Homberg a. E. und Angersbach sich südlich des Thüringer Waldes nach
Osten über den Groben Gleichberg bis in die Coburger Gegend erweitert. Der
anschliebende süddeutsche Raum reicht nur bis nach etwa Balingen im düden,
seine einzige Verbindung mit anderen meéeerischen Becken erfolgt dank der
dSchliebung der Kraichgau-Straße von Norden.
Der norddeutsche Meeresraum dieser Zeit ist vor allem von Detmold und
Bielefeld im Westen und im nördlichen Harzvorland im Osten näher bekannt.
Wir wissen, daß die Schichten des Harzvorlandes oft ausgesprochen landnahe
Sandsteinfacies zeigen, die sich den Umrissen der Bucht zwischen Harz und
Flechtinger Höhenzug anschmiegt und damit deren Bedeutung als Landmassen
oder Untiefen zeigt. Nahe Hildesheim und bei Bielefeld ist die Entwicklung
deutlich landferner, während der Teutoburger Wald Einflüsse des
Rheéeinischen Schiefergebirges erkennen läht. In dessen grober Kölner Bucht
befand sich ein Abzweig des norddeutschen Meeresraums, der in den Weseler
Bobhrungen ziemlich landferne Ausbildung verrät. Dazu patßt es, wenn in
jüngster Zeit auch Funde bei Düren südwestlich Köln gemeldet wurden, deren
Altersstellung noch nicht ganz sicher ist. Nach Nordwesten bestand eine durch
eine ganze Reihe von Untiefen geformte und mehrminder breite Verbindung
mit Südostengland. (Abb. 2).
Der mécrische Raum im Pariser Becken, der mit offeneren ozeanischen
Gebieten vermutlich östlich der Normandie Verbindung hatteé, ist für diese
Zeit vorerst lediglich zwischen den südwestlichen Vogesen und dem Zentralplateau
bis etwa in das Gebiet von Lyon nach Süden gesichert. Zweifelsfrei
war der ganze östliche Französische und Schweizer Jura vom Meere geräumt,
ebenso wie Lothringen, die Trierer Bucht und der gröhte Teil des Ardennenrandes.
Doch fehlen bhier noch viele Binzelkenntnisse.
Die Johnstoni-Zone der Psilonoten-Schichten.
Mit dieser Zone beginnt in Albersweiler die echt liassische Folge. Es sind
awei durch ein mergliges Zzwischenmittel getrennte Kalkbänke. Die untere,
nur etwa 10 em stark, enthält nur seltene, schlecht erhaltene Ammoniten,
daneben viele Anzeichen einer starken Aufarbeitung des Untergrundes,
Sandiger Anteil, grobe Mengen von Schwefelkies, sehr viel Holz usw. deuten
den erneuten Einbruch des Meeres an. Die obere, mächtigste und geschlos—
senste Kalkbank der ganzen Tongrube enthält in reicher Fülle den zuunterst
nur spürlich auftretenden Leitammoniten Psiloceras johnstoni SOW. (- Caulocerus
torus d'Orb. ?), daneben z2ahlreiche Muscheln und andere Possilien.
Uberschauen wir die Umgebung, so finden wir, dabh auch im Rraichgau
die ältesten einwandfreien Liaskalke dieser Zone zugehören. Ebenso ist es im
Plsatß und in Lothringen. Noch in den Ralksteinbrüchen bei Ceintrey sw.
Nancy fand sich genau die gleiche typische Entwicklung der Kalbke dieser
Zone. Im ganzen eben genannten Gebiet sind nämlich die Fossilien weitgehend
als Phosphoritsteinkerne erhalten, eine immer wieder mit Niedrigwasserständen
oder dem Randgebiete vordringender Meere verbundene Erscheinung.
Die wichtige Rolle der Kraichgau-Zzaberner-Senke als Meéégres-3trabe
zwischen süddeutschem Raum und Pariser Becken beginnt also in
der Johnstoni-Zeit von neuem.
Diese Uberflutung der alten Ufer können wir gleichzeitig fast im gesamten
Bereich dieser Betrachtung erkennen. Am Vogesenwesthang wie am Ar-—59