Full text : 2.1938 (0002)

Einblick in die naturwissenschaftlichen Verhältnisse des 18. Jahrhunderts gewähren mußte.
Diese Würdigung will die vorliegende Arbeit zu geben versuchen. Es ist beabsichtigt, eine
zusammenfassende biographische Darstellung, bei der die vorliegenden Ergebnisse Ber—
wendung finden sollen, in Kürze folgen zu lassen.
Von früheren Arbeiten über Medicus als Naturforscher konnten folgende berück
sichtigt werden:
1. M. Müller, Friedrich Casimir Medicus, Archiv f. Gesch. d. Mathematik d. Natur
wissenschaften und d. Technik. 11. Bd. Leipzig 1928. S. 67 ff. Abgek. Müller J.
A. Kistner, Die Pflege der Naturwissenschaften in Mannheim zur Zeit Karl Theo—-dors.
 Mannheim 1930. — Insbesondere die Abschnitte „Medicus“, „Botanischer
Garten und Gartenbotanik“, „Botanik“. Abgek. Kistner.
Beide Untersuchungen können jedoch nicht ganz zufriedenstellen. Oer entscheidende
Fehler bei beiden scheint darin zu liegen, daß die Entwicklung in Medicus und die Wandlung
 seiner Denkungsart unberüdsichtigt blieben. Kistner, der Medicus vor allen als Naturwissenschaftliches
 Mitglied der Mannheimer Akademie würdigt, übersieht daher auch,
daß Medicus im Alter nicht mehr an eine natürliche Ordnung der Pflanzen glaubt.
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des künstlichen oder natürlichen Systems seine Ansicht im Laufe der Zeit grundlegend
wandelt. Ein Teil seiner Urteile hat daher nur bedingt für einzelne Zeitspannen Gel—
tung. Medicus war beifpielsweise nicht Nominalist, (Müller J. S. 75) sondern er
wurde es im Laufe seines Lebens.
Von allgemeinen biographischen Mitteilungen wurden bei dieser AUntersuchung
ferner benutzt:
3. J. Keiper, F. C. Medicus, Mannheimer Geschichtsblätter 1906, Heft 2 und 5. Abgek.:
Mannh. Gesch. Bl.
14. 8. Webler, Die Kameral-Hohe-Schule zu Lautern, Mitteilungen des Historischen
Vereins der Pfalz, Band 43. Speyer 1927, Abgek.: Webler
und außerdem Kistner a. a. O. Ferner konnte das Manufskript einer biographischen
Darstellung: „Oer Erinnerung an Friedrich Casimir Medicus, gewidmet von Ludwig
Wallrad Medicus“, aus dem Besitz der Familie Medicus benutzt werden. Für die freund
liche Überlassung dieses Materials sei auch an dieser Stelle noch einmal der Dank aus
gesprochen. Der erste Teil dieses Manuskripts enthält den Anfang einer Selbstbiogra—
phie von Friedrich Casimir Medicus, die etwa bis zum Jahre 1768 reicht. Aus Alters
schwäche war es ihm nicht möglich, das begonnene Werk zu vollenden. Erst nach seinem
Tode wurde es von dem Sohne Ludwig Wallrad entsprechend ergänzt.
Von den zahlreichen von Medicus verfaßten naturwissenschaftlichen Abhandlungen
wurden in der Darstellung in erster Linie die nachstehenden bedeutendsten Schriften be
nutzt.
5. Von der Neigung der Pflanzen sich zu begatten, in: Acta Academiae Theodoro
Palatinas III. B. Mannheim 1775. S. 116ff. auch erschienen in den Pflanzen
phyfiologischen Abhandlungen. Abgek.: Aota Palatinae III.
Von der Lebenskraft, Mannheim 1774, auch in den Pflanzen-physiologischen Abhand⸗
lungen. Abgek.: Lebenskraft.
Botanische Beobachtungen des Jahres 1782 und 83. 2 Bände. Mannheim 1783 /84
Abgek.: Bot. Beobachtungen.
Theodora speciosa ein neues Pflanzengeschlecht. Mannheim 1786. Abgek.: Theodora
speciosa.
9. Über einige künstliche Geschlechter aus der Malven-Familie, denn der Klasse der
Monadelphien. Mannheim 1787. Abgek. MalvenFamilie.
Philosophische Botanik mit kritischen Bemerkungen. 2 Hefte. Mannheim 1789 und
1791. Abgek.: Philos. Botanik J und II.
Pflanzen-Gattungen nach dem Inbegriffe sämtlichen Fruktifications-CTheile gebildet,
und nach dem Sexual-Pflanzen-Register geordnet; mit kritischen Bemerkungen
Mannheim 1792. Abgek.: Pflanzengattungen.
Kritische Bemerkungen über Gegenstände aus dem Pflanzenreiche. 2 Stücke. Mann
heim 1793. Abgek.: Kritische Bemerkungen.
13. Geschichte der Botanik unserer Zeiten. Mannheim 1793. Abgek.: Gesch. d. Botanitk.

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