2.
Sterb ich heut, so ist mein Prinz Wilhelm an der Stelle,
der wird ja so gut wie ich sich zu Felde stellen,
der wird ja so gut wie ich seine Sach vollführen
und in seinem Lande auch gleich wie ich regieren.
3.
Kannst du nicht den Böhmerwald rund und um zerhauen
geh mit mir ins freie Feld, dort laß dich beschauen!
Dort will ich mit meinem Prinz dich zur Hochzeit laden;
du und deine ganze Macht werden im Blute baden.
3.
Was hat dich dazu bewegt, Krieg mit mir zu führen?
Du willst ja so gut wie ich nicht gern etwas verlieren.
Oder meinst du, daß ich alt und nicht werde kommen?
Darum hab ich meinen Prinz Wilhelm mitgenommen.
3.
Wenn es Gottes Wille ist und mein Prinz bleibt beim Leben.
fürcht' er sich vor dir auch nicht, tut dir nichts nachgeben.
Denn er hat soviel gelernt, daß er kann bestehen
und er hats ja nicht gebraucht in das Feld zu gehen.
5.
Aber weil ich noch gesund, will der Welt noch zeigen,
daß ein junger Held wie du noch vor mir muß schweigen.
Denn ich werd im Alter nun keinen nicht verschonen;
ich hab Geld und Leut genug, dazu auch Kanonen.
7. Ob du gleich verschanzest dich, will ich mit dir kriegen,
ei so glaub ich sicherlich, daß du nicht wirst siegen;
denn ich bin darum nicht alt, daß ich dir nachgebe.
Also will ichs machen aus, weil ich jetzt noch lebe.
Bruchstückhaft war das Lied 1908 dem damals 80jährigen Winzer Joh.
Weintz aus Haardt noch im Gedächtnis; außer dem Eingangsgesätz hatte er
noch folgende Gesätze in Erinnerung:
2.
Oder glaubst du, daß ich alt und nicht werde kommen?
Darum hab ich meinen Prinz Wilhelm mitgenommen.
Hast du gleich den Böhmerwald um und um zerhauen.
zomm zu mir aufs freie Feld. da laß dich beschauen!
Aber nimm dich wohl in acht, wie es dir wird gehen!
Siehst du nicht die große Macht auf den Grenzen steben?
Vor dir fürchten wir uns nicht, du mußt unterliegen
deine stolze Macht sie bricht. — wir. wir werden siegen!
3.
Der Tod Friedrichs des Großen (1780) erschütterte damals das ganze deutsche
Volk und auch in die Pfalz drangen Lieder, die sich darauf beziehen. So entstand
kurz nach dem Hinscheiden des Preußenkönigs ein Lied, das von Ch. Ph. Conz
gedichtet sein soll und schildert, wie die Invaliden an Vater Friedrichs Grab
trauern. Von Stelzfüßlern, die mit Orehorgeln durch das Land zogen, wurde es
in allen Gauen Oeutschlands verbreitet. In handschriftlichen Liederbüchern aus
Freisbach (1845) und DOürkheim (ca. 1860) finden wir das rührende Lied. Wilhelm
Wüst konnte die Singweise in Freisbach noch aus dem Bolksmund aufzeichnen,
die mit der Weise „Heinrich schlief bei seiner Neuwvermählten“ (Pfälz. Volkslieder
LAr. 63) zu vergleichen ist.