Full text : 2.1938 (0002)

Wurde neues Land durch Abbrennen oder Sengen des Waldes gewonnen,
so nannte man es „Brand“ oder meist „Sang“. Als man den Sinn von Sang
nicht mehr verstand, verband man vielfach Sang mit „Vogel“, und so entstand
der weitverbreitete Fln. Vogelsang. On.: Sengscheid Sb. Fln.: Sang Ittersdorf
und Gerlfangen Sl., Überroth O., Sank Rammelfangen Sl., Groß-Hemmers
dorf Sl., Wallerfangen, Vogelsang Mondorf Mz., Hirtensanken Körprich Sl.,
Sangheck Fürth O. Bekannt ist die Weinmarke „Serriger Vogelsang“.
Mitunter erlangte man neues Kulturland dadurch, daß man die Bäume
durch Anhauen mit der Axt zum „Schwinden“, d. h. zum Absterben brachte. Die
Namen für die so errungenen Landstücke sind Schwand oder auch Schwann.
Fln.: Schwan Aschbach O., Sotzweiler O., Heisterberg We., Kahlschwann Dir—
mingen O., Schwannheck Bettingen Sl., Schwanenheck Marpingen We. Die
Volksphantasie hat oft einen „Schwan“ daraus gemacht.
Bei dem Abtreiben von Waldungen blieben häufig vereinzelte lichte Wald—
stücke stehen, oder Waldzungen sprangen aus den Waldungen hervor. Sie heißen
Schachen. ODeutlich erinnert noch daran der On. Buchenschachen. Sb. Fln.:
Schachen Brotdorf Mz., Schwalbach Sl., Hülzweiler Sl., Ottweiler, Numborn
Sb., Obersalbach Sb., Obertal We., Roschberg We., Schachenwald Niederfaubach
Sl., Furschweiler We., Heusweiler S., Schachenröder Würth O., Leitenackerschachen
 Hirzweiler O., Hirtenschachen Hangard O., Bruderfeldschachen Urex—
weiler We., Willeborner Schachen und Seitersschachen Werschweiler We.
Auch die Much oder Moch ist ein kleiner lichter Wald, ein Waldstück, ein
Gebüsch, gewöhnlich ein Rest alter Rodungen. Fln.: Elmoch — Elm-Moch —
Ulmenmoch Dirmingen O. (vergl. den On. Much im Bergischen Land).
Haben wir bisher Baum und Strauch gleichsam in ihrer Namen—
losigkeit betrachtet, so gehen wir nun zu den einzelnen benannten
Baum- und Straucharten über. Mit Fug und Recht stellen wir die Eiche
an die Spitze. Auf Grund ihres einstigen reichen Vorkommens hat sie sich einen
besonders großen Anteil in der Fl.Welt gesichert. Wenn wir auch an der Saar —
im Gegensatz zu den übrigen Landschaften des Rheinlandes — keine On. mit
Eiche treffen, so ist doch die Zahl der einfachen und der zusammengesetzten Flnu.
mit Eiche überaus groß. Einfache Fln.: bei der Eich Erbringen Mz., auf Eich
Hilbringen Mz. (hier ist der Fln. ein Sammelbegriff und bezeichnet einen ganzen
Wald wie das poetische „im Tann“), Mechern, Mondorf Mz., Ihn Sl., ober den
Eichen Knausholz Sl. in den Eichen Biringen Sl., bei den Eichen Niedaldorf Sl.,
Differten Sl., an den Eichen Lebach Sl. Zusammengesetzte Fln. mit Eiche als
Gw.: Kreuzeich Landsweiler O., Fürth O., Banneich Schiffweiler O., Püttlingen
 Sb., Hirtel Sb., Dirmingen O., Winterbach We., Diefflen Sl. (Bann⸗
eiche ist die Eiche an der Banngrenze), Zieleich (d. i. die Eiche am Ziel d. h. an
der Grenze) Wehrden Sb. u. Sotzweiler O. Dickeich Wustweiler u. Welschbach O.,
Alteich Oirmingen O., Schafeich Niederlinxweiler We., Euleneich Remmes—
weiler We., Reiheneichen Urexweiler We., Rahmeneich Rittenhofen Sb.
(S Grenzeiche), Husareneich Niedersalbach Sb.; Numborn Sb. hat seine Juden—
eiche und Gronig We. seine Knoblauchseiche. Ferner: bei den 2 Eichen Keuchingen
Mz., Emmersweiler Sb., Drei Eichen Niedersalbach Sb., Düppenweiler Mz.,
Itzbach Sl., Hüttersdorf Sl., Ensdorf Sl., Eppelborn O., Neipel O. bei den
sieben Eichen Nalbach u. Diefflen Sl., Schelmeneich Hostenbach Sl. u.v. a. Eiche
ist Bw.: Eichenfelder u. Eichenheck Stennweiler O., Eichwald Gresaubach Sl.,
Eichberg Saarwellingen Sl., Eichbösch Landsweiler Sl., Eichenheck Knorrscheid
Sl., Eichgarten Eidenborn Sl., Eichenstangen Habach O. u. Überherrn Sl.,
Eichenau Bubach O.
            
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