Full text : 2.1938 (0002)

Joset Ruppertf

Die Orchideen des Saarlandes

vorwort und Nachruf

Vor uns liegt die letzte Arbeit eines gründlichen Kenners unserer heimischen
 Flora, mit dessen Hinscheiden eine empfindliche Lücke in die kleine
Schar der deutschen Orchideenforscher gerissen wurde. Die Arbeit gründet
sich auf reiche Kenntnisse, die sich der Verfasser auf zahlreichen Beobachcungsgangen
 in der freien Natur und durch nimmermüdes Studium im bäus-——

welt erfüllt war, Konnte so arbeiten. Vor allem hatte es unserem Franz Josef
Ruppert die farbenfrohe und formenreiche Familie der Orchidéen angetan. Ihr
wandte er sein besondéres Interesse zu, das bis 2zu seinem Ende wach blieb.
Melches innere Verhältnis er zu seinen Lieblingen hatte, bewiesen die Behutsamkeit
 und das Zartgefühl ohnegleichen, die er diesen stets entgegenbrachte.
Von Ruppert kKann man ohne Ubertreibung sagen, daß er mit seinen Orchideen
auf Du- und- Du stand. Sein Herbarium, das z2u den schönsten derartigen
sSammlungen gehören dürfte, seine Zeichnungen und Aquarelle zeugen ebenfalls
 von einer liebevollen und peinlich gewissenbaften Arbeit.
Trota seines reichen Wissens war Ruppert äuberst bescheiden. Seinen
Freunden und Bekannten kam er mit steter Liebenswürdigkeit, die nichts
Gekunsteltes an sich hatte, entgegen. Der Schreiber dieser Zeilen denkt noch
heute, nachdem drei Jahbre seit Rupperts Tode verflossen sind, mit Freude
der Samstagnachmittage, da er regelmäbhig mit ihm zusammenkommen und
Gedankenaustausch pflegen durfte. BHine jahrzehntelange Freundschaft verdand
 Ruppert mit Wilhelm Freiberg in Trier, dem bekannten Florenkenner.
Und nun einige Angaben aus Rupperts Leben: Er war am II. April 1864
zu St. Goar a. Rhéin als Sohn éines Arztes geboren. Nachdem er die Schule
zu St. Goarshausen besucht hatte, trat er als Apothekerlehrling bei Apotheker
Strauch in Simmern ein. Um die Pflanzenwelt anderer Teile des Reichs Kennen
zu lernen, wechselte er oft seine Stelle. Vom Jahre 1884 -1886 studierte er in
Freiburg i. Br., wo er bei der Turnerschaft Markomannia aktiv war und das
Staatsexamen machte. Im Jahre 1901 erhielt er die Konzession für die Apotheke
 in Dirmingen, Bezirk Trier, im Jahre 1910 die Konzession der Apotheke
in Saarbrücken-Malstatt, die er bis zu seinem, nach kurzem, aber schweren
lLeiden am 14. 2. 1935 erfolgten Todeé führte. Sein Grab befindet sich auf dem
Friedhof“cgu Heidelberg-Robrbach.

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