Full text : 2.1938 (0002)

Führten uns diese Lieder zu Geschehnissen, die sich fernab unserer Heimat
abspielten, so rückten gegen Ende des 18. Jahrhunderts die weltgeschichtlichen
Ereignisse unserer Heimat näher. Von Paris aus wehte der Revolutionssturm
an den Rhein. Der Freiheitsruf tönte unserm Volk in die Ohren. Wie er von ihm
beurteilt wurde zeigt ein sonst noch nicht belegtes Lied in einem alten ge—
schriebenen Liederbuch aus Schaidt, zu dem Lehrer Brucker die Singweise aufzeichnen
 konnte, deren Anfang an das Lied „Was hab ich denn meinem Feins—-liebchen
 getan“ (Pfälz. Volksl. Bd. J. Nr. 132) erinnert.

Französische Revolution.
— ——
— ——— — ⏑ 7— ———
αα — — —
——— - . ——
7

Ihr Brüder, was hab ich gehört
und was hab ich gesehen
in Frankreich bei der Nation
und wie es dort zugehet:
Der Kreis wie auch das Reich
ein jeder für sich selbst,
den ganzen Tag ist da Gesang:
Vipat, es leb die Nation!

2.

Es lebet alles in Floribus,
die Mädchen wie auch die Weiber,
in der Kirch, wo man Gott verehren soll,
lun sie die Zeit vertreiben;
anstatt daß sie Gott rufen an,
singen sie: Vivat die Nation!
Das Tanzen und Springen ist ihre Freud,
ia das ist ihr Zeitvertreib.
Jupiter und Venus ist ihr Gott,
den tun sie stets verehren,
den rufen sie an in aller Not,
er soll ihr Bitt erhören.
Kein König soll nicht mehr sein;
das wollen sie schließzen ein (P),
kein Fürst, kein Graf, kein Edelmann
soll nicht mehr sein in unserm Land.

4.

43.

Ach Frankreich, ist das nicht ein hartes Wort,
das in die Seel tut greifen:
Euern König habt ihr um das Leben gebracht,
den Kronprinz auch desgleichen.
Ach Frankreich, was hast du getan!
Schau nur das Königsblut an:
Es schreiet Rach wohl über dich,
ja das glaub du nur sicherlich.

843
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.