denn von einem Krieg zwischen den Alamannen und Chlodowech ist in dieser
frühen Zeit nichts bekannt.
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In manchen Werken sind König Sigiberts Untertanen „ripuarische Franken“
genannt worden. Das ist falsch. Nach Chlodowechs Tod schafften die Merowinger
die Volksnamen Salier, Chattwaren und Brukterer als Bezeichnungen größerer
Gebiete ab und teilten die Franken in die „austrasischen“ und die „neustrischen“,
die östlichen und die westlichen. DBer Name Ripwaren bezeichnet die Einwohner
der „ripa“, des von den Römern so genannten Rheinufers; aber dieser Volks—
name kommt in sämtlichen während des 6. und 7. Jahrhunderts verfaßten
Schriftwerken nicht vor. Erst das 727 geschriebene Liber historiae Francorum
und das um 730, nicht im 6. Jahrhundert, wie man früher meinte, abgefaßte
Gesetzbuch der Ripwaren (Lex Ribuariorum) kennen diesen Namenh; er ist also
von den Karolingern eingeführt worden. Sigiberts Franken darf man nur
„brukterische‘ nennen.
Der Ostgotenkönig Theoderich, der seit 489 Italien beherrschte und eine
Schwester Chlodowechs geheiratet hatte, schrieb durch seinen Staatskanzler, den
Römer Cassiodorus, dem Schwager einen Brief. Einige Sätze aus diesem lauten:
„Ihr habt die alamannischen Völker nach der Erschlagung ihrer Tapfersten niedergebeugt
und Euer siegreichen Rechten unterworfen ... Mäßigt Eure Erregung
gegen die erschöpften Überbleibsel, denn diejenigen verdienen nach dem Recht
der Gnade zu entkommen, von denen Ihr seht, daß sie sich in den Schutz Eurer
Berwandten geflüchtet haben. Seid mild gegen die, welche sich aufgeschreckt in
unseren Gebieten verbergen. Es ist ein denkwürdiger Siegesruhm, den sehr ver—
Bruno Krusch, Abhandlungen der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. 1927
S. 167—169.