für die Prov. de Hainaut (Belgien) und für Luxemburg (bei Fisbach) wurden
von Thielens schon 1873 verneint; es bliebe nur die Angabe bei Mersch (Tinant
und J. Meyer). Ich vermute, daß O. pallons an sehr vielen Orten mit weißblühender
O. mascula verwechselt wurde. — Diese mitteleuropäisch-pontische
Art ist im Saargebiet bislang nicht gefunden worden. Die Angaben über ein
Vorkommen bei Trier (leg. Rossmann) und bei Schengen (Layen) sind unbestätigt
geblioben. Uberdies febhlt die Art in ganz Nordfrankreich, Belgien und
Luxemburg. Sicher vorhanden ist eine kleine Kolonie im Ober-Elsaß hei
Osenbach. —
Orchis tridentata Scop. Diese Art hat noch weniger Bürgerrecht auf
der linken Rheinseite. Die weitschweifigen Angaben in Westfalen, Hessen-Nassau,
Südhannover faht man richtiger zusammen unter der orographischen
Bindung Weserbergland. Trier ist gänzlich zu streichen. Sie wurde angeblich
im Luxemburgischen zwischen Remich und Schlengen (Layen) und bei
Hohlenfels (Iinant) gefunden, aber nicht mehr wiedergesehen, und ich vermute
auch hier eine Verwechslung, und zwar mit O. ustulata oder gar Kümmerlingen
von Anacamptis (O. tridentata hat etwas gröbere Blüten mit hellviolettem
Helm und einem, dem Fruchtknoten fast gleichlangen Sporn — gegenüber
O. ustulata). —
Orchis glohosa L. Es ist erstaunlich, daß auch diese , montane“ Art
ehedem in Ost-Flandern und bei Brüssel angegeben wurde. die findet sich
indessen in den höheren Lagen der Vogesen (Hohneck, Rotebach, Sulzer
Belchen) und des südlichen Schwarzwaldes (Bärental, Rinken, St. Wilhelm.
Albersbach, Schollach, Nessellache, Hinterzarten — alles nach Neuberger)
O. globosa ist leicht erkennbar an den ungeteilten Knollen, den ziemlich
breiten und dabei Kurzen Blättern und dem fast kugeligen Blütenstand. —
Orchis mascula L. — Männliches Knabenkraut. Höhse ziemlich veräpderlich,
I5-50 cm. Die Pflanze zeigt oft einen schlafferen, niedrigeren Wuchs
mit lockerer, eiförmiger Ahre und dünnerem Stengel und dann wieder hohe,
straffe, dickstengelige Formen mit langzylindrischer, reichblütiger Ahre.
Stengel nach oben leicht kantig, rötlichviolett überlaufen. Deckblätter lanzettlich,
sehr spitz, fast häutig I-B3nervig, purpurn überlaufen, - so lang
als der Fruchtknoten. Der z2yündrische, zuweilen keulig verdickte Sporn ist
horizontal oder aufsteigend. Perigonblàtter, besonders aber die Iappe sehr
variabel. Krösche hat 80 verschiedene Formen beobachtet, die sich zum Teil
allerdings auch auf Geruchsschattierungen aufbauen. Anfang V-VI.
FEuropissche Art. Auf sonnigen Bergwiesen und in lichten Laubwäldern, meist
truppweise. Auf Kalk und Lehm.
Bei uns häufig; 2. B. Fechingen!, Eschringen!, Ormesheim (Fbg.), bei
Wittersheim und Rubenheim (mit O. Morio und Ophioglossum vulgatum
zusammen) (Fbg.), Forbach!, Achen (Fbg.), Rederchingen (Fbg.), Bebelsheim
Fbg.), Habsirchen (Fbg.), Bliesbrücken (Fpg.); Zweibrüoken bei Mittelbach.
Schmalscheidwald!, Erpusch!, Kirschbacherwald!; Dirmingen!, Eppelborn!,
Lebach!, Ottweiler (Kp.), Ilingen!, Urexweiler!. Himersdorf (Fbe.). im diersmorgen
(FEbg.), Merzig (Wr.).
var. acutiflora Koch: Perigonblätter spitz bis kKurz zugespitzt. Häufig
unter der Art.
var. obtusiflora Koch: Perigonblätter sStumpf. Etwas weniger häufig
8.3