Aber ebensowenig ist die ungehinderte Verbindung nach Westen mit dem
Pariser Becken erweisbar, starke Anhaltspunkte sprechen hier sogar gegen
eine volle Offnung der Straße. Denn man findet von der Gegend bei Autun
bis nach Nancy in diesen Schichten zahlreiche großwüchsige und abweichende
Arten der Gattung Oxynoticeras, die von KLOPBEFEL (1920) z20u Recht auch aus
dem ehemaligen Deutsch-Lothringen genannt werden. Besonders in dem durch
zahlreiche Stellungsbauten aufgeschlossenen, Calcaire Ocreux“ sind diese
Ammoniten sehr gut vertreten. Es ist bisher noch keinmal gelungen, diese
reiche Fauna von Nancy östlich des Rheins wiederzufinden und es scheint
hier zweifellos die sSchon mehrfach erwähnte Barrenzone östlich Chateau-Salins
gewesen zu sein, die den Austausch zwischen Pariser Becken und dem
Kraichgau unterband.
Gleichzeitig mit dieser Schliebung der Alsatischen Stratße ist auch der
Wanderweg im Süden durch die Burgundische Pforte gesperrt gewesen. Denn
im Donau-Rhein-Zug fehlen die Oxynoten-Schichten. Und so wird es erklärlich,
wenn Württemberg, das ebenfalls sicher manche Lückenhaftigkeit in diesen
Schichten aufweist, keinen Vergleich zu dem Formenschatz des Kraichgau
liefern Kann, da die aus England stammenden Formen, die ihre Entwicklungshaeimat
wabrscheinlich dort und im Pariser Becken hatten, dorthin nicht mehr
gelangten; sie sind auf sehr kurze Zeiträume beschränkt, die dann keine
hesteine in Württemberg hinterlieben.
Die spüteren Läas-Stufen.
Meiter vermöôgen wir vorerst mit unmittelbarer Bezugnahme auf den
ias von Albersweiler nicht zu sehen. Aber der Vergleich der Schichtenmächtigkeit,
ihrer Ausbildung und ihrer Lebewelt im Westen und Osten der Pfallaßt
weiterhin erkennen, wie die Rolle wechselnder Offnung und Sperre, welche
die Alsatische Strabe im Unteren Lias und schon im Rät spielte, auch später
bedéutungsvoll und für manches tiergeographische Bild jener Zeit witentscheidend
gewesen ist.
Lusammenfassung.
Es sind scheinbar nur kleine Probleme, die an Hand des einzigen Pfälzer
Juravorkommens, das zudem nahe am Rande einer Meéeéresstrase gelegen hat,
hier besprochen werden kKönnen. Und doch zeigt sich, wie die sorgfältige
Einzelaufnahme des hiesigen und benachbarter Profile einen tiefen Einblick
in den Mechanismus der RErdoberfläche tun läßt. Die Alsatische Pforte — wie
die Burgundische — seit Menschengedenken Wanderweg der Völker und ihrer
Rriegshéere —, ist wie schon vorher, auch in der Zeit des Lias eine der wichtigsten
Meeresstraßen von Süddeutschland nach dem Pariser Becken. Mehrminder
abhängig vom allgemeinen Ablauf der Krustenbewegungen unterliegt
sie doch auch cigenen Hebungen und Senkungen, die sie öffnen oder schlieben.
Dabei macht sich eine östlich Chateau-Salins liegende Ouerschwelle mehrfach
deutlich füblbar.
Diese Bewegungen regeln zusammen mit denen der Hessischen Straße
und der Burgundischen Pforte, mit welchen sie zusammenfallen oder sich
überschneiden, den Faunenzutritt zum süddeutschen Becken. Dieses ist in den
einzelnen Zonen in der Zusammensetzung seiner Lebewelt von der jeweiligen
Offnung der einzelnen Strahen weitgehend abhängig, wenn es auch eigene
ortsansassige Entwicklungsreihen besitet.