Full text : 2.1938 (0002)

9) Als theoretische Vorläufer des Gedankens der Pflanzensexualität gelten allgemein
die Engländer Millington und Grew. Es ist daher sehr interessant, daß Medicus den
in seiner Bedeutung bis heute umstrittene Joachim Jung aus Hamburg, für den er
besondere Wertschätzung auch in anderen Schriften zeigt, ein größeres Verdienst
zubilligt. (Acta Pal. IIIS. 174). Anders allerdings urteilt Sachs (16) in dieser Be—
ziehung über Joachim Jung (S. 412). — Über Linnés Berdienst um dies Vroblem
oergl. Anm. 41.
12) Aota Palatinae III. (5) S. 141/142.
8) Ebenda, S. 143. Bei der Wahl des Wortes „Kunsttrieb“ geht Medicus auf Herder
zurück, dessen Abhandlung über den Ursprung der Sprache ihn wohl beeinflußt hat.
4) Acta Palatinae III. (õo) S. 192.
s) Zur Geschichte des Vitalismus vergl. vor allem H. Driesch a. a. O. (19). Zum Problem
 im allgemeinen und zu Stahl im besonderen vergl. Rembert Ramsauer, Fohann
Joachim Becher, Lehre und Wirkung. 83S. f. Ges. Naturw. II. S. 145/146.
Hier erweist sich deutlich, wie die Newton'sche Physik für jede ganzheitliche, auch die
Biologie umfassende Naturbetrachtung ein großes Hemmnis war. Die Ansicht näm—
lich, daß die Materie nur Trägheit besitze, hinderte Medicus, tiefer in das Problem
einzudringen. DOer Gedanke, daß die Materie außer Masse auch eine „ursprügliche“
Kraft besitze, — ein Gedanke der in Sennerts Atomlehre und in der Monadologie
von Leibniz zu finden ist — kommt nicht in den Bereich seiner Überlegungen.
Lebenskraft (6) S. 10. — Medieus schreibt, daß „das ausgebreitete Genie eines
Wolfs und seiner Schüler“ das Seelenproblem seit Stahl wesentlich gefördert hätte.
Wahrscheinlich meint er nicht den Leibnizschüler Christian Wolff (1679 -1754) sondern
 Caspar Friedrich Wolff (1733-1794), dessen 1759 veröffentlichte „Theoria
Jenerationis“* von entscheidendem Einfluß auf die Entwicklung der biologischen An—
schauungen war.
8) Lebenskraft (6) S. 20/21.
i0) Lebenskraft (6) S. 23.
'o) Diese Tatsache ist weder von Kistner (2) noch von Müller (1) beachtet worden. Wenn
im übrigen Kistner meint, daß die Stärke der Vorlesung in der Abgrenzung zum
Seelenvitalismus von Stahl, die Schwäche aber in den Beweisgründen gegen den
Mechanismus bestehe, so möchten wir dies Urteil gerade umkehren. — In der Arbeit
von Müller ist die Abhandlung über die Pflanzenbegattung übersehen, und daher
sind auch die Gründe, die Medicus zu seinem Standpunkt in der Vorlesung brachten,
uicht richtig erkannt. Weiterhin stimmt es nicht, daß sich bei Medicus nichts Teleolozisches
 befindet. Diese teleologischen Ausführungen sind in der ersten Abhandlung
enthalten. Bgl. das Zitat S. 40.
Hirsch, Gesch. d. Medizin, hat augenscheinlich erstmalig darauf aufmerksam gemacht,
daß Medicus als erster das Wort „Lebenskraft“ gebraucht. — Die Richtung, in der
Medicus eine Lösung suchte, ist wenig später dann auch von anderen beschritten
worden; vgl. z. B. die Arbeiten von Reil, Blumenbach, Brandis u. a. (genaue Angeban
iehe bei Driesch (19) a. a. O.). Eine Erwähnung von Medicus oder ein Hinweis,
der eine Abhängigkeit zeigen könnte, wurde bei der Durchsicht der Werke nicht ge—
funden. Es liegt näher, anzunehmen, daß Medicus gemeinsam mit den andern von
C. Fr. Wolff, der den Nachfolgenden den Lösungsweg für ein Problem, das durch
die Entwicklung zur Reife gelangt war, irgendwie vorgezeichnet hatte. abbänaig ist.
2) Kritische Bemerkungen (12). S. 5 Anmerkung.
8) Kritische Bemerkungen (12). S. 23. Koelreuter hatte schon vor 18 Jahren (also etwa
um 1775) Medicus diese Ansicht mitgeteilt: „Er vergleicht die beiden männlichen
und weiblichen Feuchtigkeiten mit dem alkalinischen und sauren Salze, glaubt, daß
durch ihre innere Mischung ein dritteres Wesen entstehe, welches nun der junge
Keim seie, der die künftige Pflanze in einem gedrängten Umrifse enthalte, und ver⸗
gleicht also die Erzeugung einer jungen Pflanze mit der Kristalisation.“
pflanzenphysiologische Abhandlungen (15) II. G. 167/68, in der Abhandlung: „Über
das Bermögen der Pflanzen sich noch durch andere Wege als den Samen zu verviel-49


            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.