
ten, aufzuspüren. Es bestand sogar in Schottland eir
Gefetz, daß jeder, der sich weigerte, solche Hunde in seir
Gehöft hineinzulassen, als Mithelfer der Verbrecher behan
delt wurde. Besonders haben sich die geheimen Gesell—
schaften bei der Verfolgung von Uebeltätern, deren Be
strafung sie selbst in die Hand nahmen, der Bluthund«
bedient, und stets wurden Hunde auf die Fährte von
Pferde- und Schafdieben gesetzt. Der Krieg hat den großer
Nutzen gezeigt, den dressierte Hunde beint Aufspüren vor
Verwundeten und beim Ueberbringen von Meldungen haben
und diese tüchtige Arbeit der Tiere wurde in Kinovor—
führungen allgemein bekannt gemacht, sodaß die öffentliche
Meinung in England schließlich auf die Cinführung der
Polizeihunde drängte. Sie werden jetzt mit großem Erfolg
von verschiedenen lokalen Polizeibehörden in England ver—
wendet. Nun ist freilich noch vielfach die Anschauung ver—
breitet, daß der Polizeihund ein wildes und gefährliches
Tier sei, und daher rührt die Antipathie, die in man—
chen Kreisen noch gegen ihn besteht. Das ist aber gan—z
und gar nicht der Fall; vielmehr ist der Polizeihund ein
hesonders gut dressiertes Tier, das ohne Befehl seines Herrr
keine Bewegung ausführt, ja, das nicht einmal bellt, son
dern den Verfolgten nur niederwirft und wehrlos macht
In den Zeiten einer immer größeren Zunahme und immer
steigenden Schwierigkeit der Entdeckung von Verbrechen ist
der Polizeihund eine Hilfe, auf die man 15 mebr ver—
ichten kann. α . Mα
Die Ferien der Rheinprovinz sind vom Oberpräsidenten für die
Orte mit höheren Schulen folgendermaßen festgesetzt worden:
Dsterr von Dienstag, den 30. März, bis Dienstag, den 20.
April; Pfingsten von Freitag, den 21. Mai, bis Dienstag, den
t. Juni; die Herbstferien von Freitag, den 6. August, bis Diens—
zag, den 14. September; Weihnachtsferien von Mittwoch, den
22. Dezember, bis Dienstag, den 4. Januar 1921. Schluß des
Schulijabres ist Donnerstaa. den 24. Mära 1921,. mittags 12 Uhr.
Von der Eisenbahn. Dem Vernehmen nach soll bereits a'
5. April auf der rechten Rheinseite ein Schnellzugspaar neu ein
gelegt werden, und zwar ist Ausgangspuntt Amsterdam, Ziel
station Basel. Der erstse D-Zug nach Basel trifst gegen Rbend
in Meuwied ein und hat hier Aufenthalt; der Gegenzug komm
am anderen Morgen zurück. Auch letzterer hält in RNeumied
Hiermit ist der intetnationale Eisenbahnverlehr England Schwei
auf der rechten Rheinstrecke wieder aufgenoimmen. Wei'e?e DZüg
sollen, wie weiter verlautet, etwpa gegen Mitte Nprij zur Ein
führung gelangen.
Nachforshungen wegen nicht heimgelehrter Kriegsgefangenen. Lie
Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene gibt bekannt:
Nachdem auch der Abtransportfder Kriegsgefange—
nen aus Frankreich im allgemeinen als abge—
schlossen anzusehen ist, muß festgestellt werden, ob sich noch
irgendwo Kriegsgefangene in den ehemaligen feindlichen Staaten
befinden. Zu diesem Zwecke wird durch die Landeshilfsausschüsse
an die Angehsrigen solcher Kriegsgefangener, die nachweisbar
in Kriegsgefangenschaft geraten waren, und bis jetzt noch nicht
zurücgekehrt sind, eine Aufforderung ergehen, die Namen der—
selben den örtlichen Kriegsgefangenenheimen sofort mitzuteilen. Es
muß ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Meldungen sich
nicht auf Vermißte, sondern nur auf Kriegsgefangene beziehen
dürfen, die nicht in Rußland, Rumänien und Japan gefangen
maren. Die eingelaufenen Mitteilungen werden es der deutschen
Regierung ermöglichen, die erforderlichen Schritte zur Fesistel—
lung über den Verbleib eines jeden einzelnen zu unternehmen.

*(Abgabe von Petroleum zur Beheizung von Brut—
apparaten.) Für die Durchführung der künstlichen Brut
ift der Landwirtschaftskammer auf ihren wiederholten

Antrag vom Landwirtschaftsministerium eine entsprechende
Menge gutes amerikanisches Petroleum zur Verfügung
geftellt worden. Die Abgabe erfolgt in erfter Linie an
Inhaber gut geleiteter Geflügelzuchtftationen, prämiierter
bäuerlicher Geflügelhößfe und Vrutzentralen sowie an
Geflügelzuchtvereine, die im Besitze von Brutapparaten
und deren züchterische Leistungen für die Allgemeinheit
der Landwirtschaftskammer bekannt sind. In zweiter
Linie wird die Abgabe an solche Interessenten erfolgen
deren Anträge von dem zuständigen Bürgermeister
Lokalabteilungsdirektor oder Landrat befürwortet werden
In diesen Fällen muß amtlich bescheinigt werden
daß die Antragsteller im Besitze von Brutappa—
raten sind und das gewünschte Petroleum tatsächlich
für den angegebenen Zweck verwandt werden soll.
Der Preis des Petroleums wird sich nach den jeweiligen
Agemein gültigen Tagespreisen richten. Dieser beträgt
nach Angabe der liefernden Firma zur Zeit pro Liter
8 Mark. Anträge auf Ueberweisung von Petroleum.
enthaltend genaue Adresse und Bahnstation des Züchters
Zahl und Fierfassung der zu beheizenden Apparate, Zahl
der beabsichtigten Bruten und Angabe der gewünschten
Petroleummenge sind baldigst an die Landwirtschafts—
kammer für die Rheinprovinz in Bonn, Endenischer
Allee 60, einzureichen.

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